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Frankfurter Familiennetzwerk im Stadtteil für Preis nominiert

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Von: Steven Micksch

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Der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Frankfurt, Stefan Schäfer, mit den Leiterinnen Sabine Neumann (M.) und Dorothee Reinhardt im Mukiva, einer der Familiennetzwerk-Anlaufstellen in Bornheim.
Der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Frankfurt, Stefan Schäfer, mit den Leiterinnen Sabine Neumann (M.) und Dorothee Reinhardt im Mukiva, einer der Familiennetzwerk-Anlaufstellen in Bornheim. © Renate Hoyer

Das Frankfurter Projekt „Familiennetzwerk im Stadtteil“ könnte zum besten „Lokalen Bündnis für frühe Bildung 2022“ werden. Auch ohne die Auszeichnung ist bereits die Ausweitung in andere Stadtteile geplant.

Das Frankfurter Projekt „Familiennetzwerk im Stadtteil“ steht im Finale um den Deutschen Kita-Preis 2022. Nominiert ist es mit neun weiteren Projekten in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung“. Insgesamt hatten sich 88 Initiativen für diese Kategorie beworben. Das Frankfurter Projekt konnte in den drei Phasen (Bewerbung, Telefoninterviews, mehrtägige digitale Besuche mit Workshops) bisher mit seinen niedrigschwelligen Angeboten und passgenauen Hilfen überzeugen, erläutert die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, die den Preis verleiht.

Der Finaleinzug bestätigt die Einschätzung des Kinderschutzbund-Bezirksverbands Frankfurt sowie der anderen Träger und Kooperationspartner. „Wir haben uns auch beworben, weil wir von unserem Konzept überzeugt sind“, sagt Stefan Schäfer, Geschäftsführer des Kinderschutzbunds, am Dienstag in einem Pressegespräch. Allerdings könne das Projekt auch als Blaupause für andere Städte dienen. „So etwas lässt sich auch in Dortmund oder München etablieren, wenn man die spezifischen Gegebenheiten vor Ort beachtet.“ Mit der Nominierung sei das Familiennetzwerk jetzt besser sichtbar und werde bekannter.

Das Familiennetzwerk begann vor fast zehn Jahren am Frankfurter Berg. Mittlerweile gibt es die Angebote in 13 Stadtteilen, der neueste ist Bornheim. Ein großer inhaltlicher Schwerpunkt sind die offenen Treffs, die dreimal pro Woche angeboten werden. Dabei werden Kooperationspartner in den Stadtteilen gesucht, die dort bereits gut verwurzelt sind. Außerdem sollen die Willkommenskultur und Familienfreundlichkeit in den Stadtteilen gefördert und Familien frühzeitig über Angebote des Bündnisses informiert werden.

In den offenen Treffs für Eltern mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren sollen die Kleinen miteinander spielen und die Großen ins Gespräch kommen. Vor Ort erfahren sie, welche Angebote es im Stadtteil gibt, wo sie Hilfe bekommen, aber sie erhalten auch direkt Informationen, Beratung oder Unterstützung. Es gehe darum, Probleme zu erkennen, bevor sie entstehen. Auch das Kennenlernen anderer Familien sei essenziell.

Kontakt

Die Familiennetzwerke gibt es in folgenden Quartieren: Riedberg, Heddernheim/Nordweststadt, Praunheim, Rödelheim, Nied, Schwanheim, Bahnhofsviertel, Frankfurter Berg, Bergen-Enkheim, Fechenheim-Nord, Bornheim, Ostend und Oberrad.

Alle bieten kostenlose und offen zugängliche Familienbildungsangebote und informieren über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten im Stadtteil.

Infos online unter bit.ly/netzwerkffm oder per Telefon: 069/97 09 01 10. mic

Damit die Bürgerinnen und Bürger auf das Angebot aufmerksam werden, erhalten sie einen Brief der Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne), die den Familien gratuliert und sie einlädt. Wer dann Interesse hat, kann sich melden oder spontan bei den Treffs vorbeikommen. „Mir gefällt dieser am gelebten Sozialraum orientierte Ansatz“, sagt Voitl. Man gehe raus und bringe die Hilfen da hin, wo sie gebraucht würden. Auch Stigmatisierungen würden verhindert, weil man nicht zu einer Behörde muss, sondern sich bei den Projektpartnern unverbindlich informieren kann. „Es geht um den Kontakt“, sagt Voitl. „Die Hilfe kommt eher nebenbei.“

Sieger erhält 25 000 Euro

Auch in der Pandemie sei das Konzept des Familiennetzwerks eine wertvolle Unterstützung, berichtet Angebotsleiterin Kerstin Lehr. Die Initiative sei immer vor Ort gewesen und habe ihre Angebote angepasst. Etwa hin zu Einzelgesprächen oder dem „Walk and Talk“ im Freien.

Der Kinderschutzbund möchte das Angebot gerne auf weitere Stadtteile ausweiten. Seckbach ist ein bevorzugtes Ziel, aber auch andere Quartiere stehen im Fokus. Gerade führe man Gespräche mit möglichen Partnern oder suche Räume.

Ob es beim Deutschen Kita-Preis für den großen Wurf reicht, entscheidet sich Anfang Mai, wenn die 18-köpfige Jury zusammenkommt und die besten fünf Projekte in jeder Kategorie wählt. Die Sieger erhalten 25 000 Euro, die vier dahinter Platzierten je 10 000 Euro. Die Preisverleihung ist für Mitte Mai in Berlin geplant. In der Kategorie „Kita des Jahres“ ist ebenfalls eine hessische Vertreterin nominiert: die AWO-Kita Rödgen in Gießen.

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