Bei den Ferienflieger-Schlangen am Sonntag ist mehr los.  
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Bei den Ferienflieger-Schlangen am Sonntag ist mehr los.  

Flughafen

Frankfurter Flughafen: Entspannt einchecken

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Trotz Ferien ist es am Wochenende noch recht ruhig. Viele Restaurants und Läden sind noch geschlossen.

Ziemlich spontan hat der Vater aus Langenselbold entschieden, dass er mit seiner Frau und den 15-jährigen Zwillingstöchtern Lucy und Carla in diesem Corona-Sommer überhaupt fliegen wird. „Anfangs wollten wir nicht, aber dann, als klar war, dass man nicht nur im Flieger, sondern auch am Flughafen selbst Mund-Nasen-Schutz tragen muss, fühlten wir uns sicher genug zu reisen. Klar, ein Restrisiko bleibt“, sagt der Vater. Er betont: „Wir haben mit befreundeten Familien eine Finca in Porto gemietet. Das ist sicherer als ein Hotel.“ Alle Familienmitglieder tragen bei der Gepäckabgabe am Lufthansa-Schalter eine F2-Atemschutzmaske. Überhaupt scheinen sich am Frankfurter Flughafen an diesem Samstag die Passagiere und Mitarbeiter, denen man begegnet, an die Mund-Nasen-Schutz-Regelung zu halten.

Aber auch in der zweiten Ferienwoche ist das Leben am Flughafen noch lange nicht das, was es vor Corona war. Viele der Restaurants und Läden sind noch geschlossen. Die Läden, die auf haben, sind ziemlich leer. An den Schaltern ist Betrieb, aber lange Schlangen sind am Samstag nicht zu sehen.

„Alles ist sehr entspannt“

„Wir sind zwei Stunden vor Abflug gekommen, alles ist sehr entspannt“, erzählt Mika (31), der mit seinem Freund Michael (39) gleich nach Riga fliegt. Reisen in Corona-Zeiten mache ihnen keine Angst. „Solange wir die Abstände einhalten, Maske tragen, also den gesunden Menschenverstand einsetzten, sollte das okay sein. Und wir planen auch nicht, in die Disko feiern zu gehen. In ein Risikogebiet wie Schweden wären wir allerdings nicht geflogen“, sagt Michael.

Am Sonntagmittag bilden sich in der Halle C deutlich längere Schlangen vor den Schaltern der Ferienfliegern, die nach Bulgarien, Griechenland oder in die Türkei fliegen. Eine Mutter verabschiedet einen Tag zuvor ihre 16-jährige Tochter, die nach London fliegt. „Wir haben lange überlegt, weil es so viele Fälle in England gab. Aber ihr Vater lebt dort.“ Es gibt auch Flüge in die USA, aber an der Abflughalle Z ist kaum jemanden zu sehen. „Die meisten Leute, die von Frankfurt nach USA fliegen, sind Umsteiger. Viele kommen aus Dubai, deswegen sieht man sie nicht“, erzählt ein Flughafenmitarbeiter. Reisende aus den Schengen-Staaten dürfen außer in Ausnahmefällen aktuell nicht in die USA einreisen.

Endlich nach Hause

Zwei Chinesinnen sind aufgeregt. Sie fliegen nach neun Monaten Studienzeit in München wieder in ihre Heimatstadt Shanghai. „Wir haben schon Angst vor der langen Reise und wir wissen auch nicht, was uns zu Hause erwartet. Aber wir freuen uns, dass wir wieder nach Hause können. Es endlich wieder Flüge gibt.“

Auch Karim (29) freut sich, nach Hause zu fliegen. Der Österreicher lebt in Heidelberg und reist zu seiner Familie nach Wien. Ein Strandurlaub käme für ihn aber nicht infrage. „Was wäre, wenn ich im fremden Land krank werden würde? Das wäre es mir nicht wert.“

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