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Die Brückenteile werden nachts zwischen 20 und 6 Uhr eingesetzt. R. Friedrich
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Die Brückenteile werden nachts zwischen 20 und 6 Uhr eingesetzt. R. Friedrich

Frankfurter Berg

Brückenschlag zur Geisterstunde am Frankfurter Berg

In eisiger Kälte werden die Stahlträger für die neue Überfahrt der Omega-Brücke am Bahnhof montiert. Dabei läuft nicht alles glatt.

Bei minus zehn Grad Celsius, mitten in der Nacht, rattert an der S-Bahnstation Frankfurter Berg der Schrauber. So klingt die gute Nachricht. Erleichterung zeigt aber keiner der Bauarbeiter an der Omega-Brücke. Dafür ist es zu kalt. Die Arbeiter stampfen mit den Füßen auf, die kaum noch zu spüren sind. Für Erleichterung hinken sie dem Zeitplan zu weit hinterher.

Um Mitternacht sollten aus Fulda die Schwerlasttransporte mit drei Stahlträgern für die neue Brücke über die Gleise der S6 ankommen. 45 Tonnen schwer und 32 Meter lang ist jeder der Stahlverbundträger.

Schnee und Eis auf der A 66 hielten auf. Um 0.45 Uhr hat der Transport es auf die Homburger Landstraße geschafft und eilt zur Baustelle. Dort ist Yasser Muhammad schon nervös.

„Der Termin steht seit einem Jahr fest“, sagt der Bauüberwacher, ein freundlicher Mann mit Schnauzbart, klein aber stämmig. Vielleicht sieht er nur so aus, weil er drei Jacken trägt. „Um 1.30 Uhr stellt die Bahn den Strom der S-Bahn-Trasse ab. Dann haben wir bis 4.30 Uhr Zeit. Wir müssen heute die beiden Träger einheben. Die Bahn wird uns so schnell keinen neuen Termin geben.“ Es ist dann 1 Uhr, als der erste Sattelschlepper kommt.

Zuerst müssen die orangenfarbenen Stützen abmontiert werden, zehn Stück an beiden Seiten des Trägers. „Sie verhindern, dass die Betonschicht auf dem Stahlträger Risse beim Transport bekommt“, erklärt der Bauüberwacher. Er packt selbst mit an. „Damit mir warm wird.“

Die einen schrauben nun an den Stützen, andere messen den Träger aus. Schlägt eine Stange gegen den Stahlträger, beginnt er zu singen. Wie eine Mischung aus Walgesang und wippender Plexiglasscheibe klingt es. Die Schrauben, an denen der Träger am Fundament befestigt werden soll, sind vorbereitet. Wenn die Kräne den Träger einheben, muss er genau passen. „Da geht es um Millimeter“, sagt Muhammad. Nur: „Bei minus zehn Grad, zieht sich Stahl zusammen.“ Und wenn die Träger nicht passen? Der Bauüberwacher schüttelt den Kopf – keine Option.

An nur zwei Ösen, befestigt an jeweils zwei Schrauben, werden die Haken der beiden Kräne befestigt. Der Sattelschlepper ist vorgefahren, steht auf der Ersatzbrücke. Die knallgelben Kräne heben den Träger kurz an, da beginnen die Probleme, für die das Team keine Zeit hat. Es ist 2 Uhr und das Team ist mit dem ersten von zwei Trägern nicht fertig.

Nur Zentimeter über der Ladefläche kippt der Träger seitlich weg. Ein Arbeiter stemmt sich dagegen, in Balance kann er ihn so nicht bringen. Einer der 350-Tonnen-Kräne könnte den Träger anheben, müsste dafür aber auf den Gleisen stehen – und da gibt es keinen sicheren Stand. „Holt den Flaschenzug“, ruft einer. Zwei Mann braucht es, das schwere Teil auf den Träger zu hieven. Erst 40 Minuten später schwebt der Träger gen Fundament.

„Das ist der Moment, in dem sich zeigt, ob er auf den Millimeter genau passt.“ Von der Brücke aus, wo der Bauüberwacher steht, ist das nicht zu erkennen. Um drei Uhr rattern die Schrauber, die den Träger fixieren. Es passt. Bleiben noch anderthalb Stunden für den zweiten Träger.

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