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Frankfurter Digitaldezernentin Eileen O’Sullivan: Personal für Digitalisierung fehlt

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Von: Sandra Busch

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O’Sullivan will das IT-Amt besser ausstatten.
O’Sullivan will das IT-Amt besser ausstatten. rolf oeser © Rolf Oeser

Digitaldezernentin Eileen O’Sullivan (Volt) ist seit einem Jahr im Amt und fordert mehr Ressourcen.

Für Eileen O’Sullivan (Volt) ist er „ein bisschen ein Ärgernis“. Dieser Bürgerentscheid zu Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am 6. November. Denn die Dezernentin für Digitalisierung, Bürger:innenservice, Teilhabe und EU-Angelegenheiten ist eben auch zuständig für Wahlen. Und für den Bürgerentscheid „sind unfassbar viele Menschen gebunden“, sagt sie. „Das macht uns ein bisschen einen Strich durch die Rechnung für alles, was wir geplant haben.“ Denn für die Organisation des Bürgerentscheids müssten viele Ressourcen aufgebracht werden. Ressourcen, die sie woanders gut gebrauchen könnte. Zum Beispiel, um geschlossene Bürgerämter wie in Fechenheim wieder an den Start zu bekommen.

Stabsstellen gehen an Start

Ein Jahr ist O’Sullivan nun im Amt. „Es ging viel ums Verstehen und Verwalten in den vergangenen zwölf Monaten“, sagt sie am Dienstagnachmittag, als sie Bilanz ihres ersten Amtsjahres zieht. „Das hat auch manchmal frustriert.“ Doch nun freue sie sich darauf, „endlich handlungsfähig zu werden“. Mit den beiden neuen Stabsstellen, die am 1. Oktober an den Start gehen, etwa. Zum einen der für Bürger:innenbeteiligung, durch die Beteiligungsformate entwickelt und etabliert werden sollen in der Stadt. „Wir wollen ein offenes Frankfurt anbieten, das auch mitgestaltet werden kann“, sagt O’Sullivan. Und dann gibt es auch ab Oktober die Koordinierungsstelle EU-Angelegenheiten, mit der „ein Frankfurt kreiert werden soll, in dem man sich als Teil eines solidarischen Europas sieht“.

Ein wichtiges Ziel ihrer Arbeit ist vor allem die Digitalisierung der Verwaltung. Ein Problem: Die IT ist in der Stadt dezentral organisiert. Es gibt zwar das Amt für Informations- und Kommunikationstechnik, aber es gibt auch in den anderen städtischen Ämter IT-Einheiten. So wurde die IT damals in den 90er Jahren aufgestellt, „doch das war ein Fehler“, sagt O’Sullivan. Denn durch die Dezentralisierung der IT gebe es beispielsweise zahlreiche Doppellizenzen in der Stadt. „Das müssen wir jetzt wieder einsammeln und zentralisieren.“ Der gesamte Magistrat der Stadt müsse mitmachen. „Sonst sind wir handlungsunfähig.“

Das IT-Amt müsse agil gemacht werden, sagt O’Sullivan. Es habe derzeit weder die Aufgabe noch die Kapazitäten, Prozesse zu verbessern. „Es gibt nicht die richtige Ausstattung und zu wenig Personal“, sagt O’Sullivan. „Die Haushaltsgespräche 2023 werden uns ein Signal geben, ob wir bereit sind, die Ressourcen auszugeben oder nicht.“

Beim Bürger:innenservice schreitet die Digitalisierung voran. Bürgermonitore und die elektronische Verfahrensakte wurden eingeführt. Wer etwa einen neuen Personalausweis braucht, muss zwar zum Bürgeramt, aber dort wird alles am Monitor erledigt. Daten checken, Unterschrift abgeben. „Es muss kein Wisch mehr ausgedruckt werden, der dann wieder eingescannt werden muss“, sagt O’Sullivan. Der Prozess sei nun durchdigitalisiert. „Das spart Zeit und Papier.“ Auch soll Anfang 2023 ein neues Online-Terminsystem an den Start gehen. Die Handhabung sei einfacher und „es können längerfristige Termine eingespeist werden“, sagt die Dezernentin – so dass nicht mehr nur acht Tage vorher ein Termin gebucht werden kann.

Smart City Frankfurt

Auch Frankfurt als Smart City wurde inzwischen weiterentwickelt. Eine urbane Datenplattform soll im Herbst online gehen. Darauf finden Bürgerinnen und Bürger offene städtische Daten, etwa zum Verkehrsfluss oder zu E-Ladesäulen. Sie können unterschiedlich dargestellt und ausgewertet werden. „Davon können Bürgerinnen und Bürger profitieren, in Barcelona geht zum Beispiel eine Community ganz kreativ mit den Daten um und schafft Anwendungen“, sagt O’Sullivan. „Aber es soll auch Transparenz über die Daten der Stadt geschaffen werden.“

Durch smartes Wassermanagement mit Datenerhebung und Evaluation soll unter anderem die Wasserqualität verbessert werden, das Projekt beginnt im September. Zudem soll es Zugang in die Bücherei auch außerhalb der Öffnungszeiten geben.

Auch werden seit kurzem Straßenschäden automatisiert erfasst, etwa durch die Wagen der FES. „Sie fahren ohnehin den ganzen Tag durch die Gegend und nehmen mit der Kamera auf“, sagt O’Sullivan. „So kann man schneller den Zustand der Straße nachvollziehen und verbessern.“

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