Justiz

Frankfurter AWO-Affäre kommt vor Gericht

  • Claus-Jürgen Göpfert
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Die Kündigung des Ex-Geschäftsführers der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt Jürgen Richter wird verhandelt.

In der Affäre um die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) kommt es jetzt zum ersten Mal zu einer Gerichtsverhandlung. Am 17. Juni ist vor dem Arbeitsgericht ein sogenannter Gütetermin angesetzt, wie AWO-Sprecher Johannes Frass der FR sagte. Dabei geht es um die fristlose Kündigung, die der Verband gegen seinen früheren langjährigen Frankfurter Geschäftsführer Jürgen Richter ausgesprochen hatte. Richter wehrt sich gegen diese Kündigung.

Bei dem Gütetermin wollen die Arbeitsrichter den Versuch unternehmen, doch noch zu einem Vergleich zwischen den beiden Parteien zu kommen. Frass sagte dazu, er könne sich nicht vorstellen, dass eine Einigung möglich sei. Im Gegenteil wolle die Vorsitzende des Frankfurter AWO-Präsidiums, Petra Rossbrey, auf zivilrechtlichem Wege Schadensersatz von Richter einklagen. Der ehemalige Geschäftsführer gehört zu den früheren AWO-Funktionären in Frankfurt, gegen die von der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue ermittelt wird.

Nach Informationen der FR hat die AWO inzwischen auch der früheren stellvertretenden Geschäftsführerin des Kreisverbands Frankfurt, Jasmin Kasperkowitz, gekündigt. Die Managerin war bereits Mitte Februar unmittelbar nach der Neuwahl des Präsidiums mit Rossbrey an der Spitze als Vorstandsmitglied abberufen worden. Welche Funktion Kasperkowitz seit Mitte Februar noch innehatte und warum die Kündigung erst jetzt erfolgte, ist unklar. AWO-Sprecher Frass sagte auf FR-Anfrage, er könne sich zu Personalien nicht äußern.

Im November 2019 war Kasperkowitz erstmals in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Damals gab es Medienberichte, nach denen sie einen 80 000 Euro teuren Audi mit 450 PS als Dienstwagen gefahren hat. Die AWO hatte diese Berichte nicht dementiert, sondern daraufhin die interne Dienstwagenrichtlinie geändert. Dienstwagen müssen jetzt deutlich preiswerter, kleiner und ökologischer sein.

Die 37-jährige gelernte Kauffrau Kasperkowitz hatte noch im November 2019 im Interview mit der FR versichert, die damalige AWO-Spitze gehe allen öffentlich geäußerten Vorwürfen „sorgfältig“ nach.  

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