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Die schweizerisch-kubanische Coproduktion „Insumisas“ läuft am 4., 9. und 10. Oktober im Filmforum Höchst.

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Höchst: Film-Festival muss auf Stars verzichten

  • vonKathrin Becker
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Das 25. „Cuba im Film“ des Filmforums Höchst kann sein Jubiläum nur klein feiern - aber es findet statt.

Kuba im November 1871: Einige Medizinstudenten werden wegen ungerechtfertigter Anschuldigungen durch die spanische Krone inhaftiert. 16 Jahre lang versucht ein Freund der Opfer vergeblich, ihre Unschuld zu beweisen, bis ihn ein neuer Hinweis näher an die Wahrheit bringt. Davon handelt der 121-minütige Film „Inocencia“ des kubanischen Regisseurs Alejandro Gil Álvarez, der vom 1. Oktober an auf dem diesjährigen Festival „Cuba im Film“ im Filmforum Höchst in Frankfurt zu sehen sein wird.

Die Idee, dem deutschen Publikum einen Eindruck vom Leben und der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Kuba durch das Medium Film zu vermitteln, sei im Jahr 1996 entstanden, berichtet Klaus-Peter Roth von Filmforum Höchst, der von Anfang an mit dabei war. Zunächst zeigte das Kino ein Programm aus in Deutschland verfügbaren Klassikern, wie der auch im Ausland populäre „Erdbeer und Schokolade“ des Regisseurs Tomás Gutiérrez Alea aus den 1990er Jahren. „Mit den Jahren haben wir auch Kontakt zu den kubanischen Filmemachern und dem kubanischen Filminstitut ICAIC bekommen“, sagt Roth. Nun zeigt das von der Volkshochschule Frankfurt getragene Kino, in Kooperation mit dem Dritte-Welt-Haus Frankfurt, bereits zum 25. Mal Klassiker und Neuheiten des kubanischen Kinos auf der großen Leinwand.

Das Festival

„Cuba im Film – festival de cine cubano“, läuft vom 1. bis zum 11. Oktober im Filmforum Frankfurt-Höchst, Emmerich-Josef-Straße 46a. Reservierungen ausschließlich per E-Mail an klaus-peter.roth.vhs@stadt-frankfurt.de, Restkarten an der Abendkasse.

Ausführliche Informationen zum Programm und den Terminen gibt es unter www.cubafilm.de. prkb

Vieles ist anders in diesem Jahr: „Es kann nicht so fulminant sein, wie wir es geplant haben“, sagt Roth. Schauspielerinnen und Filmemacher aus Kuba werden in diesem Jahr, anders als sonst, nicht persönlich anwesend sein, und das übliche Rahmenprogramm muss coronabedingt ausfallen, abgesehen von einer Diskussion über das kubanische Gesundheitssystem in Zeiten von Corona im Saalbau Gallus am 3. Oktober um 15.30 Uhr.

Eine Absage des Festivals oder eine Verlagerung in die Online-Welt kam für Veranstalter Roth allerdings nicht infrage: „Wir sagen, Filme müssen im Kino gesehen werden. Das war immer das Credo des Filmforums Höchst“, bekräftigt er. Freunde des kubanischen Kinos können sich also auch in diesem Jahr auf Livevorstellungen ausgewählter Filme freuen. Mit dabei: Klassiker aus den 1960er Jahren wie der Spielfilm „Lucia“ von Humberto Solás und Neues von Kubas bekanntesten Regisseuren wie das auf einer wahren Begebenheit beruhende Drama „Insumisas“ von Fernando Perez. Gesellschaftskritische Aufarbeitungen der kubanischen Geschichte und Gegenwart seien typisch, sagt Roth. „Der kubanische Film hat die Entwicklung der Gesellschaft immer kritisch begleitet.“

Für das Filmfestival haben die Organisatoren einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So bietet der Kinosaal des Filmforums unter Einhaltung der Mindestabstände aktuell nur für 24 Personen Platz. Masken sind bis zum Sitz zu tragen, können dann aber abgesetzt werden. Um die Filme trotz der Einschränkungen mehr Menschen zugänglich zu machen, ist das Festival um einen Tag verlängert worden.

Die aktuellen Werke aus Kuba, darunter der Film von Alejandro Gil Álvarez, die Produktionen „Nido de Mantis“ von Arturo Sotto Diàz und „Club de Jazz“ von Esteban Insausti, laufen über die elf Tage verteilt insgesamt jeweils dreimal. Tickets sind zwar an der Abendkasse verfügbar, es wird allerdings wegen der wenigen Plätze seitens der Veranstalter empfohlen zu reservieren.

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