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Frankfurter Buchmesse: Kein Ausschluss rechter Verlage

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Von: Florian Leclerc

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Dieser Stand sorgte für Ärger. Foto: Renate Hoyer
Dieser Stand sorgte für Ärger. © Renate Hoyer

Bei der Buchmesse 2021 sorgte die Anwesenheit eines neurechten Verlags für den Boykott zahlreiche Menschen. Auch diesmal pocht Buchmesse-Direktor Boos auf die Meinungsfreiheit.

In der Debatte über die Anwesenheit rechter Verlage auf der Frankfurter Buchmesse hat sich Direktor Juergen Boos erneut auf der Seite der Meinungsfreiheit positioniert. „Manche Stimmen gefallen uns, andere gefallen uns nicht, aber wir werden alles zulassen müssen, was durch den Rahmen des Gesetzes gedeckt ist“, sagte er auf Nachfrage bei der Vorstellung des Ehrengastlands Spanien auf der Frankfurter Buchmesse 2022, die vom 19. bis 23. Oktober stattfindet.

Die Buchmesse werde wieder Wert darauf legen, Minderheiten sichtbar zu machen und ihnen Raum für Debatten zu geben. Dies habe die Talkreihe „Streiterinnen“ in den vergangenen Jahren auch schon geleistet. Die Debatte um die Anwesenheit rechter Verlage halte er für zu eng gefasst.

Stadt führt Gespräche mit Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse müsse sich seit den 1950er-Jahren mit Extremist:innen jedweder Coleur auseinandersetzen. Ende der 1960er-Jahre sei der Studierendenprotest gegen das Establishment auch auf der Frankfurter Buchmesse ausgetragen worden. „Das Thema geht nicht weg“, sagte Boos.

Jasmina Kuhnke und weitere schwarze Autor:innen hatten die Buchmesse 2021 wegen der Anwesenheit eines neurechten Verlags boykottiert. Auf Einladung von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) stellte sich Juergen Boos Ende Januar der Diskussion mit dem Stadtverordneten im Kulturausschuss des Frankfurter Römers.

Die Forderungen der Stadtverordneten reichten von einer abseitigen Platzierung (Thomas Bäppler-Wolff, SPD) bis hin zum Ausschluss von rassistischen, völkischen, antisemitischen Verlagen (Jutta Ditfurth, Ökolinx). Boos hingegen sprach sich wiederholt für „Meinungsfreiheit und Vielfalt“ aus. Verfassungsfeindliche Inhalte würden angezeigt.

Vonseiten des Magistrats laufen Gespräche der Büros von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) und Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) mit der Buchmesse über den Umgang mit rechten Verlagen. Die Gespräche sind nach Angaben aus dem Kulturdezernat bisher zu keinem konkreten Ergebnis gekommen. Das Ziel sei allerdings, auch schwarzen Menschen das Gefühl zu geben, dass sie sich auf der Buchmesse sicher fühlen könnten, sagte Martin Müller, der Sprecher der Bürgermeisterin.

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