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Maiwalds Themen sind Finanz und Wirtschaftspolitik. C. Boeckheler
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Maiwalds Themen sind Finanz und Wirtschaftspolitik. C. Boeckheler

Porträt zur Bundestagswahl

Frankfurter FDP-Direktkandidat für Bundestagswahl: Frank Maiwald, der Aufsteiger

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Der Volks- und Betriebswirt Frank Maiwald will für die FDP in den Bundestag einziehen. Er setzt sich dafür ein, dass für alle ein Aufstieg möglich ist.

Als die Mauer fällt, ist Frank Maiwald acht Jahre alt. Er erinnert sich noch gut an die Zeit in der DDR. In Görlitz, ganz im Osten Deutschlands. Dass der Tag in der Schule mit einem Fahnenappell begann. Dass der Mitschüler nicht im Chor singen durfte, weil seine Eltern einen Ausreiseantrag gestellt hatten. Dass er stundenlang in der Schlange vorm Konsum stand, um Südfrüchte zu ergattern. „Und dann bekam man die zähen kubanischen Orangen“, erzählt er.

Die Zeit und auch der Umbruch danach in seiner Heimat haben ihn geprägt. Und so ist für Maiwald, der als Direktkandidat für die FDP im Wahlkreis 182 in den Bundestag einziehen will, ein großer politischer Antrieb: Freiheit leben. Den Bürgerinnen und Bürgern „keine Verbote machen, wie sie zu leben haben“. Kein Tempolimit auf Autobahnen, keine Zuschläge auf Benzinpreise. Und es liegt ihm am Herzen, dass „für alle der Aufstieg möglich ist und jeder aus seinem Leben was machen kann“. Auch etwa mehr erreichen könne als die Eltern. So wie er. Sein Vater durfte in der DDR nicht an die Hochschule, „weil er ein rebellischer Jugendlicher war“. Frank Maiwald will ohne akademischen Familienhintergrund nach dem Abitur studieren, „doch keiner wusste, wie das mit Studium, Bafög und Nebenjobs funktioniert“. Er entscheidet sich daher für ein duales Studium. BWL bei der Hochschule der Deutschen Bundesbank. Arbeiten und studieren. Dafür kommt er 2000 nach Frankfurt. Während andere Zugezogene öfter zunächst mit der Stadt fremdeln, „hab’ ich mich sofort in sie verliebt“, sagt Maiwald. „Ich hatte aber durch das duale Studium auch sofort Kollegen bei der Bundesbank und es daher einfach gehabt.“

Er geht gerne aus. In Clubs. „Samstagabend als Ausgleich zum Alltag. Zum Abschalten“, sagt er. Das Ausgehen hat er in den vergangenen eineinhalb Jahren vermisst. Ging ja nicht, wegen Corona hatten alle Clubs zu. Maiwald ist auch Rettungsschwimmer seit seiner Jugend. Im Sommer ging es mit der DLRG an die Ostsee, um dort die Strände zu bewachen. Eine tolle Zeit, eine tolle Aufgabe, findet er. Auch in Frankfurt ist er Mitglied bei der DLRG Nieder-Eschbach, vor vier Jahren hat er sein Rettungsschwimmabzeichen erneuert. Und fuhr wieder zur Ostsee, um die Strände zu bewachen. Aber nun war er einer der Ältesten. „Da war man dann abends immer der Fahrer“, sagt er und lacht.

Lieblinge

Lieblingsort im Wahlkreis : Biergärten entlang des Niddaufers

Lieblingspolitiker:in aus einer anderen Partei:
Gerhard Schröder (SPD)

Andere Lieblinge: Pink (Sängerin), Hazel Brugger (Autorin), Arnold Schwarzenegger (Schauspieler) sabu

Beim BWL-Studium belässt es Maiwald nicht. Weil ihm die VWL-Anteile darin am meisten Spaß gemacht haben, schreibt er sich anschließend gleich für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Uni ein. Studiert neben seiner Arbeit bei der Bundesbank. „Man weiß nicht, wozu man es im Leben noch braucht“, sagt er über das zweite Studium. Die Urlaube gehen für Seminararbeiten drauf, Vorlesungen legt er sich in die Arbeitsrandstunden, und abends arbeitet er die Zeit nach, die er an der Uni verbracht hatte. „Das ließ sich aber eigentlich ganz gut vereinbaren.“

Und weil er das alles geschafft hat, will er „den Menschen vermitteln, dass sie wieder daran glauben, aus eigener Kraft etwas aus sich machen zu können“. Dieses Gefühl sei in den vergangenen Jahren verlorengegangen. „Das Aufstiegsversprechen muss erneuert werden.“

In die FDP ist Maiwald 2013 eingetreten. „Weil sie damals aus dem Bundestag geflogen ist“, sagt er. „Ich war der Meinung, dass das nicht gut ist und wir eine liberale Kraft schmerzlich vermissen werden.“ Aktiv wird er aber erst bei der Kommunalwahl 2016. Hängt Plakate auf, macht Straßenwahlkampf im Regen vorm Haus Dornbusch, wird Vorsitzender der FDP im Ortsbezirk 9/10, Schatzmeister im Kreisvorstand. Nun wirft er seinen „Hut in den Ring“ für die Bundestagswahl.

Finanz- und Wirtschaftspolitik sind Maiwalds Themen, das liegt als Betriebs- und Volkswirt nahe. Er ist für Entlastung bei der Einkommenssteuer, für die Senkung der Unternehmenssteuern. In den Bundestag einzuziehen, wird nicht ganz leicht für ihn. Auf der Landesliste steht er auf Platz 21, und ein FDP-Direktmandat in Frankfurt zu ergattern, nun, dafür stehen die Chancen nicht allzu gut. „Aber es ist nicht ausgeschlossen“, sagt Maiwald. „Sonst würde ich mich nicht mit voller Kraft reinwerfen.“ Wenn die Leute aufhörten, immer nur CDU und SPD mit der Erststimme zu wählen, „und das tun sie nicht mehr“, sagt er, „dann sehe ich schon eine Perspektive“. Denn schließlich bröckele gerade auch die CDU, die bei der Bundestagswahl 2017 noch das Mandat geholt hatte. Aber falls, nur falls es dieses Mal für Maiwald nicht klappen sollte, dann will er eben nächstes Mal aufsteigen.

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