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Die Europäische Schule braucht mehr Platz.

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Frankfurter Ernst-Reuter-Schule im Widerstand

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Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass die Europäische Schule am Standort in der Nordweststadt erweitert werden könnte. Die benachbarte Ernst-Reuter-Schule will dafür aber keine Flächen abgeben.

Die Ernst-Reuter-Schule will sich wehren. Sie will sich keine Flächen von ihrem Gelände in der Nordweststadt wegnehmen lassen. „Das werden wir nicht hinnehmen. Nicht ohne Widerstand“, sagt Gerhard Schneider, Leiter der Ernst-Reuter-Schule II. „Das würde auf unsere Kosten gehen und unser Schulprogramm und unsere Pläne zunichte machen.“ Im Kollegium wird deshalb gerade eine Resolution aufgesetzt.

Der Ärger ist aufgekommen, weil eine Machbarkeitsstudie des Amts für Bau und Immobilien gezeigt hat, dass die Europäische Schule an ihrem Standort neben der Ernst-Reuter-Schule wachsen kann. Die ERS müsste danach eine Fläche an die Europäische Schule (ESF) abtreten. Seit Jahren sucht die Stadt nach einem größeren Standort für die ESF. Zuletzt scheiterte die Idee, auf den „Mainwasen“ zu bauen.

Alternativen zur Erweiterung am Standort sieht Baudezernent Jan Schneider (CDU) kaum. Es werde zwar auch über andere Grundstücke nachgedacht, sagt er. „Aber keines ist planungsrechtlich so weit.“ Heißt: Es würde lange dauern, bis gebaut werden könnte.

Nach der Studie würde das Gelände neu zugeschnitten. Wo Turnhallen und Schwimmbad der ERS liegen, könnte sich die Europäische Schule ausweiten. Dafür würde die ERS die „Hundewiese“ für Sportplätze zugeschlagen bekommen, Turnhallen und Schwimmbad kämen in den Norden des Geländes. Dort befindet sich laut Schneider viel „schlecht nutzbare Restfläche“. Durch eine Neuordnung könne sie zweckdienlicher werden. Insgesamt käme die ERS auf genauso viele Quadratmeter wie vorher. Doch statt 20 000 gäbe es nur 1300 Quadratmeter „schlecht nutzbare Fläche“.

Begegnungscafé  geplant

Für Schulleiter Schneider ist die „schlecht nutzbare Fläche“ sehr wohl wertvoll. „Dort soll ein Begegnungscafé für den Stadtteil entstehen“, sagt er. Und wo derzeit die Sporthallen stehen, sind auf der Restfläche Tiere und Beete. „Unsere inklusiv beschulten Kinder sind dort viel beschäftigt.“

Für den Schulleiter ist alles ein Déjà-vu. Schon zweimal musste die ERS Flächen an die Nachbarn abgeben. Die integrierte Gesamtschule und die Oberstufe warten dagegen seit Jahren auf eine Sanierung. „Seit 20 Jahren ist uns viel versprochen worden, aber nichts ist passiert“, sagt Schneider. 2016 begann dann die Planungsphase null, die der Sanierung vorgeschaltet ist: Schule, Ämter und Akteure aus dem Stadtteil sammeln Bedarf und Wünsche für eine Neuordnung. Eine Arbeit, die der Leiter nun zunichte gemacht sieht.

Der Dezernent verspricht aber, dass „alle Belange berücksichtigt und die Ergebnisse der Planungsphase als Grundlage genommen werden“. Er möchte nun einen städtebaulichen Wettbewerb ausloben. Die Koalition ist sich dabei einig, dass alle Schulen am Standort in der Nordweststadt abgebildet werden: Eine entsprechende Vereinbarung sei bei der Klausur der Koalition in Bad Nauheim getroffen worden, sagt Schneider.

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