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Frankfurt. 07.01.2021. Tobias Frisch, Kristina Debelius und Tomas Salzmann (v.l.n.r.) vom Ensemble „Baendi“, sie spielen Finnischen Tango. Ihr neues Album „Unikuva“ wurde vom Deutschen Rock- & Pop-Preis zum Besten Weltmusikalbum 2020 ausgezeichnet.
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Tobias Frisch, Kristina Debelius und Tomas Salzmann (v.l.n.r.) vom Ensemble „Baendi“, sie spielen Finnischen Tango. I

Kultur

Finnischer Tango der Meisterklasse

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
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Das Frankfurter Ensemble „Bändi“ wird für seine neue CD mit dem Deutschen Rock & Pop-Preis ausgezeichnet.

Palmen und Schnee, das passt zu uns“, sagt Musikerin Kristina Debelius lachend, als FR-Fotografin Renate Hoyer sie und ihre Kollegen Thomas Salzmann und Tobias Frisch für ein Foto unter die Palmen am Eingang des Palmengartens bittet, während vom Himmel zarte weiße Flocken fallen.

Die Leidenschaft der drei ist der finnische Tango, zusammen mit den Musikern Volker Denkel, Martin Lejeune, Johannes Kramer und André Berthold bilden sie das Frankfurter Ensemble Bändi. Und das verschmelzt die Musik aus dem kühlen Norden mit den heißen Rhythmen Südamerikas so gut, dass seine zweite CD, „Unikuva“, in der Kategorie „Bestes Weltmusikalbum 2020“ jetzt mit dem Deutschen Rock-&-Pop-Preis ausgezeichnet worden ist.

„Wir lieben den finnischen Tango, aber wir sind ja keine Finnen“, sagt Kristina Debelius über Bändi (finnisch für Band), die einzige All-German-Band Deutschlands, die finnischen Tango spielt. „Deshalb machen wir etwas Eigenes daraus.“ Sie und Tobias Frisch singen in finnischer Sprache die Klassiker des finnischen Tangos, die Ohrwürmer der 40er-, 50er- und 60er-Jahre, die in Finnland fast jeder mitsingen kann. Der Tango ist dort quasi Nationalmusik. Er erzählt herzzerreißend, voll tief empfundener Melancholie von der unglücklichen Liebe.

Die Platte

Das preisgekrönte Album „Unikuva“ des Frankfurter Ensemble Bändi kann zum Preis von 15 Euro zuzüglich zwei Euro Versandkosten per E-Mail direkt beim Ensemble unter der Adresse info@baendi.de bestellt werden oder im Online-Shop JPC.

Die erste CD der Band trägt den Titel „Satumaa“. Sie war die erste Finntango-CD einer deutschen Band. Auch sie ist unter den obigen Adressen erhältlich

Informationen rund um Bändi und künftige Vorstellungen finden sich online auf der Web-Seite der Band. Dort kann auch ein Newsletter abonniert werden. https://bändi.com

Eine schicksalhafte Begegnung, die Thomas Salzmann, der Schlagzeuger des Ensembles, vor vielen, vielen Jahren auf einer Fähre hatte, die von der finnischen Hafenstadt Turku nach Schweden fuhr, entfachte in ihm die Leidenschaft für diese Musikrichtung und führte schließlich 2005 zur Gründung von Bändi. „Die Schiffe hatten damals noch Kapellen an Bord“, erzählt Salzmann. Eine Finnin, die er dort kennengelernt hatte, bat die Musiker, für den Frankfurter einen Tango zu spielen. Und sie sang dazu.

„Satumaa“ hieß der Titel, den das Orchester damals anstimmte, einer der berühmtesten finnischen Tangos überhaupt. Das wurde auch der Titel der ersten CD, die Bändi 2007 herausbrachte. Im vorigen Jahr setzten sich die Musikerinnen und Musiker des Ensembles erneut ins Studio und nahmen die jetzt preisgekrönte CD „Unikuva“, benannt nach einem Sehnsuchtstango, auf, die unter dem neuen bandeigenen Label „Pelargonia Records“ erschienen ist.

„Für die Aufnahme haben wir befreundete Musikerinnen und Musiker eingeladen, mit uns gemeinsam zu spielen“, sagt Frisch. Das Schöne daran sei gewesen, dass jeder Gast etwas Eigenes eingebracht habe. Bändi spielt den finnischen Tango nicht exakt so, wie er in seinem Ursprungsland gespielt wird, sondern die Musikerinnen und Musiker reichern ihn mit Bossa-nova-, Blues-, Rumba- und Country-Elementen an.

Dieser bunte Mix hat ihnen 2011 schon den „Creole-Weltmusikpreis Hessen“ eingebracht und jetzt den „Deutschen Rock-&-Pop-Preis“. Wobei nicht nur die Musik selbst ausgezeichnet wurde. Das in der CD enthaltene Booklet, in dem sich die finnischen Liedtexte und deren deutsche Übersetzungen befinden, gewann den dritten Preis in der Kategorie „Bestes Booklet / Inlaycard 2020“. Salzmann, nicht nur Musiker, sondern auch Künstler, hat es selbst gestaltet und illustriert. Die Hamburgerin Imke Staats hat die Musikerzeichnungen angefertigt.

Am 28. Januar hätte Bändi eigentlich in der Frankfurter Fabrik auftreten sollen, aber die Pandemie hat dem Ensemble einen Strich durch die Planung gemacht. Proben kann es wegen der derzeit geltenden Hygienevorschriften auch nicht, eine Musikerin und sechs Musiker zusammen in einem Raum, das ist nicht erlaubt.

Aber der Melancholie, auch nicht der finnischen, geben sie sich trotzdem nicht hin. Sie haben einen Traum. „Wir wollen unbedingt mal in Finnland spielen“, sagt Thomas Salzmann. „Das haben wir bisher noch nicht gemacht.“

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