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Frankfurter Buchmesse: Royale Eröffnung

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Von: Florian Leclerc

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König Felipe VI von Spanien (links) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Frankfurter Buchmesse. Arne Dedert/dpa
König Felipe VI von Spanien (links) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Frankfurter Buchmesse. © dpa

Der spanische König Felipe VI wirbt bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse für die Demokratie und das europäische Projekt.

Als Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die 74. Frankfurter Buchmesse um 18.30 Uhr mit dem traditionellen Hammerschlag eröffnet hatte, eilten die Ehrengäste, umringt von Sicherheitspersonal, sogleich aus dem Congress Center der Messe Frankfurt hinaus.

Für den spanischen König Felipe VI und Königin Letizia ist die Station in Frankfurt der Abschluss des Staatsbesuchs in Deutschland, der sie heute noch zur Europäischen Zentralbank führen wird.

Felipe VI würdigt Paulskirche und Goethe

Auf der Bühne würdigte König Felipe VI den Weg, den Spanien seit der Franco-Diktatur hin zu Freiheit und zur Demokratie genommen hat. „Wir sind ein starkes und offenes Spanien, das sich den großen Herausforderungen der Welt stellt“, sagte er laut Simultanübersetzung aus dem Spanischen. Deutschland und Spanien bezeichnete er als „Freunde, vereint für unserer Engagement für das europäische Projekt“.

Lobend hob Felipe VI den Einzug der Nationalversammlung in die Frankfurter Paulskirche 1848 hervor. „Man muss nur das Monument von außen anschauen, um stolz zu sein auf den Mut der Deutschen und den kosmopolitischen Charakter der Stadt, sagte er. Auch für Goethe, der in Weimar „Das Leben ist ein Traum“ von Pedro Calderón de la Barca auf die Bühne gebracht hatte, fand er lobende Worte, wie für den Wirtschaftsstandort Frankfurt.

Steinmeier warnt vor „zur Feindschaft verführenden Schriften“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte die Buchmesse als „kulturelles, soziales und politisches Ereignis“, das über die Grenzen des Landes hinaus wirke. „Das Leseland Deutschland ist gespannt, wie die Welt in Spanien aussieht, welche Lebensformen probiert werden“, sagte er. Er freue sich auf den Stapel neuer spanischer Literatur, der in seinem Wintergarten auf ihn warte.

Es gebe aber nicht nur Bücher, die „uns die Welt und ihren Zustand kritisch sehen lassen, und uns den Unterschied zeigen zwischen der Welt, wie sie ist, und der Welt, wie sie sein sollte“, sagte er. Es gebe auch „schlimme, verlogene Bücher, zum Bösen, zur Feindschaft verführende Schriften. Kein Krieg ohne Pamphlete.“ Die Zerstörung von Bibliotheken und Verlagen in der Ukraine dürfe nicht nur empören, sondern müsse zur Unterstützung motivieren.

Der spanische Autor Antonio Muñoz Molina („Tage ohne Cecilia“) blickte auf den Gastland-Auftritt Spaniens vor 31 Jahren zurück, bei dem er schon dabei war. Damals habe eine „gedankenlose, utopische Zuversicht“ unter den meist männlichen Autoren geherrscht. Heute sei die spanische Literaturszene vielgestaltiger geworden. „Frauen nehmen den ihnen gebührenden Platz in den Verlagskatalogen ein.“ Menschen mit Zuwanderungserfahrung würden die spanische Literatur weiter bereichern.

Die Autorin Irene Vallejo („Papyrus: Die Geschichte der Welt in Büchern“) warb für das Übersetzen, das aus nationaler Literatur Weltliteratur machen könne. Manche Bücher hätten den „Schiffbruch“ im eigenen Land nur Dank einer Übersetzung im Ausland überlebt.

Die Frankfurter Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) sprach den protestierenden Menschen im Iran ihre Solidarität aus. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) würdigte die Soldatinnen und Soldaten in der Ukraine, die „für Frieden und Freiheit in ganz Europa“ kämpften.

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