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Bierbrauer Daniel Anthes, Tobias Reul, Georg Schmidt (v.l.).

"Zero Waste Bier"

Frankfurter brauen Bier aus altem Brot

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Altes Brot ist zu wertvoll zum Wegwerfen, finden mehrere Frankfurter und kreieren das Zero-Waste-Bier "Knärzje". Demnächst könnte es in Supermärkten verkauft werden.

Bier aus altem Brot? Wie bitte? Und schmeckt das überhaupt? „Es hat viel mehr Charakter als normales Bier. Die ersten Tester sagten über das dunkle Bier: ‚Es ist echt gut, was zum Genießen‘“, erzählt Daniel Anthes vom Frankfurter Verein „Shout Out Loud“. Der 31-Jährige hatte die Idee für das erste Zero-Waste-Bier (also ein Bier mit null Verschwendung) Deutschlands.

Es wird in Frankfurt gebraut und hat, na klar, als regionales Produkt einen hessischen Namen: „Knärzje“, das Wort für Brotendstück. Am Donnerstagabend wurde „Knärzje“ im Brau-Stil am Oeder Weg normalen Bierfreunden sowie Fans von Nachhaltigkeit präsentiert. „Die Gäste bekommen Bewertungsbögen, danach schauen wir, was wir noch besser machen können“, sagt Anthes.

Bereits seit 2013 engagiert sich der gemeinnützige Verein „Shout Out Loud“ mit verschiedenen Projekten gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.„In England, Schweiz und Österreich gibt es schon länger Zero-Waste-Bier und ich habe mich gefragt, warum das keiner in Deutschland macht?“

Und da er dafür Experten brauchte, kam es im März zur Kooperation mit den Frankfurter (Mikro-)Brauereien Brewids und Brau-Stil. Auf der Suche nach einem leckeren „Zero-Waste-Bier“ experimentierten sie mit Weiß-, Misch- und Vollkornbrot, ehe sich Anthes, Tobias Reul (Geschäftsführer von Brewids) und Georg Schmidt (Geschäftsführer Brau-Stil) für eine „hervorragend“ funktionierende Variante entschieden.

„Von der Bio-Bäckerei ,Zeit für Brot‘ aussortiertes Brot ersetzt bis zu einem Drittel des normalerweise für den Brauprozess notwendigen Malzes“, sagt Anthes. In Deutschland landeten rund zwei Millionen Tonnen Getreide-Lebensmittel pro Jahr in der Tonne, darunter eben auch viele Brot- und Backwaren. „Dunkles Vollkornbrot bleibt nicht nur am meisten übrig, sondern eignet sich auch besser als Weißbrot zum Bierbrauen“, sagt Anthes.

Zunächst bekommt man das Zero-Waste-Bier nur im Brau-Stil am Oeder Weg 57. „Nachdem wir die Bewertungsbögen der Tester ausgewertet haben, arbeiten wir daran, das Bier soweit zu optimieren, so dass wir das Ganze professionalisieren und es in Zukunft auch in Supermärkten anbieten können“, sagt Anthes.

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