Medizin

Frankfurter Bürgerhospital richtet Simulationszentrum ein

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Die Klinikbelegschaft des Bürgerhospitals und Clementine-Kinderhospitals kann künftig Notfälle und weitere Abläufe an speziellen Puppen üben. In der Neonatologie wurde dies bereits erfolgreich erprobt.

Das Bürgerhospital und das Clementine-Kinderhospital werden ein hauseigenes, interdisziplinäres Simulationszentrum für Medizin und Pflege in Frankfurt eröffnen. Dies kündigen die Krankenhäuser in einer Pressemitteilung an. Die Einrichtung wird in der Cronstettenstraße 15 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bürgerhospital in Betrieb gehen. Die Immobilie wurde bereits in der Vergangenheit von der Krankenhausverwaltung genutzt und wird nun entsprechend der künftigen Nutzung umgebaut und technisch ausgestattet. Die Inbetriebnahme des Simulationszentrums ist für Mitte 2023 geplant.

Bereits seit drei Jahren gibt es ein Pilotprojekt in der Neonatologie, bei dem regelmäßige Simulationstrainings in diesem speziellen Bereich durchgeführt werden. Unter anderem würden an einer Frühchenpuppe unterschiedliche Notfallsituationen simuliert, erklärt Sprecher Silvio Wagner auf FR-Nachfrage. Geschäftsführer Marcus Amberger sagt, „die Erfahrungen, die wir dabei gesammelt haben, haben uns dazu bewogen, die Möglichkeit eines Simulationszentrums für die gesamte Belegschaft in eigens dafür ausgestatteten Räumlichkeiten zu prüfen“. Diese Räume werden nun Realität. Unter anderem soll das etablierte Training der Neonatologie darin übergehen.

Für die anderen medizinischen Bereiche sollen dann Erwachsenenpuppen angeschafft werden, um daran Notfälle zu simulieren. Ergänzt wird dies durch medizinisches und technisches Trainingsequipment, wie Monitore, Defibrillator, Infusionspumpen oder Simulationssoftwareprogramme.

Finanzierbar wird das Projekt durch die Förderung der Dr.-Senckenbergische-Stiftung und der „Clementine-Kinderhospital – Dr. Christ’sche Stiftung“, die die technische und apparative Einrichtung des Simulationszentrums sowie einen Anteil an den jährlichen Betriebskosten mit zusammen rund 475 000 Euro fördern.

Zusätzlich dazu unterstützt die A.-Weitbrecht-Stiftung das Projekt mit 50 000 Euro. Als weiterer Unterstützer wurde zudem die Hans-und-Wolfgang-Schleussner-Stiftung gewonnen. „Durch die Startfinanzierung können wir das Projekt umsetzen und die ersten drei Jahre – natürlich auch mit eigenen Mitteln – betreiben. Für den langfristigen Betrieb werden wir dann weitere Förderer benötigen“, sagt Amberger.

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