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Das war’s dann. Nasser Abgang auf der Berger Straße. Foto: Michael Schick
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Das war’s dann. Nasser Abgang auf der Berger Straße.

Fußball-EM Public Viewing

Frankfurter EM-Stimmung fällt ins Wasser

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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In der City sind die Kneipen halbvoll, als Jogis Jungs gegen England die Segel streichen. Die Dramen spielen sich anderswo ab.

Geh raus auf die Straße! Fang mal die EM-Stimmung ein! Zeichne ein atmosphärisches Bild dessen, was der Fußball den Menschen in diesen bewegten Zeiten schenkt! Mit so einem Auftrag haben schon viele preisgekrönte Reportagen begonnen. Es sei denn, es fallen wenig Tore und viele, viele Regentropfen.

Aber der Reihe nach. England gegen Deutschland. Klassiker. Den Anfang des Spiels schauen wir im Struwwelpeter-Museum in der Altstadt am Rande einer tollen Veranstaltung rund um die Werke des legendären Eintracht-Zeichners Michael Apitz. Davon wird morgen noch zu lesen sein.

Da war noch Hoffnung im Sommergarten bei Dünker.

Jetzt aber erst mal die EM. Macht hin. Spielt mal ein bisschen schneller heute. Wir haben keine Zeit. Bitte keine Verlängerung oder ähnliche Sperenzchen. Und schon gar kein Elfmeterschießen, sonst schaffen wir hier den Redaktionsschluss nicht. Ja, schon klar, Germanen und Angelsachsen schätzen traditionell den späten Showdown aus elf Metern – die Hiesigen vielleicht noch ein bisschen mehr als die von der abtrünnigen Insel. Obwohl es denen drüben eigentlich egal sein könnte. Die trinken ihr Bier doch sowieso lauwarm.

Zehn Minuten rum. Das Bild ruckelt ein wenig. Sieht aus wie 1972. Kein schlechtes Omen. Aber auf Dauer hat das so keinen Sinn. Die Stimmung auf der Straße muss auf der Straße eingefangen werden. Auf der Straße regnet es allerdings. Stark. Die Public Viewings vom Portugal-Spiel unter freiem Himmel – wo sind sie hin? Weg. Tote Hose. Im Garten vom Helium am Stoltze-Platz wäre noch was unterm Schirm frei. Aber ohne Blick auf den Fernseher. Fast wie beim Portugal-Spiel. In der Sandhof-Passage sitzt ein Mann vor dem Kiosk („Gehört meinem Kuseng, ich bin hier nur Aufpasser“) und verfolgt das Spiel auf dem Handy. Wie steht’s? „Nullnull.“ Wie geht’s aus? „Zwonull für England. Die Deutschen sind grad nur defensiv.“

Platzende Träume im Schöneberger.

Die EM-Stimmung in den umliegenden Gaststätten drückt ähnliche Gefühle aus. Drinnen wird in Ruhe zu Abend gegessen, draußen schüttet es wie normalerweise nur in England.

Wie ist eigentlich die EM-Stimmung in der U-Bahn? Angespannt. „Bei unserer Nachbarin ist der Keller vollgelaufen“, sagt ein Mädchen zu seiner Freundin. „Bei meinem Opa auch. Und die Feuerwehr ist nicht ans Telefon gegangen.“ Das sind Dramen. Was ist dagegen schon das 1:0 für England an der U-Bahnstation Holzhausenstraße? Oh, die U-Bahn fährt ja zufällig genau in Richtung zu Hause. Und trocken ist es da drin auch. Da steigt man doch gern ein. Am Dornbusch, zurück an der Erdoberfläche, sieht man die Leute aus der „Plauder-Stubb“ heraustrotten. Aus der Fritz-Tarnow-Straße biegt ein uraltes Feuerwehrauto mit Tatütata auf die Eschersheimer. „Jetzt kommen die!“, sagt eines der Mädchen. Alles zu spät. 2:0 – Spiel, Platsch und Sieg für England und den Starkregen.

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