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Re:connect, das Motto der 73. Frankfurter Buchmesse, bei der etwa 125 000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden. Foto: Renate Hoyer
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Re:connect, das Motto der 73. Frankfurter Buchmesse, bei der etwa 125 000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden.

Leitmesse

Frankfurter Buchmesse 2021: Das große Wiedersehen

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die 73. Frankfurter Buchmesse steht unter dem Motto „Re:connect“. Bei der Bücherschau geht es auch wieder im die Meinungsfreiheit.

Zur internationalen Leitmesse für das Buch kommt die Branche von Mittwoch bis Sonntag auf der Frankfurter Buchmesse zusammen. Zugelassen sind 25 000 Besucherinnen und Besucher am Tag. Für sie gelten die 3G-Regeln. Erwartet wird etwa ein Drittel der Besucherinnen und Besucher im Vergleich zur Zeit vor Corona.

Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der die Buchmesse veranstaltet, gab sich zuversichtlich. In der Corona-Zeit habe die Buchbranche „den größten Stresstest ihrer Geschichte souverän überstanden“. Die Freude am Buch sei ungebrochen. 25 Prozent der Leserinnen und Leser griffen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie nun häufiger zum Buch.

Am deutlichsten zeige sich das bei den 10- bis 19-Jährigen (plus 34 Prozent) und den 20- bis 39-Jährigen (plus 32 Prozent). Das Buch weite den Horizont, der in der Corona-Zeit oft nur bis zur Haustür gereicht habe, sagte sie.

Service

Die Frankfurter Buchmesse ist für Fachbesucherinnen und Fachbesucher von Mittwoch, 20. Oktober, bis Sonntag, 24. Oktober, geöffnet. Ehrengastland ist Kanada. Für das allgemeine Publikum ist die Buchmesse von Freitag bis Sonntag zugänglich.

Etwa 2000 Aussteller aus 80 Ländern sind den Angaben zufolge auf dem Messegelände vertreten. Viele Verlage gruppieren sich an sogenannten Länderständen. Täglich sind 25 000 Besucherinnen und Besucher auf dem Messegelände zugelassen. Bücher werden an allen Tagen verkauft.

Die Verlage präsentieren sich in den Hallen 3, 4 und 6. Auf der Agora gibt es Essensstände und das „Frankfurt Studio“ mit hybriden Veranstaltungen. Auf der ARD-Bühne in der Festhalle finden Lesungen und Debatten statt.

Weitere Lesungen gibt es unter anderem beim städtischen Lesefest „Open Books“ sowie beim „Bookfest City“ der Buchmesse.

Tageskarten für die Buchmesse sind im Internet erhältlich auf www.buchmesse.de ab 19 Euro/ 10 Euro ermäßigt. fle

Um den Buchhandel sei es insgesamt recht gut bestellt. Der Umsatz liege im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres mit 0,7 Prozent leicht im Plus. Das liege vor allem am zunehmenden Onlineverkauf. Anders im stationären Handel, der mit einem Minus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu kämpfen habe. „Am Ende des Jahres werden wir beim stationären Buchhandel rote Zahlen sehen“, sagte sie voraus. Eine Buchhandlung wandele sich nur schwer zum Versandhandel.

Neben dem großen Wiedersehen stehe die Meinungsfreiheit wieder im Zentrum der Buchmesse, hob sie hervor. So würde über die Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit in Ländern wie Belarus, Afghanistan, China, Ungarn und Polen diskutiert. Sie setzte sich auch für die Kampagne „Fair Lesen“ ein. Darin fordern 185 Autorinnen und Autoren, Verlage und Buchhandlungen, dass neu erscheinende E-Books nicht sofort in Bibliotheken ausgeliehen werden dürften - ähnlich wie bei Kinofilmen, die erst nach einer gewissen Zeit im Free-TV zu sehen sind.

Debatte um rechte Verlage auf der Buchmesse

Der Deutsche Bibliotheksverband weist per Stellungnahme darauf hin, dass ein E-Book nur jeweils von einer Person ausgeliehen werden dürfe. Die Ausleihe sei strikt auf Kundinnen und Kunden von Bibliotheken begrenzt. Der Bundesrat diskutiert derzeit über ein entsprechendes Gesetz.

Buchmesse-Direktor Juergen Boos hob die Besonderheiten der 73. Frankfurter Buchmesse hervor, unter anderem die Maskenpflicht, die breiten Eingänge und Gänge, die Vermeidung von Gruppenbildung. Gesellschaftlich kontroverse Themen wie die Grenzen der Meinungsfreiheit oder Gendern würden im hybriden Format „Frankfurt Studio“ thematisiert. Boos bedauerte, dass die Autorin Jasmina Kuhnke ihren Auftritt auf der Buchmesse wegen der räumlichen Nähe zu rechten Verlagen abgesagt hat.

Die Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut, sagte er. Die Buchmesse bilde das gesamte Spektrum ab, „auch, wenn es uns nicht gefällt“. Kuhnke sollte ihr Buch in Nachbarschaft zum Stand der „Identitären Bewegung“ vorstellen. Die Linke im hessischen Landtag hielt fest: „Alle Menschen sollten sich auf der Buchmesse sicher fühlen - gerade jene, die von Neonazis bedroht werden.“

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