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Frankfurter Bahnhofsviertel: Hygienestation soll Dusche bieten

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Von: Steven Micksch

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Blick in die Münchener Straße.
Blick in die Münchener Straße. © Michael Schick

Sozial- und Gesundheitsausschuss debattiert über Ideen, das Quartier wieder sicherer zu machen und den Konsumierenden aus der Sucht zu helfen.

Im Sozial- und Gesundheitsausschuss wurde am Donnerstagabend über das Bahnhofsviertel und effektive Hilfsangebote dafür diskutiert. Beatrix Baumann (Grüne) erklärte, dass die Situation der Drogenhilfe im Viertel wieder wie vor 30 Jahren sei, als man den prekären Verhältnissen mit dem Frankfurter Weg begegnete. Die heutigen Probleme forderten kurz-, mittel- und langfristige Lösungen, die die Koalition mit ihren beiden Anträgen angehen wolle, aber bei denen man sehr auf die Hilfe des Bundes angewiesen sei.

Die Bundesregierung müsse Frankfurt ermöglichen, Ideen für Modellprojekte bei der Behandlung von Crack-Süchtigen und der Substituierung auszuprobieren. Laut Antrag soll der Magistrat auch Vorschläge zur Einrichtung von klar definierten Aufenthaltsmöglichkeiten von Konsumierenden im öffentlichen Raum unterbreiten. Dafür müsse man sich rechtlich absichern, so Baumann, und es brauche die Diskussion mit der Stadtgesellschaft und Fachleuten. Sie erklärte, dass man Zeit brauchen werde und dass es vier bis fünf Jahre dauern könne, bis erprobt sei, welche Ansätze funktionieren.

Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) präsentierte ein paar kurzfristige Maßnahmen. So soll es „alsbald“ in einem Container eine Hygienestation mit Duschen und Toiletten geben. Solch ein Ort müsse bewirtschaftet und begleitet werden. Langfristig soll für die Hygienestation ein festes Gebäude gefunden werden.

Des weiteren werde ein Koordinierungsbüro im Viertel aufgebaut, das neue Maßnahmen entwickeln aber auch bestehende Angebote sichtbarer machen soll. Die Zahl der Notübernachtungsmöglichkeiten wurde bereits erhöht, ebenso die Jugendhilfe um zwei zusätzliche Stellen aufgestockt, die sich im Bahnhofsviertel, um Jugendliche – meist Ausreißer:innen – kümmern sollen.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) wies darauf hin, wie schwierig es sei, Personal für die Maßnahmen zu finden. So soll die aufsuchende Betreuung von Drogenkonsument:innen „Ossip Streetwork“ um zwei zusätzliche Stellen wachsen und die Öffnungszeiten des Nachtcafés erweitert werden.

Die CDU stimmte den Anträgen der Koalition zu, kritisierte aber, dass es keine grobe Zeitachse gebe, wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Christdemokratin Sabine Fischer sagte: „Ohne uns gäbe es Ihre zwei Anträge nicht.“ Ihre Partei hatte bereits im November einen Antrag gestellt, der am Abend auch diskutiert wurde. Die Koalition votierte dabei sowohl mit Zustimmung als auch Ablehnung. Am Ende fand der Antrag keine Mehrheit. Wohl auch weil die CDU mit Waffenverbotszone und Videoüberwachung für mehr Sicherheit im Bahnhofsviertel sorgen wollte. Aber auch, weil die Partei ein zentrales Gesundheits- und Sozialcenter im Viertel fordert. Dem entgegnete Majer, dass es mehrere Anlaufstellen, statt einer zentralen brauche.

Patrick Schenk (AfD) kritisierte die Anträge der Koalition als in manchen Punkten zu vage. Vor allem bei der Frage, wie man den Weg für die Arbeitenden im Viertel sicherer machen wolle.

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