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Auf der Frankfurter Zeil werden nicht oft Getränke gereicht, beim City-Triathlon schon.

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Frankfurter City-Triathlon führt durchs Einkaufszentrum

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Der Wettbewerb bleibt kurvenreich, wird aber immer internationaler.

Der Moderator an der Hauptwache hat so einige Grußbotschaften drauf. Auf Niederländisch, Englisch und Spanisch begrüßt er die Läuferinnen und Läufer, die das Ziel im Schatten der Frankfurter Katharinenkirche erreichen. Der Frankfurter City-Triathlon okkupiert an diesem Sonntag zum zehnten Mal die Frankfurter Innenstadt. Nicht immer konnten im Ziel so viele auswärtige Teilnehmer begrüßt werden. Denn für Athleten mit weiterer Anreise lohnt die Teilnahme nur für eine längere Strecke. Seit 2017 können die Triathleten auch die halbe Ironman-Distanz in Angriff nehmen. „Durch die Mitteldistanz wird es immer internationaler“, freut sich Organisatorin Annette Gasper.

Aber natürlich nehmen auch viele Einheimische an der Veranstaltung im Herzen Frankfurts teil. Vor der Börse steht Flo mit einem Megafon und feuert die Läufer an. „Es darf ruhig weh tun, das ist völlig okay“, schreit Flo in Richtung eines Läufers mit schmerzverzerrtem Gesicht. Aus den Boxen tönen die Red Hot Chili Peppers. Zwei junge Frauen schwenken Püschel und trillern in die Pfeife. Die Einpeitscher gehören zur Laufgruppe „We run Frankfurt“. Etwa 20 Mitglieder der Laufgruppe sind beim City-Triathlon am Start, aber angefeuert wird jeder.

Das Einkaufszentrum My Zeil hat an diesem Sonntagmorgen großen Zulauf. Doch die Leute bummeln nicht, sie wetzen in Laufklamotten durchs das Erdgeschoss. Die Idee, das Einkaufszentrum in den Streckenplan zu integrieren, wurde vor zwei Jahren eher aus der Not geboren, wie Organisatorin Gasper verrät: „Als dort die Baustelle war, konnte das My Zeil nicht passiert werden, da habe ich vorgeschlagen, doch einfach durchzulaufen.“ Das kommt bei den Teilnehmern gut an, nicht zuletzt, weil es auch dort fetzige Musik gibt.

Wasser zur Abkühlung.

Auch die Zahl der Zuschauer hat seit dem ersten Start deutlich zugenommen. Mehrere Tausend dürften es an diesem Sonntag sein. Doch es ist gar nicht so einfach, in dem Gewusel den Überblick zu behalten. Nicht nur, weil die Streckenführung sehr verschlungen ist, sondern auch weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich in vier verschiedenen Wettbewerben auf der Strecke sind: Jedermann, Sprint, Olympisch und Mittel. Dazu kommen die unterschiedlichen Altersklassen. Gar nicht so leicht, da durchzublicken, oder wie es der Moderator sagt: „Ich sehe eine ganze Menge sprachloser Zuschauer.“

Immerhin die Organisatoren behalten den Überblick. Auch das ist bei der Vielzahl der Wettbewerbe und rund 2400 Startern gar nicht so einfach und war nicht immer so, wie Gasper verrät. Bei der ersten Auflage 2010 hatten die Organisatoren schlicht vergessen anzumelden, dass sie mit ihren Orga-Fahrzeugen in den abgesperrten Bereich müssen. So kamen die Athleten in der Wechselzone nicht an ihre Beutel. Mittlerweile klappe fast alles bestens mit der Orga, versichert Gasper.

Doch nicht alle sind restlos zufrieden. Daniela Stiehl testet die neuen Liegen auf dem Goetheplatz. Auf dem ergonomischen Holzmöbel liegt die Wiesbadenerin recht bequem, aber nicht ganz freiwillig. Stiehl hat beste Sicht auf ihr Fahrrad, das zusammen mit einigen anderen Hundert auf einem eingezäunten Areal am Roßmarkt steht, aber ran kommt sich nicht an ihr Sportgerät. „Erst ab 14 Uhr, das ist schlecht gelöst.“ Im Ziel war sie bereits um Viertel vor elf.

Dafür scheint mit den Absperrungen alles zu klappen. Im VIP-Bereich am Ziel sitzt Jörg Bannach, der Leiter des Ordnungsamts und macht sich Notizen. Es laufe aber alles „unproblematisch“. Das mag mancher Autofahrer anders sehen, vor allem rund ums Mainufer bleibt es für die Autofahrer spannend. Dort ist neben dem ohnehin schon gesperrten Mainkai am Sonntag auch der Untermainkai und die Untermainbrücke gesperrt. Der ein oder andere Autofahrer flucht, weil er aus der Hofstraße kommend nicht Richtung Innenstadt gelangt. Die zehnte Auflage des Frankfurter City-Triathlons war am Sonntagabend schon Geschichte, die Sperrung des Mainkais bleibt mindestens noch bis 2020 bestehen.

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