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So sah es 2020 am Frankfurter Berg aus nach einem Starkregenereignis.
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So sah es 2020 am Frankfurter Berg aus nach einem Starkregenereignis.

Frankfurter Berg

Frankfurter Berg: Vorgehen gegen Starkregen unklar

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Betroffene warten auf weiteres Treffen mit der Stadtentwässerung. Versprochene Gefahrenkarten sollen noch in diesem Quartal veröffentlicht werden.

Der diesjährige Sommer war überschattet von den Unwetterkatastrophen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und anderen Teilen Deutschlands. Aber – wenn auch in wesentlich kleinerem und nicht so dramatischem Umfang – auch im Frankfurter Norden sind Bewohner und Bewohnerinnen mancher Ecken seit Jahren von Starkregen betroffen. Vollgelaufene Keller sind dann meist die Folge. Die Versuche, sich gegen mögliche Schäden zu schützen, gestalten sich schwierig.

Das macht zum Beispiel Eberhard Centner ratlos. Er wohnt im Holunderweg am Frankfurter Berg und weiß aus eigener Erfahrung, dass es in seiner Straße und im Azaleenweg in den vergangenen sieben Jahren fünf Jahrhundert-Starkregen-Ereignisse gab, „mit allen negativen Konsequenzen für die Anwohner“. Dazu zählten Schäden an der Bausubstanz und hohe Materialschäden. Im Ortsbeirat 10 war das Thema schon oft auf der Tagesordnung, aber ohne Folgen.

Nach einem erneuten Starkregen im August 2020 gab es ein Treffen mehrerer Anwohner mit der Stadtentwässerung Frankfurt. Laut Einladung sollte das Gespräch dazu dienen, „die Ursachen zu analysieren und zu überlegen, wie bei zukünftigen Starkregen Schäden vermieden werden können“. Für Anfang 2021 sei ein weiterer Termin vereinbart worden, wenn bis dahin bestimmte Daten vorliegen. Das tun sie bisher aber nicht.

Barbara Zeibekis von der Stadtentwässerung erklärt, dass man noch auf Daten vom Umweltamt warte, unter anderem auf sogenannte Starkregengefahrenkarten. Karten, die die durch ein Computermodell prognostizierten Fließwege und Überflutungen eines Starkregens zeigen.

Doch diese Auskunft lässt die Ratlosigkeit von Anwohnenden wie Eberhard Centner nicht kleiner werden. Denn auch diese Karten waren schon längst angekündigt worden. 2019 sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) in der Stadtverordnetenversammlung: „Diese Starkregengefahrenkarten sollen bis Mitte 2020 vorliegen und anschließend allgemein zur Verfügung stehen und veröffentlicht werden.“ Der Veröffentlichungstermin wurde dann verschoben, zunächst auf Mitte, dann auf August 2021.

Der ist nun rum. Und laut Susanne Schierwater, Sprecherin des Umweltdezernats, seien die Karten fertig. Man befinde sich nur noch in einem Abstimmungsbedarf. „Eine Veröffentlichung ist geplant, sobald alle rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt sind.“ Der Magistrat weist gleichzeitig in einer Stellungnahme darauf hin, dass die Veröffentlichung noch im dritten Quartal 2021 erfolgen soll.

Dabei sind es nicht nur diese – in anderen Städten bereits etablierte – Karten, auf die Centner wartet. Er denkt dabei an Maßnahmen wie Regenrückhaltebecken, Notwasserwege oder Kanalweiterleitungen. In diesem Zusammenhang verweist er auf eine Untersuchung von Geographie-Studierenden der Uni Frankfurt, die durch Befragung von betroffenen Anwohnern und Anwohnerinnen eine Fließpfadkarte und eine Maßnahmenübersichtskarte erstellt haben.

Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem vertiefte Rückhalteflächen auf den Grünflächen, um auch größere Wassermengen aufnehmen zu können, die Tieferlegung des Spielplatzes zwischen Holunderweg und Berkersheimer Weg oder die Nutzung der angrenzenden Grünflächen und Felder südwestlich des Azaleenweges als unversiegelte Retentionsflächen.

Die Studierenden wurden bei ihrer Arbeit von der Stadtentwässerung eng begleitet, wie Barbara Zeibekis sagt. „Möglicherweise wurde das aber nicht ausreichend kommuniziert.“

Centner hofft nun, dass es – wie mit der Stadtentwässerung vereinbart – nach dem 30. November zu einem neuen Termin kommt. Und dass es bis dahin kein Starkregenereignis gibt.

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