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In der Regel starten und landen Flugzeuge gegen den Wind.

Flughafen

Frankfurter befürchten mehr Fluglärm

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Bei einer Infoveranstaltung wird vor allem die ungleiche Lärmverteilung kritisiert. Auch Windbedingungen bei Starts und Landungen sorgen für Diskussionen.

Flugzeuge starten und landen im Regelfall immer gegen den Wind. Das macht die Steuerung der Flieger einfacher. In Ausnahmefällen jedoch können Piloten ihre Maschinen auch in Windrichtung starten und landen. Fachleute sprechen von der sogenannten Rückenwindkomponente. Genau um diese ging es am Dienstagabend bei einer Infoveranstaltung der Frankfurter Stabsstelle für Fluglärmschutz. Denn ob mit oder ohne Rückenwind an- und abgeflogen wird, das hat auch Einfluss auf den Lärm, den die Flugzeuge verursachen. Michael Charalambis von der Gemeinnützigen Umwelthaus GmbH (UNH), Alexander Braun vom Forum Flughafen und Region (FFR), Sabine Bork vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sowie Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) referierten beim Infoabend in der Evangelischen Akademie.

Viele Anwohner aus dem Frankfurter Süden haben am Dienstag ihre Besorgnis ausgedrückt, in Zukunft einer zunehmenden Lärmbelastung durch Flugverkehr ausgesetzt zu sein. Normalerweise sind es die Anwohner der Kommunen im Westen des Flughafens, wie Raunheim und Flörsheim, die besonders unter Fluglärm leiden.

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Die Forderung Raunheims unter Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) von Anfang des Jahres nach einer Erweiterung der Rückenwindkomponente versetzt die Frankfurter Südbewohner nun in Alarmbereitschaft. Aktuell empfiehlt die Fluglärmkommission eine Rückenwindkomponente von fünf Knoten (9,3 km/h). Bis zu dieser Windgeschwindigkeit, gemessen am Boden der Flugpisten, können Piloten auch mit Rückenwind starten und landen. Dadurch kann die Flugrichtung, unabhängig von der Windrichtung, flexibler gestaltet werden. Insbesondere der Ostbetrieb, also Start und Landung Richtung Osten, belastet die Anwohner im Westen. Denn dann befinden sich die Flieger im Landeanflug dicht über den Dächern Raunheims und Flörsheims.

Erhöhung unerwünscht

Die Stadt Frankfurt sei entschieden gegen eine von Jühe geforderte Erhöhung der Rückenwindkomponente auf sieben Knoten, sagte Ursula Fechter von der Stabsstelle Fluglärmschutz der FR. Das war auch der Tenor der anwesenden Bürger am Dienstagabend. Allein der Westen würde von einer erhöhten Rückenwindkomponente profitieren, sagte ein Anwohner aus Oberrad. Ob die Frage nach einer Erhöhung der Komponente innerhalb des FFR noch aktuell sei, dazu wollte sich Alexander Braun nicht eindeutig äußern. „Zumindest nach meinem Kenntnisstand wird das Thema momentan nicht verfolgt“, so Braun. Gegenüber dem Umwelthaus, das für Fluglärmmessungen zuständig ist, beklagten Bürger Intransparenz.

Ein Anwohner aus Sachsenhausen berichtete über selbst durchgeführte Messungen, die nicht mit den Zahlen des UNH übereinstimmten. Bürger würden vorsätzlich getäuscht. Charalambis wies diesen Vorwurf von sich. Das Umwelthaus arbeite neutral.

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