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Quartiersmanagement für Berkersheim und Frankfurter Berg gefordert

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Von: Fabian Böker

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Im Jugendhaus Frankfurter Berg gibt es Angebote für Jugendliche. Der CDU reicht das nicht.
Im Jugendhaus Frankfurter Berg gibt es Angebote für Jugendliche. Der CDU reicht das nicht. © peter-juelich.com

Der Ortsbeirat 10 sieht einen Bedarf in beiden Stadtteilen. Doch es gibt auch Gegenstimmen – und die Stadt hat derzeit kein Geld für einen weiteren Posten.

Der Ortsbeirat 10 (Preungesheim, Eckenheim, Berkersheim, Bonames, Frankfurter Berg) wünscht sich, dass in den Stadtteilen Berkersheim und Frankfurter Berg ein Quartiersmanagement eingerichtet wird.

Eingebracht hat den Antrag die CDU. Für Gero Gabriel, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortsbeirat, liegt es nahe, dass die beiden Stadtteile ein Quartiersmanagement bekommen. So fehlten in Berkersheim zum Beispiel „Räume, in denen sich Menschen, vor allem junge, treffen können“. Auch sei die sonstige Infrastruktur, vor allem der ÖPNV, ausbaufähig. Zwar wisse er, dass Räumlichkeiten nicht plötzlich entstehen, sobald es ein Quartiersmanagement gibt. „Aber so eine Person könnte zielgerichtet Gespräche führen, Potenziale wecken und vielleicht Treffpunkte akquirieren, von denen man heute noch gar nichts weiß“, so Gabriels Hoffnung.

Am Frankfurter Berg sehe es zwar sicher besser aus, was die Infrastruktur angeht, sagt der Fraktionsvorsitzende. „Aber besser geht immer.“ Außerdem werde der Stadtteil in den kommenden Jahren durch das Neubaugebiet Hilgenfeld erheblich wachsen, bis zu 2000 Menschen können dort leben. „Darauf muss man sich einstellen“, sagt Gabriel.

Unterstützung bekommt die CDU zum Beispiel von Carla Sprenger, Kinderbeauftragte am Frankfurter Berg. Sie habe in anderen Stadtteilen „gesehen, was ein aktives Quartiersmanagement auf die Beine stellen kann“ und würde sich so etwas auch für den Frankfurter Berg wünschen.

Anders sieht das dagegen Ayhan Toprak. Er ist Leiter des Jugendhauses Frankfurter Berg und er sagt: „Wir brauchen das nicht.“ Durch Einrichtungen wie dem Jugendhaus, einem Job-Scout oder der Kinderbeauftragten verfüge der Stadtteil über ausreichend Strukturen.

Ein Quartiersmanagement ist Teil des Frankfurter Programms „Aktive Nachbarschaft“, das seit 2000 mehrere Quartiere in Frankfurt betreut. Ziel dort ist es, die Wohn- und Lebenssituation zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Die Arbeit vor Ort wird dann durch das Quartiersmanagement organisiert.

Bürger und Bürgerinnen sollen zur Teilhabe animiert, bereits vorhandene Initiativen vernetzt und lokale Projekte unterstützt werden. Dabei kann es um die Förderung der Stadtteilkultur gehen, um die Einrichtung von Begegnungsstätten, die Gestaltung des Wohnumfelds oder um sogenannte Aufräumaktionen.

Laetitia ten Thije ist seit November 2021 als Quartiersmanagerin im nahe gelegenen Eckenheim tätig. Zur Forderung des Ortsbeirates will sie nicht viel sagen. Grundsätzlich sei es natürlich so, dass „ich Quartiersmanagement ganz generell für ausgesprochen sinnvoll halte“.

Ihr Fall zeigt aber, wie es im Frankfurter Norden laufen kann, wenn sich der Ortsbeirat für ein Quartiersmanagement ausspricht. 2017 hatte das Gremium den Posten gefordert, im März 2018 lehnte der Magistrat das mit dem Verweis auf den vermeintlich nicht gegebenen Bedarf ab. Auch fehlende finanzielle Mittel wurden genannt. Doch der Ortsbeirat blieb weiter dran an dem Thema, es wurden Unterschriften im Stadtteil gesammelt. Im Februar 2020 schließlich sagte das Sozialdezernat das Quartiersmanagement zu. Doch es dauerte weitere eineinhalb Jahre, Nachfragen durch den Ortsbeirat und Beschwerden einiger Akteure und Akteurinnen aus dem Stadtteil, bis Laetitia ten Thije ihren Posten antreten konnte. Dafür hatte die Stadt 125 000 Euro bewilligt, für die Miete passender Räumlichkeiten, Material- und Bürokosten sowie eine Vollzeitstelle.

Dieses Geld steht derzeit allerdings nicht zur Verfügung. Miriam Bandar, Sprecherin des Sozialdezernats, sagt, dass die „angespannte Haushaltslage leider keine Ausweitung des Programms“ zulasse. Noch sei der Antrag auch nicht beim Dezernat angekommen, der Bedarf noch nicht geprüft worden. Man habe aber generell „ein großes Interesse, in möglichst vielen Frankfurter Stadtteilen mit entsprechenden Bedarfen dieses Programm anzubieten“.

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