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Frankfurter BUND fordert mehr Rücksicht aufs Wasser

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Von: Thomas Stillbauer

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Der Wasserlauf am vergangenen Wochenende: Symbolisch Wasser aus Frankfurt zurück in den Vogelsberg bringen.
Der Wasserlauf am vergangenen Wochenende: Symbolisch Wasser aus Frankfurt zurück in den Vogelsberg bringen. © Michael Schick

Umweltschützer äußern Kritik an der Bauleitplanung. Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg will den landesweiten Wassernotstand ausrufen lassen.

Wie steht es um die Wasserversorgung in Frankfurt und der Region? Die Frage drängt in Zeiten arger Trockenheit. Der Frankfurter BUND äußert dazu Bedenken erneut anhand eines Bebauungsplans. Und die Schutzgemeinschaft Vogelsberg kritisiert des hiesige Wassermanagement.

Nachdem der BUND zuletzt im Juni die Bauleitplanung für das Gelände des früheren Polizeipräsidiums bemängelt hatte, geht es ihm aktuell um das Industriegebiet Gwinnerstraße, Bebauungsplan 558. Wasserwirtschaftliche Belange seien darin nicht ausreichend berücksichtigt, beklagt der BUND-Kreisverband in seiner fachlichen Stellungnahme an den Magistrat. Auf der Basis der bisherigen Planung drohe Überschwemmungsgefahr durch Starkregen. Es fehlten Angaben zu Entsiegelungsmöglichkeiten und Versickerungszonen. Ebenso sei der Bedarf an Trink-, Brauch- und Löschwasser nicht dargelegt. Das Frankfurter Wasserkonzept empfehle doch die Einrichtung von Betriebswassersystemen. „Warum enthält der B-Plan dazu keine Festsetzung?“, fragt Rüdiger Hansen vom BUND-Vorstand.

In den zahlreichen Anmerkungen geht es zudem um drohende Wasserverluste im Rohrnetz durch Leckagen, fehlenden Schutz fürs Grundwasser, Niederschlagsmanagement, eine denkbare Schädigung des Seckbacher Rieds und genauere Festlegungen zur Fassaden- und Dachbegrünung. Angesichts der kritischen Lage bei der Trinkwasserversorgung erwartet der BUND, dass den Faktoren „in allen Bebauungsplänen“ Vorrang eingeräumt werde. Ähnliches hatte er zu den Plänen fürs alte Polizeipräsidium moniert. Die Stadt verwies darauf, dass die Pläne nicht endgültig seien; es bleibe Zeit, um Belange des Umwelt- und Wasserschutzes zu berücksichtigen.

„Mehr Eigenversorgung“

Derweil erneuert der Verein Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) seine Kritik an der Stadt. „Die Proteste gegen den Raubbau im Vogelsberg und die Trinkwasserverschwendung der Metropole lassen Frankfurt kalt“, heißt es in einer Mitteilung. Die Stadtregierung verweigere eine stärkere Eigenversorgung. Der stellvertretende SGV-Vorsitzende Sascha Spielberger fordert: „Vor dem Hintergrund der katastrophalen Dürreperioden und dem Ausbleiben von Nassjahren seit 2003 muss das Land Hessen endlich den Mut aufbringen, sofort und auf unbestimmte Zeit einen landesweiten Wassernotstand auszurufen.“ Dies zwinge Kommunen und Landesbehörden zum Handeln.

Völlig inakzeptabel nennt es der Verein, dass Frankfurt laut Wasserkonzept nicht in der Lage sei, sich zu mehr als zu 25 Prozent mit Wasser selbst zu versorgen. Der Magistrat reagiere „weiterhin stur und tatenlos auf die massiven Proteste der Bevölkerung“. Am Wochenende hatten Menschen beim „Vogelsberger Wasserlauf“ symbolisch Wasser aus Frankfurt zurück zur Niddaquelle getragen.

Wie der BUND geht die SGV davon aus, dass 50 Prozent Versorgungseigenanteil möglich wären. „Fortschrittliche Frankfurter Trinkwassersparprogramme“ seien in den 90er Jahren begonnen, dann aber „abgewürgt worden“. Damit, so die Vogelsberger, hätten viele Millionen Kubikmeter an Trinkwasser eingespart werden können.

Die Schutzgemeinschaft fordere die Frankfurter Politik „ultimativ auf, ohne Wenn und Aber endlich damit aufzuhören, die stärkere Eigenversorgung der Metropole zu blockieren“, sagt SGV-Vorsitzende Cécile Hahn.

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