Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Auto bleibt in einer überfluteten Unterführung unter der Friedberger Landstraße im Wasser liegen. Frank Rumpenhorst/dpa
+
Ein Auto bleibt in einer überfluteten Unterführung unter der Friedberger Landstraße im Wasser liegen. Frank Rumpenhorst/dpa

Unwetter in Frankfurt

Frankfurter Feuerwehr nach Unwetter im Dauereinsatz

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
    schließen

Starke Regenfälle fluten am Dienstag Keller und Straßen. Nicht nur in Frankfurt, auch Offenbach, Darmstadt die Bergstraße sind betroffen.

Im Grunde ist es glimpflich abgelaufen. „Trotz der hohen Intensität des Unwetters und der Vielzahl an Einsatzstellen, gibt es nach derzeitigen Erkenntnissen keinerlei Verletzte“, informiert die Frankfurter Feuerwehr über die Aufräumarbeiten nach dem vielen, vielen Regen in der Stadt.

Am Dienstag rauscht das Wasser geradezu herab, beschäftigt die Menschen ab 16.45 Uhr besonders in den nordwestlichen und nordöstlichen Stadtteilen. Um 16.55 Uhr ruft die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus und mobilisiert alle Einheiten, rund 160 Kräfte. Dazu kommen rund 250 Kolleginnen und Kollegen der 28 Freiwilligen Feuerwehren.

Der Regen überlastet das Kanalnetz

Auch THW und DLRG helfen. Die Zentrale Leitstelle ruft Kräfte aus der Freizeit zurück, um alle Notrufmeldungen bearbeiten zu können. 600 davon gehen in zwei Stunden ein. 17 gelten Bränden, alle anderen dem Wasser. In kurzer Zeit fallen bis zu 45 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Im nicht gerade trockenen Juni sind in Frankfurt bislang rund 88 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Der Effekt am Dienstag: Keller laufen voll, Unterführungen, Straßen, teilweise ist das Kanalnetz überlastet, das Wasser drückt Kanaldeckel nach oben.

Das Phänomen gab es 2016 bereits, beim „Jahrhundertregen“ auf Bergen-Enkheim. Bei Starkregen gerät das Frankfurter Kanalnetz ans Limit. Es kann viel Wasser aufnehmen und ableiten, sagt Michael Voß, Abteilungsleiter bei der Stadtentwässerung. Aber keinen Starkregen. Um so viel Wasser zu fassen, müssten die Rohre doppelt oder gleich drei- bis viermal so groß sein. Das Wasser muss also oberirdisch abfließen. Wie das zu optimieren ist, darüber denkt die Stadt intensiv nach.

Umweltamt macht sich Gedanken über Klimawandel

„Der Klimawandel ist bemerkt“, sagt Voß trocken. So arbeite das Umweltamt derzeit an einer Starkregenkarte, auf der zu sehen ist, welche Gebiete gefährdet sind und wie dort dem Wasser zu begegnen wäre. Manchmal helfen einfache Dinge, wie den Bordstein zu erhöhen oder die Neigung der Straße zu ändern. Der Riedberg ist Musterbeispiel für Regenwassermanagement. Dort führen separate Kanäle den Niederschlag in Mulden und einen Weiher, wo das Wasser versickert.

Ausblick

Auch in den kommenden Tagen bleibt es in Hessen nass und grau, meldet der Deutsche Wetterdienst, schließt auch Starkregen nicht aus.

Am Donnerstag hängen dichte Wolken über Hessen, die weiteren Regen bringen. Die Temperaturen liegen zwischen 16 und 20 Grad. Am Freitag: Wolken und stellenweise Schauer. Im Norden des Landes kann es vereinzelt auch zu Gewittern kommen. sky

Auch die privaten Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer sind in der Pflicht, sagt Voß. Noch immer gibt es Häuser ohne Rückstauklappe zum Kanal, obwohl die Pflicht ist. Hilfreich seien auch eine Stufe vor dem Haus oder ein Vorgarten, damit das Wasser nicht gleich in den Keller schwappen kann.

Am Dienstag kommt zum Regen noch der Wind. Der knickt Äste ab, weht sie auf Gehwege und Straßen, vereinzelt stürzen ganze Bäume. Im Stadtteil Bornheim fällt der Strom aus. Betroffen sind rund 200 Haushalte. Auf der Baustelle auf der Wilhelmshöher Straße in Seckbach sackt ein Bagger in Schräglage.

Die Frankfurter Feuerwehr rückt zu 700 Einsätzen aus

Im Bethanien-Krankenhaus in Bornheim, der BG Unfallklinik und dem Krankenhaus Sachsenhausen gefährdet das Wasser Teile der hausinternen infrastrukturellen Versorgung. Die Feuerwehr verhindert Schlimmeres.

Bis 5.50 Uhr ist die Wehr in der Nacht zu Gange, insgesamt sind es 700 Einsätze. 20 kommen am Mittwochvormittag dazu. Etwa, weil Gewerbetreibende erst da den Wassereinbruch bemerken. Eine Schadenssumme und das Gesamtausmaß kann die Feuerwehr noch nicht angeben.

Gemeinden an der Bergstraße und im Hochtaunus sind ohne Strom

Der Dauerregen lässt auch Offenbach, Darmstadt und die Landkreise Offenbach, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße volllaufen. Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Der Keller der Justizvollzugsanstalt in Darmstadt-Eberstadt ist überflutet.

Im Kreis Bergstraße fallen nach Blitzeinschlag zeitweise Mobilfunk, Internet und Kabelfernsehen aus. Auch im Hochtaunuskreis schlägt der Blitz ein. Die Gemeinden Köppern, Rodheim und Wehrheim sind zwischen 15.45 und 17 Uhr ohne Strom.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare