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Um den Aspekt Transport geht es bei mi.na auf der Berger Straße. christoph Boeckheler
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Um den Aspekt Transport geht es bei mi.na auf der Berger Straße. christoph Boeckheler

Frankfurt Fashion Week

Frankfurter Ausstellung: Fashion im Kiez

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Eine Schaufensterausstellung in Bornheim beschäftigt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Mode.

Ein Kleidungsstück legt im Schnitt knapp 25 000 Kilometer zurück. 2014 wurden mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert, und nur circa 70 Prozent aller zurückgeschickten Waren werden wieder verkauft. Diese und viele weitere zum Teil erschreckende Fakten über die Modeindustrie liefert die Schaufensterausstellung „Fashion im Kiez: Mode.Zukunft.Frankfurt“. Sie will nachvollziehbar machen, woher unsere Klamotten kommen, woraus sie bestehen und wie und von wem sie hergestellt werden. Initiiert von der „Lust auf besser leben gGmbH“ beteiligen sich fünf Modeläden in Bornheim an der Ausstellung, die seit Montag bis zum 19. Juli zu sehen sein wird und die begleitend zur Frankfurt Fashion Week läuft.

An fünf Stationen wird das Thema Nachhaltigkeit in der Mode anhand der Wertschöpfungskette aufgegriffen. An der ersten Station, bei Wunderwerk auf der Berger Straße, erfahren Interessierte beispielsweise, dass der Anteil der weltweiten Biobaumwollproduktion gerade einmal ein Prozent beträgt. Das mag verwundern, liest man doch inzwischen häufig von „nachhaltiger Baumwolle“. Doch das sage erst einmal nicht viel aus, sagen die Initiatorinnen der Ausstellung. Es sei wichtig, auf Zertifizierungen wie GOTS zu achten, betont Claudia Lauth, die in ihrem Laden Wunderwerk polyesterfrei arbeitet und auf Materialien wie Biobaumwolle und Tencel setzt.

VERANSTALTUNGEN DER FASHION WEEK

Die Mainzer Mode-Designerin Anja Gockel zeigt zeitgleich zur Frankfurt Fashion Week ihre Sommerkollektion bei einer Modenschau vor geladenen Gästen. Und zwar am heutigen Dienstag ab 19 Uhr unter freiem Himmel auf der Ehrenhofterrasse des Frankfurter Hofs. Per Livestream können Interessierte auf Youtube die Show unter „Anja Gockel Fashionshow S22 „Der Strand liegt unter dem Asphalt“ mitverfolgen.

Designerinnen der Boutique „Quartier Frau“ präsentieren ihre sommerlichen Kollektionen bei ihrer Fair Fashion Show im Nordend am Mittwoch ab 19.30 Uhr in der Bornheimer Landstraße 54. Los geht es bereits mit Aperitif und Musik ab 17 Uhr. Mit dabei sind unter anderem die Frankfurter Labels Coco Lores (Initiatorin Olivia Dahlem), Angela Miklas. Stich by Stich, Lilith Beauty. Die Modenschau ist drinnen und draußen und kostenlos. Aber man muss sich vorab unter „Fair Fashion Show Quartier Frau“ bei Event Brite registrieren: www.eventbrite.de

Die Frankfurt Fashion Lounge an der Alten Oper wird heute um 14 Uhr von Oberbürgermeister Peter Feldmann offiziell eröffnet. Für einige der Laufsteg-Shows am Dienstag und Mittwoch und für die Diskussion über Nachhaltigkeit in der Mode gibt es noch limitierte Tickets unter: https://frankfurtfashionlounge.de/tickets
Die Tickets für die Nachhaltigkeits-Diskussion kosten 19 Euro, die Show-Tickets 59 Euro. Am Mittwoch um 19 Uhr ist als Abschluss eine Charity-Hairshow geplant. Dort treten als Models Promis wie Sonya Kraus, Laura Karasek und Jennifer Knäble auf.

Zudem präsentieren 20 Modelabels am Mittwoch und Donnerstag ihre Kollektionen als Teil der Frankfurt Fashion Lounge im Showroom des Sofitel Frankfurt Opera. Der Eintritt ist kostenlos, aber muss man sich bei Eventbrite vorab registrieren.

Auf dem FFW Studio , der digitalen Plattform der Frankfurt Fashion Week, beschäftigen sich rund 200 internationale Redner:innen an fünf Tagen mit den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Zu den Highlights zählen die von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag, 6. Juli um 10.20 Uhr eröffnete Konferenz „The New European Bauhaus – Werkstatt der Zukunft“ und der Frankfurt Fashion SDG Summit, der am Mittwoch, 7. Juli ab 11.30 Uhr die Nachhaltigkeitsziele der UN in den Mittelpunkt rückt. hsr/rose

Die Ausstellung soll Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch Geschäftsinhaberinnen und -inhaber für das Thema Nachhaltigkeit in der Mode sensibilisieren. Und die Aufmerksamkeit auf die vielen kleinen und bereits nachhaltig arbeitenden Modeläden auf der Berger Straße lenken, wie Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) betont. „Gerade jetzt nach der Pandemie ist es wichtig, mit interessanten Angeboten und Aktionen auf und rund um die Berger Straße die Menschen für ihre Einkaufsheimat zu begeistern.“

Beim Weltladen Bornheim, der zweiten Station der Ausstellung, geht es ums Spinnen, Weben und Veredeln. Und auch hier warten auf den Besucher erschreckende Zahlen: 250 000 Farbstoffe und vier Millionen Tonnen Chemikalien benötigt die Textilindustrie jährlich – die nicht selten ins Abwasser geleitet werden. Aber die Initiatorinnen machen auch deutlich: Nicht alles, was aus dem globalen Süden kommt, bedeute gleich Umweltverschmutzung oder Menschenrechtsverletzung. Auch hier sei es wieder wichtig, auf Zertifizierungen zu achten.

Ursula Artmann bietet in ihrem Weltladen Batikmode aus Ghana an. Im Label der Kleider finden sich die Namen der Frauen, die das Stück gefertigt haben. Ihr sei es wichtig, kurze Lieferketten zu haben und für Transparenz zu sorgen, sagt Artmann. Und damit scheint sie nicht allein zu sein: Sie merke, dass insbesondere die jüngere Kundschaft immer mehr gezielt auf der Suche nach nachhaltig produzierter Mode sei, sagt sie.

Die Ausstellung setzt sich mit den Themen Konfektionierung bei Sonnylemon, Transport/stationärer Handel bei mi.na und Kreislaufwirtschaft bei Oxfam fort. Alle Inhalte online unter: frankfurtnachhaltig.de

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