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Sieht die Europawahl als richtungsweisend: Verena David.

Politischer Aschermittwoch 

Frankfurter CDU attackiert die AfD

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Beim Politischen Aschermittwoch der CDU greift Landtagspräsident Boris Rhein die AfD scharf an.

Der politische Aschermittwoch im Harheimer Bürgerhaus war eigentlich wie immer: Der Musikverein Harheim spielte, Hering wurde serviert, ein Gast hatte sein Auto falsch geparkt. Frank Immel, der Vorsitzende der CDU Harheim, begrüßte die Gäste, darunter auch den Spitzenkandidaten der hessischen CDU zur Europawahl, Sven Simon.

Der 40 Jahre alte Professor für Europarecht an der Marburger Universität gewann die Sympathie der rund 200 Anwesenden mit einem Scherz im Geiste von Annegret Kramp-Karrenbauer. Wenn man sich heutzutage ärgere, dürfe man nicht mehr ausrufen, „Meine Herren!“ - „Meine Damen!“ oder „Meine Damen und Herren!“ müsste es in gendergerechter Sprache nun heißen.

Nach allgemeiner Heiterkeit im Saal warb er für die Vorzüge der Europäischen Union. Er nannte die Meinungs- und die Pressefreiheit, das Demonstrationsrecht, die Vorteile des Binnenmarktes. Angesichts der Tatsache, dass 90 Prozent des weltweiten Wachstums außerhalb Europas stattfinde, müsste Europa weiter zusammenhalten, sagte er.

„Viele Menschen verstehen die Strahlkraft dieses großen Friedensprojektes nicht mehr.“ Das liege auch an überzogener Kritik an der vermeintlichen Überregulierung durch die EU. Klassisches Beispiel sei die Verordnung zur Krümmung der Gurke, die abgeschafft wurde, allein der Handel halte daran fest.

„Unsere Zukunft in Europa steht auf dem Spiel“, sagte Verena David, die auf Listenplatz 3 der hessischen CDU kandiert. Populisten wollten Europa spalten. Die Wahl am 26. Mai sei daher eine Richtungswahl.

Damit die 42 Jahre alte Stadtverordnete Verena David auf Listenplatz drei hinter Michael Gahler und Sven Simon ins Europarlament einzieht, bräuchte die CDU in Hessen allerdings mehr als 40 Prozent der Stimmen.

Der hessische Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) griff die AfD scharf an: „Die AfD will den Euro und das Europaparlament abschaffen und raus aus der EU - das wäre für die Arbeitsplätze in Deutschland eine Katastrophe“, sagte er. Der Frankfurter CDU-Vorsitzende Jan Schneider rief die Anwesenden dazu auf, sich in den Wochen der Fastenzeit „in Genuss zu üben“. „Genießen wir die Punkte, die uns Europa bringt, jeden Tag“, sagte er, und zählte auf: französischen Rotwein, italienischen Parmesan, griechische Orangen. Europa sei mehr als das „Gängelband“, als das es teils bezeichnet werde.

Und weil es beim politischen Aschermittwoch in Harheim so war wie immer, erhoben sich zum Schluss alle Anwesenden zur Nationalhymne.

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