Sylvia Weber ist seit 2016 Dezernentin für Integration und Bildung.  
+
Sylvia Weber ist seit 2016 Dezernentin für Integration und Bildung.  

Interview

Frankfurter Dezernentin Sylvia Weber: „Man kann die Schulen nicht herbeizaubern“

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
    schließen

Bildungsdezernentin Sylvia Weber hat den Bedarf für elf weitere Schulen im aktualisierten Schulentwicklungsplan dargelegt. Doch es ist nicht immer einfach, den Plan umzusetzen.

Elf neue Schulen will die Stadt Frankfurt bis zum Schuljahr 2024/2025 eröffnen. Acht Grundschulen, ein Gymnasium, eine integrierte Gesamtschule und eine kooperative Gesamtschule. Das geht aus der Aktualisierung des Schulentwicklungsplans hervor, den der Magistrat jetzt beschlossen hat. Denn die Zahl der Schülerinnen und Schüler in der Stadt steigt weiter an, immer mehr Schulplätze werden gebraucht. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hat den Schulentwicklungsplan erarbeitet und spricht über die Schwierigkeit, den Plan auch umzusetzen.

Frau Weber, welche Schule macht denn nun nächstes Schuljahr auf?
Wir werden zum nächsten Schuljahr keine neue Schule aus dem aktuell vorliegenden integrierten Schulentwicklungsplan eröffnen können, dazu ist der Vorlauf zu kurz. Als nächstes wird vermutlich ein vorübergehender, vielleicht auch ein endgültiger Standort im Norden für die Johanna-Tesch-Schule fertiggestellt, die vergangenes Jahr in Bockenheim eröffnet hat. Und ein neuer Standort für die IGS 15, die derzeit in einer Containeranlage in Höchst angesiedelt ist.

Aber das sind Schulen, die es bereits gibt. Nun hat dieses Schuljahr keine Schule aufgemacht, nächstes wird es voraussichtlich auch keine neue geben. Ist es doch nicht so dringend, Schulplätze zu schaffen?
Es ist dringend. Aber man kann die Schulen nicht herbeizaubern. Ich kann nicht mehr tun, als Aufträge an das Amt für Bau und Immobilien erteilen und konstruktiv bei der Suche nach Grundstücken und Liegenschaften unterstützen. Die Zuständigkeit, Grundstücke zu finden und Schulen zu bauen, liegt bei Stadtrat Jan Schneider (CDU). Ich habe meine Aufgabe gemacht und den Bedarf aufgezeigt.

Jetzt haben Sie den Bedarf für elf weitere Schulen festgestellt. Wie viele, glauben Sie, werden 2024 tatsächlich eröffnet sein?
Dazu kann ich noch keine definitive Aussage machen. Das hängt davon ab, wie schnell wir an Grundstücke für die Schulen herankommen. In den Neubaugebieten wie etwa Bonames-Ost und Rebstock hängt es auch von der Entwicklung des Neubaugebiets insgesamt ab, wann wir anfangen können. Wir wollen natürlich so schnell wie möglich beginnen, in Neubaugebieten am besten als erstes mit der Schule, damit sie am Start ist, wenn die ersten Bewohner einziehen. Das ist aber zeitlich schwer abzusehen. Ich habe jetzt mit der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans den Bedarf dargelegt und gesagt, was wir brauchen und wann wir es brauchen.

Die älteren Pläne sind noch gar nicht abgearbeitet. Zwei Gymnasien hätten zum Beispiel schon längst eröffnet werden sollen.
Für das Gymnasium Mitte-Nord haben Bau- und Liegenschaftsdezernent Schneider und ich intensive Verhandlungen über einen Standort geführt. Aber der Eigentümer hat sich anderweitig entschieden. Jetzt müssen wir wieder von vorne anfangen. Herr Schneider ist auch seit vergangenem Sommer von uns beauftragt, in einer stadtweiten Ausschreibung nach Grundstücken für Schulen zu suchen. Das haben wir 2016 schon einmal gemacht. Die Angebote, die damals eingegangen sind, waren nicht geeignet für den Schulbau. Aber wir haben durch diese Markterkundung nachgewiesen, dass es keine Angebote gibt. So konnten wir dann ohne weitere Ausschreibung verhandeln.

Es wurden in den vergangenen Jahren Gymnasien, Grundschulen und Gesamtschulen gegründet. Nie eine Realschule. Gibt es da keine Nachfrage?
Die Anwahl der Realschulen ist relativ stabil. Sie haben in den fünften Klassen Kapazitäten frei, die allerdings in der siebten Klasse mit querversetzten Schülerinnen und Schülern aufgefüllt werden. Aber natürlich brauchen wir auch Realschulkapazitäten. Diese werden durch eine neue kooperative Gesamtschule abgebildet, die einen Realschulzweig mit zwei Zügen hat. Außerdem werden die Walter-Kolb- und die Fürstenbergerschule erweitert. Und die integrierten Gesamtschulen nehmen ja auch Realschülerinnen und -schüler auf.

Interview: Sandra Busch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare