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Michael Apitz und die legendärischen Brüda auf der Zeichnung links im Bild.

Michael Apitz

Der Hofkarikaturist des Adlers

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Michael Apitz zeichnet Vergnügliches, ein Duo schreibt Kriminelles über die Eintracht. Die Zuhörer erfahren, warum ein Adler-Bild erst nach einem Jahr veröffentlicht werden konnte.

Michael Apitz kann ziemlich schnell zeichnen. Zu Beginn seines Sonntagsgesprächs am FR-Stand lässt der weithin bekannte Illustrator der Eintracht mal eben einen jubelnden DFB-Pokal auf einem Plakat entstehen, Adler-Fahne in der Hand, „Nur die SGE!“, ruft er. Michael Apitz kann aber auch ziemlich schnell und viel reden. Umso besser. Die Zuhörer hängen an seinen Lippen.

Da erzählt er etwa, dass eines seiner berühmtesten Bilder – der Adler hält diesmal den Pokal – nicht etwa 2018 entstand, sondern schon zum (verlorenen) Finale 2017. Da musste es erst mal zurück in den Schrank. Ein Jahr später aber konnte die Eintracht genau dieses Bild nach dem 3:1 gegen die Bayern „raushauen“, sagt Apitz, über die sozialen Kanäle: „Es erreichte eine Million Leute - nachts um 23 Uhr.“

Sein Neffe, der bei der Eintracht jobbte, stellte 2007 den Kontakt her – seither zeichnet Apitz herrliche SGE-Momente. Auf der Messe bewirbt er sein Buch „Adlerträger“ mit Texten von Badesalz-Komiker Henni Nachtsheim, die zweite Auflage: erweitert um Pokalsieg und Europa-Abenteuer. Es hat 60 Seiten mehr und viele neue Zeichnungen im Vergleich zum ersten Wurf von 2015.

Mit dabei: natürlich das Werk, das Kevin Prince Boateng und Ante Rebic am 20. Mai 2018 auf dem Römer-Balkon zeigt – die beiden „Brüda“. Ikonografisch nennt Apitz jenen Moment und Boatengs blaue Brille. Da schade es auch nicht, dass „der Prince“ nur eine Saison blieb. „Selbst wenn er nur eine Stunde dagewesen wäre, würden wir ihn nicht vergessen.“ Die Fans klatschen. Die Stimmung ist gelöst, die Eintracht hat am Freitag gewonnen – Adlerherz, was willst du mehr?

Was ihre emotionalsten Eintracht-Momente gewesen seien, werden Dana und Ulrich Müller-Braun am Samstagnachmittag am dicht von Fans umlagerten FR-Stand gefragt. „Die vorige Saison“, sagt die Tochter, die Saison mit den tollen Europa-Erlebnissen. Auch beim Papa spielt Europa eine große Rolle, allerdings das etwas ältere Europa: „Ganz klar der Uefa-Cup-Sieg 1980“, sagt er, „da lagen sich 18-, 19-Jährige heulend in den Armen.“ Gemeinsam haben Vater und Tochter nun einen Eintracht-Krimi geschrieben: „Das Auge des Adlers“ (ebenfalls Societäts-Verlag). Darin spielen sich vor genau einem Jahr schlimme Szenen ab: Sportredakteur Severin wird Zeuge zweier Morde in der Tiefgarage des Waldstadions, während Luka Jovic Fortuna Düsseldorf beim 7:1 fast allein zerlegt.

Warum ein Eintracht-Krimi? „Der Verlag hat gesagt, wir brauchen mal einen“, sagt Ulrich Müller-Braun launig. Wer mehr „Ballbesitz“ beim Schreiben gehabt habe? Die Taktik des Buchs hätten sie gemeinsam ersonnen, erzählen sie, beim Schreiben habe Tochter Dana, eigentlich Fantasy-Buchautorin, dann zwei Drittel Spielanteile gehabt. Und als „Ritterschlag“ empfanden beide, dass Jürgen Grabowski persönlich das Buch im Klappentext lobt: „Mit der Eintracht habe ich den einen oder anderen Krimi auf dem Rasen erlebt. Dieser hier ist zwar zum Lesen, aber genauso spannend.“

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