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Frankfurter Bäume der Klima-Hoffnung

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Von: Thomas Stillbauer

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Der Amberbaum, eine der 178 Arten auf der Baumliste.
Der Amberbaum, eine der 178 Arten auf der Baumliste. © Grünflächenamt

Die Stadt nimmt 54 weitere Klimabaumarten in die Zukunftsliste auf. Dort sind dreimal so viele Bäume versammelt, die ganz bestimmte Kriterien erfüllen sollen.

Was haben der Seidenbaum, die Gleditschie und der Amberbaum gemeinsam? Sie zählen zu 54 sogenannten Klimabaumarten, die das Frankfurter Grünflächenamt getestet und in die „Frankfurter Baumliste“ aufgenommen hat – ein „großer Schritt in Richtung klimaangepasste Großstadt“, urteilt die Behörde. Insgesamt stehen auf der Liste jetzt 178 Arten, vom rundkronigen Dreizahn-Ahorn (Acer buergerianum) bis zur trichterförmigen Japanischen Zelkove (Zelkova serrata „Village Green“).

„Mit der Frankfurter Baumliste haben wir ein wichtiges Instrument, um den klimatischen Veränderungen in unserer Stadt mit angepassten Bäumen zu begegnen“, sagt Klimadezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Die vergangenen Jahren hätten den Stadtbäumen mit Hitze und Trockenheit zugesetzt. „1465 Bäume mussten wir ersetzen“, berichtet Heilig, „sie waren krank oder abgestorben. Das ist eine fatale Entwicklung.“ Schließlich kühlten Bäume ihre Umgebung, bänden Kohlendioxid, produzierten Sauerstoff und filterten die Stadtluft. Ohne sie werde es in der Stadt unerträglich heiß.

Daher arbeitet das Grünflächenamt gemeinsam mit der Gartenamtsleiterkonferenz, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und dem Umweltamt an einer Liste von Bäumen, die sich als besonders frost-, hitze- und trockenresistent erwiesen haben. Weitere Kriterien: Insektenfreundlichkeit, Attraktivität für Vogelarten, Ästhetik und Wuchsform. Nur Baumarten, die all diese Kriterien erfüllten, bekämen einen Platz auf der Liste. Ob sie die Hoffnungen rechtfertigen, müssen sie aber noch beweisen. Ziel der Frankfurter Baumliste ist es laut Heilig, „das gesammelte Wissen aus Wissenschaft und Praxis in dieser Art Handbuch festzuhalten“. Alle Interessierten können darauf zugreifen und von den Erfahrungen des „Hitzehotspots Frankfurt“ lernen.

Im Internet ist die Baumliste nicht einfach nur eine Tabelle mit 178 mehr oder weniger witzigen Namen („Feldahorn ‚Huibers Elegant‘, eiförmig“), es gibt auch Informationen zur Systematik und Ökologie. Eine Spalte informiert, wo Exemplare der jeweiligen Art in Frankfurt zu finden sind, eine andere zeigt an, ob der Baum besonders bienen- oder vogelfreundlich ist. Bäume helfen nämlich nicht nur gegen Hitze, sie sind auch bei Insekten sehr beliebt – und das freut wiederum die Vögel.

Die Frankfurter Baumliste soll künftig alle zwei Jahre aktualisiert werden und ist im Internet zu finden unter www.frankfurt.de/themen/umwelt-und-gruen/umwelt-und-gruen-a-z/im-gruenen/baeume/frankfurter-baumliste

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