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86 Prozent der FDP-Mitglieder wählten Annette Rinn.

Liberale

FDP setzt auf bewährtes Personal

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Annette Rinn soll die Freidemokraten in den Wahlkampf führen. Die Erwartungshaltung des Parteivorstands ist hoch.

Ihr Abschied könnte herzlicher oder zumindest versöhnlicher ausfallen, aber das würde wohl nicht so recht passen zu Elke Tafel-Stein. Die Stadtverordnete der FDP gibt ihr Mandat nach 25 Jahren im Römer auf. Bei der Mitgliederversammlung der Freidemokraten am Samstag im Bürgerhaus Bornheim sagt sie offen, ihr sei „langweilig“ geworden im Rathaus. Im Übrigen kritisiert sie die Liste der Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl, die die FDP bei ihrem Parteitag aufstellt. Sie hätte sich gewünscht, dass noch mehr der altgedienten Stadtverordneten abträten und Platz machten für neues Personal.

Vor allem kritisiert sie die Kandidatur von Yanki Pürsün, der auch Landtagsabgeordneter ist. Von einem solchen Doppelmandat halte sie sehr wenig, sagt Tafel-Stein. Ihr Ehemann, der frühere Stadtrat Volker Stein, wird noch deutlicher. Offenbar wolle Pürsün sowohl die Diäten als Landtagsabgeordneter als auch die Aufwandsentschädigung als Frankfurter Stadtverordneter einstreichen, sagt er. Für die Bemerkung gibt es vereinzelt empörte Zwischenrufe, doch alleine sind die Steins mit ihrer Kritik am „doppelten Pürsün“ nicht.

Partei setzt sich hohe Ziele

Um es vorwegzunehmen: Pürsün, den sie bei der FDP wegen seiner vielen Fragen zur AWO-Affäre, den „AWO-Yanki“ nennen, schafft es auf die Liste für die Kommunalwahl. Knapp 72 Prozent der Mitglieder wählen ihn auf Platz drei. Das Ergebnis ist schlechter als die Resultate der übrigen Kandidatinnen und Kandidaten auf den vorderen Plätzen, aber auch nicht desaströs.

Auch ansonsten setzt die FDP auf bewährtes Personal. Spitzenkandidatin wird Fraktionschefin Annette Rinn. Ihre 86 Prozent sind für FDP-Verhältnisse sehr ordentlich. Es folgen der bildungspolitische Sprecher Stefan von Wangenheim, der sich in der Stichwahl deutlich gegen Katharina Schreiner durchsetzt, dann Pürsün und die Stadtverordneten Stefanie Wüst und Uwe Schulz. Offenbar folgten die Mitglieder dem Kreisvorsitzenden Thorsten Lieb. Der sagt in seiner Rede, die Römer-Fraktion habe großartige Arbeit geleistet.

Als Ziel für die Wahl gibt die FDP-Spitze satte 9,5 Prozent aus. Das wären fast zwei Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2016. Da die Wählerinnen und Wähler aber genug von der „völlig zerstrittenen“ Römer-Koalition hätten, sollte ein solches Ergebnis möglich sein, findet Spitzenkandidatin Rinn.

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