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Seit 2019 trainiert Carla Sprenger (19) mit geflüchteten Mädchen bei der TSG Frankfurter Berg.
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Seit 2019 trainiert Carla Sprenger (19) mit geflüchteten Mädchen bei der TSG Frankfurter Berg.

Frankfurter Berg

Die Überzeugungstäterin

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Carla Sprenger, die neue Kinderbeauftragte für den Stadtteil Frankfurter Berg, ist bereits durch ihr Handballprojekt bekannt. Nun will sie sich mit weiteren Ideen einbringen.

In einem Moment macht Carla Sprenger auf Understatement und spricht davon, dass sie noch ganz am Anfang stehe und noch viele Gespräche führen müsse. Doch im nächsten Moment sprüht die neue Kinderbeauftragte für den Frankfurter Berg förmlich über vor Ideen und Vorhaben.

Es ist noch etwas ungewohnt für die 19-Jährige, dieses Amt inne zu haben. Denn beworben hat sie sich dafür nicht. Zum 1. November ist ihre Vorgängerin Karima Henß zurückgetreten, in der ersten Sitzung des neuen Jahres holte sich der Ortsbeirat 10 dann drei Kandidatinnen und Kandidaten in den nicht-öffentlichen Teil. Dabei war dann auch Carla Sprenger, die im Vorfeld von Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) angesprochen wurde, ob sie sich das vorstellen könnte. Konnte sie. Und überzeugte dann das Gremium.

Denn Carla Sprenger ist im nördlichen Stadtteil und darüber hinaus keine Unbekannte. Seit 2019 leitet sie das Projekt „Handball für alle“ bei der TSG Frankfurter Berg. Dabei trainiert sie mit geflüchteten Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren. Mit diesem Projekt wurde sie dann auch Stadtteilbotschafterin. Das Handballprojekt führt sie trotz der Beendigung dieses Amtes weiter. Und die Erfahrungen daraus – und aus den vielen anderen Projekten, die sie als Schülerin schon angestoßen hat – will sie nun ausweiten.

Workshops mit Kindern

Die Lehramts-Studentin stellt sich unter anderem Workshops mit Kindern vor, zum Beispiel zu den Themen Kochen, Theater oder Musik. „Das will ich gemeinsam mit Kitas und Horten besprechen“, so Sprenger, und deutet damit ihre aktuell noch immer wichtigste Aufgabe an: Gespräche führen.

Die hat es schon zahlreich gegeben, „mit den verschiedenen Akteuren im Stadtteil“, wie sie sagt. Dabei ging es Sprenger darum, auszuloten, wo welcher Bedarf ist, welche Angebote es schon gibt, wo Verbesserungspotenziale existieren. In weiteren Einrichtungen will sie sich noch vorstellen, „um den Stadtteil besser kennenzulernen“.

Eine konkrete Idee, die sie hat, ist der Einstieg des Stadtteils in das Präventionsprojekt „Noteingang“. Dieses wurde 2008 in Kooperation mit dem Präventionsrat der Stadt und der Polizei entwickelt. Es soll Kindern entlang der Kindergarten- und Schulwege Anlaufstellen bei Notfällen bieten. Carla Sprenger hat sich bei ihren Rundgängen schon Läden ausgesucht, die sie kontaktieren will. Diese sollen Kindern klar signalisieren, dass sie sich dort im Bedarfsfall auf Hilfe verlassen können; sie sollen als Schutzraum dienen. Derzeit ist der Frankfurter Berg noch nicht Teil des Projektes.

Handball-Training liegt auf Eis

Allerdings hängt nicht nur diese Umsetzung natürlich auch vom Fortgang der Corona-Pandemie ab. Deshalb liegt beispielsweise auch ihr Handball-Training derzeit auf Eis, den Kontakt zu den Mädchen hält sie dennoch. „Die können es kaum erwarten, dass es wieder los geht“, sagt sie.

Ein weiteres großes Thema für Sprenger sind die Spielplätze. „Dort sollen sich die Kinder wohl fühlen“, sagt sie. Allerdings müsse sie noch herausfinden, welche Kompetenzen sie diesbezüglich überhaupt habe. Helfen soll dabei auch der Austausch mit anderen Kinderbeauftragten.

Was sie schon weiß: „In diesem Amt werde ich vor allem auch beratend für Kinder und Eltern tätig sein, muss ihnen Tipps und Hilfestellungen geben. Davor habe ich großen Respekt.“

Dass sie das meistern wird, da ist sich Robert Lange sicher. Für ihn kann es keine bessere Besetzung geben. „Carla ist Überzeugungstäterin“, sagt der CDU-Ortsvorsteher. Sie sei mit der Materie vertraut, kenne den Stadtteil. „Ich habe keine Bedenken bei ihr.“

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