+
Die Skyliners wünschen sich eine größere und modernere Halle.

Interview

Frankfurter Dezernent: „Der Kampf um Flächen wird immer härter“

  • schließen

Sportdezernent Markus Frank spricht über die Chancen, den Bau der Multifunktionshalle am Kaiserlei zu verwirklichen.

Der Bau einer Halle für 12 000 Zuschauer im Grenzgebiet zwischen Frankfurt und Offenbach wird im Römer wieder infrage gestellt. Alternativ könnte auf dem Gelände die neue Europäische Schule entstehen, heißt es von Teilen der Koalition. Im FR-Interview gibt sich Sportdezernent Marks Frank (CDU) zuversichtlich, dass die Basketballer der Skyliners und die Eishockeyspieler der Löwen bald am Kaiserlei spielen.

Herr Frank, seit mehr als zehn Jahren diskutiert man in Frankfurt über den Bau einer Multifunktionsarena. Nun wird das Projekt innerhalb der Römer-Koalition wieder infrage gestellt. Glauben Sie noch daran, dass diese Halle gebaut wird?
Ja. Die Halle wurde schon mehrfach infrage gestellt, wir hatten schon viele Hürden zu überwinden. Schwierig war etwa, als es bei unseren Kollegen in Offenbach Zweifel an dem Projekt gab. Am Ende haben sich aber immer unsere guten Argumente durchgesetzt. Diese Halle ist eine große Chance für Frankfurt und für die Region und auch für unsere Sportmannschaften.

Aber insbesondere die Grünen sind offenbar nicht überzeugt davon, dass das Geschäft mit dem Investor Lagardère gut für Frankfurt ist. Droht der Bau der Halle daran zu scheitern?
Das glaube ich nicht. Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass es diese Halle geben soll. Und die Konditionen sind sogar besser als gedacht. Im Koalitionsvertrag hieß es, wir stellen dem Investor das Grundstück kostenlos zur Verfügung, tatsächlich wird er eine Erbpacht bezahlen. Richtig ist aber, dass der Investor erwartet, ein Bürgschaftsprogramm des Landes nutzen zu können. Eine solche Bürgschaft müssten wir als Stadt Frankfurt absichern. Deshalb entstanden in der Koalition Rückfragen. Über die Bedingungen werden wir jetzt diskutieren.

Gleichzeitig sucht die Stadt Frankfurt unter großem Druck nach einer Fläche für die neue Europäische Schule. Können Sie verstehen, dass nun im Römer Stimmen laut werden, man könnte die Schule am Kaiserlei bauen?
Das Grundstück am Kaiserlei ist eine der ganz wenigen Flächen, die sich für eine Multifunktionshalle eignen. Die Schule kann man auch an einem Standort bauen, der nicht so gut verkehrlich angebunden ist.

Für die Multifunktionsarena gibt es also keinen anderen Ort? Zuletzt war immer mal wieder von einer Fläche in der Nähe des Flughafens die Rede.
Wir haben sehr viel Energie in die Untersuchung des Standorts Kaiserlei gesteckt, Albert Speer war unter anderem daran beteiligt, die Investoren sagen uns, dass sie das Gelände für geeignet halten. Und wir sind auf der Zielgerade der Verhandlungen. Die mögen schwierig sein, aber es wäre fatal für das Projekt, jetzt die Karten wieder neu zu mischen und mit den zeitintensiven Gesprächen von vorne zu beginnen.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber hat in der FR darauf hingewiesen, das Grundstück am Kaiserlei sei dem Bund und der Europäischen Zentralbank bereits vor Jahren als Standort für die neue Europäische Schule vorgeschlagen worden. Wissen Sie davon?
Ja, aber erst viel später, weil es bedauernswerter Weise dazu aber keine Abstimmung und keinen Magistratsbeschluss gab. Im Gegenteil: Es gibt die Festschreibung im Koalitionsvertrag der aktuellen Römer-Koalition, dort die Halle zu bauen, und im Laufe des aktuellen Ausschreibungsverfahrens zur Multifunktionshalle wurde dieser Beschluss nie infrage gestellt.

Man hat den Eindruck, dass der ganz große politische Wille, diese Halle zu bauen, im Römer nicht vorhanden ist. Wenn es eine Handball-WM in Deutschland gibt und wieder kein Spiel in Frankfurt ausgetragen wird, kommt man mal darauf zu sprechen, aber sobald es andere Möglichkeiten gibt, das Gelände zu nutzen, werden die Pläne auch schon wieder infrage gestellt. Empfinden Sie die Debatte ähnlich?
In der Bevölkerung und natürlich bei den Vereinen gibt es schon den Wunsch, so eine Halle zu bauen. Aber im politischen Alltag sieht man halt, dass der Kampf um Flächen immer härter wird.

Haben Sie Sorge, dass vor allem die Skyliners Probleme bekommen, wenn sich der Baubeginn verzögert und sie weiterhin in der Ballsporthalle spielen müssen, die Bundesliga-Standards kaum genügt?
Für unsere Vereine ist die Situation sehr schwierig. Wir sollten uns zum Beispiel daran erinnern, dass die Skyliners vor 20 Jahren aus Bad Honnef nach Frankfurt kamen, weil ihnen dort die Halle zu klein geworden war. Es wäre fatal, wenn sich Geschichte wiederholen würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare