Frankfurt

Frankfurter Feuerwehr lässt sich über die Schulter schauen

Zum Tag des Notrufs konnten Interessierte die Einsätze der Frankfurter Feuerwehrleute mitverfolgen. Auf Twitter gewährten die Einsatzkräfte in Echtzeit Einblicke in ihren Alltag.

Frikadellen mit Kartoffelbrei und dazu „Kugellagergemüse“, gab es am Dienstag auf der Feuerwache 30. Einen Tag lang konnten die über 100 000 Follower den Arbeitsalltag der Frankfurter Feuerwehr auf der Online-Plattform Twitter verfolgen. Unter dem Hashtag „Twittergewitter“ informierten insgesamt 50 Berufsfeuerwehren der Republik über ihre Einsätze anlässlich des Tags des Notrufs. Den gibt es jährlich am 11. 2. – passend zur Notrufnummer 112. Von kuriosen Anrufen über ernste Verletzungen bis hin zu kleineren Löschaktionen, wurde die Twittergemeinde der Feuerwehr minütlich informiert.

Das Online-Gewitter startete am Morgen mit fünf digitalen Schweigeminuten für einen Kameraden aus Lienen (NRW) der bei einem Einsatz am Wochenende verschüttet wurde.

Dann ging es los. Die Feuerwehr meldet ihren ersten Einsatz: „Zwei Rettungsdiensteinsätze in Fechenheim und am Flughafen“, 140 000 solcher Einsätze verbuche sie im Jahr. In der Nacht zum Dienstag habe es allein 136 gegeben, wie die Feuerwehr mitteilt. Aber nicht alle Anrufe, die bei der Notrufstelle eingehen, fallen in ihren Zuständigkeitsbereich. Eine Frau habe sich am Notruf über den Pflegedienst beschwert und diesen des Diebstahls bezichtigt. „Weitervermittlung. Solche Angelegenheiten regelt die Polizei“, twittert die Wehr. Auch eine junge Frau war bei der 112 falsch verbunden. Sie wollte eigentlich die Auskunft. Alltag bei der Notrufstelle. Zirka 15 Mal pro Stunde würden sie sogenannte „Hosentaschenanrufe“ erreichen. Die Feuerwehr bittet immer zu überprüfen, ob das Handy in der Tasche gesperrt ist um die Leitung nicht zu blockieren. Ein anderer Anrufer habe schon seit vier Tagen an Schnupfen, Fieber und Bauchweh zu leiden. „Er wurde freundlich, aber bestimmt auf das gut funktionierende Hausarztsystem hingewiesen“, schreibt die Feuerwehr.

Die Nachbeben von Sturmtief „Sabine“ beschäftigen die Einsatzkräfte auch noch zwei Tage später. Lose Äste lassen die Feuerwehr immer wieder ausrücken. „In Niedererlenbach hat Tief Sabine einen Baum auf einem Radweg hinterlassen. Die Kollegen der Wache 10 nehmen sich den Störenfried vor.“, heißt es.

Die ganze Twitterei macht hungrig – pünktlich um 13 Uhr twittert das Team: „Mahlzeit auf den Rettungswachen“. Das „Fire Food“-Mittagsmenü bringt die wohlverdiente Stärkung. Feuerwache 4 mag es frankfurterisch. Hier gibt es „Handkäs mit Musigg“. Exotischer ist das kulinarische Angebot auf Feuerwache 20 – „Pizza Bolognese“ steht dort auf dem Mittagsmenü. Nach kurzer Stärkung geht es für das Kleinalarmfahrzeug der Wache weiter. „Ein Ast droht in Unterliederbach von einem Privatgrundstück auf einen öffentlichen Weg zu fallen“, schreibt das Team. Nächster Einsatzort ist die Innenstadt – eine „Hilope“ (hilflose Person) wird gemeldet – ein Rettungswagen der Wache 2 machte sich sofort auf den Weg. In Notsituationen kann die 112 europaweit kontaktiert werden. Für alle anderen Fälle verweist die Feuerwehr auf die Rufnummer 116 117.

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