Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

An den Bahngleisen in der Nähe von Julia Auers Garten hat die Bahn bereits gerodet
+
An den Bahngleisen in der Nähe von Julia Auers Garten hat die Bahn bereits gerodet

Frankfurter Berg

Projektgarten am Frankfurter Berg bedroht

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
    schließen

Die Bahn baut einen breiten Serviceweg neben den Gleisen. Die Grünanlage von Julia Auer, in der sie Führungen anbietet, müsste dann weichen.

Frankfurt – Für Julia Auer sind die Konsequenzen klar: Wenn ihr Garten am Ende des Ebereschenwegs so gerodet werden muss, wie es Stadt und Bahn derzeit vorhaben, dann muss sie ihn aufgeben. Und dann hätte nicht einfach nur eine gartenbegeisterte Frau vom Frankfurter Berg keinen grünen Rückzugsort mehr. Nein, dann konnte die Permakultur-Designerin und Wildnislotsin – kurz: die begeisterte und überzeugte Naturfreundin – in ihrem Projektgarten „Hortus Nucis“ keine Führungen mehr anbieten,

Rund 100 Besucher und Besucherinnen – nicht nur aus Frankfurt – hat die 51-Jährige dazu bislang immer pro Jahr begrüßen dürfen. Diese kommen, „um sich von mir vor Ort die Natur näher bringen zu lassen“. Zu sehen bekommen sie unter anderem verschiedene Naturmodule, die Wildtieren als Unterschlupfmöglichkeiten dienen. Auch ein Teich ist vor Ort angelegt. Klassisch für den Garten, dessen Name sich von den lateinischen Begriffen „Hortus“ (Garten) und „Nucis“ (Nuss) ableitet, ist die Steinpyramide mit ihren Hohlräumen, in welche zum Beispiel Eidechsen einziehen können. Zudem sind Totholzhaufen überall im Garten verteilt.

„Wichtigster und wertvollster Teil des Gartens“ – laut Julia Auer das „Herzstück“ – ist eine Ecke in der östlichen Spitze der in Dreiecksform angelegten Grünfläche direkt an den Gleisen. Dort befindet sich neben dem Teich und einer Totholzwand, die Julia Auer monatelang errichtet hat, auch eine Magerwiese und ein Sandarium. Auch ein aufwendig angelegtes Hochbeet sowie mehrere Bäume müssten verschwinden.

Doch genau dieser Teil ist nun bedroht. Die Bahn baut entlang der Gleise einen drei Meter breiten Serviceweg, den die Stadt dann auch als Rettungsweg nutzen kann. Diese Arbeiten stehen im Zusammenhang mit dem S6-Ausbau. In diesem Zuge wurde bereits im Vorjahr gerodet. Auer musste das zähneknirschend hinnehmen, denn rein formal kann die Stadt das recht problemlos machen: Ihr gehört das Grundstück, die dreifache Mutter hat es lediglich gepachtet. Vor zehn Jahren war das, seitdem hat sie ihre Gartenfläche bereits zwei Mal vergrößert. Nun soll sie zum zweiten Mal einen Teil davon verlieren.

Trotz des Ärgers über den drohenden Verlust stellt Julia Auer drei Dinge klar: Die Stadt habe natürlich das Recht, auf ihrem eigenen Gelände tätig zu werden. Gegen den Bahnausbau sei sie auch nicht, ganz im Gegenteil. Und auch die Rodung an sich kritisiert sie nicht. „Aber ich hätte mir gewünscht, dass wir gemeinsam eine Lösung finden“, sagt Auer. „Denn ich biete mit meinen Führung ja auch Kultur im weitesten Sinne an, der Garten ist öffentlich, davon profitiere ja nicht nur ich.“ Sie fände es schön, wenn man in Gesprächen erörtern könnte, ob die zu rodende Fläche anders aussehen könnte als das, was die Vermesser vor einigen Wochen abgesteckt haben.

Denn sollte es dabei bleiben, „dann wird der Hortus Nucis Geschichte sein“, ist sich Auer sicher. „Dann macht ein Betrieb als Projektgarten keinen Sinn mehr.“

Vielleicht wird Auers Wunsch erfüllt. Denn sowohl Bahn als auch Stadt betonen auf Anfrage, mit ihr im Austausch zu stehen und nach Lösungen zu suchen. Details wollen beide aber nicht nennen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare