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iThe fragment of the past“ heißt das Werk von Ngo van Sac. Marilyn erkennt man aber nur von weit weg oder durch die Smartphone-Kamera.

Discovery Art Fair

Zum zweiten Mal gibt es die Discovery Art Fair

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Von Jesus im Röntgengerät bis eine Banksy-Version in Lego: Man kann sich bezahlbare und nicht so bierernste Kunst für Zuhause im Forum der Messe Frankfurt kaufen.

Einen der coolsten Künstlernamen hat definitiv El Ego. Der Frankfurter zitiert Werke berühmter Künstlerkollegen von Banksy bis Richter. Für seine Bilder benutzt er ausschließlich Legosteine. Sein Name ist also ein Wortspiel; wie groß sein Ego ist, wissen wir nicht. Denn El Ego wird erst wenige Stunden später am Donnerstagabend zur offiziellen Eröffnung der zweiten Ausgabe der Kunstmesse Discovery Art Fair im Forum der Frankfurter Messe kommen.

Discovery Art Fair

Dort hängt auch seine Version des berühmten Schredderbildes von Banksy. Aber ohne das Mädchen mit dem Luftballon, nur das Herz ist bei seinem Legobild noch übrig. Sogar der braune Rahmen ist aus Lego. Das mit dem pinkfarbenen Legoherz kostet 250 Euro, das rote 350 Euro.

„Wir sind zum ersten Mal bei der Discovery Art Fair dabei und sind schon gespannt aufs Publikum“, erzählt Marieke Severens von der in Maastricht und Wiesbaden ansässigen Galerie Rubrecht Severens Fine Art. Sie verkaufen die El-Ego-Werke auf der Messe.

„We Are Mutants“ von El Bocho.

Im Vorjahr war die Premiere der Discovery Art Fair in Frankfurt. „Wie wir letztes Jahr schon sagten, sind wir gekommen, um zu bleiben. Letztes Mal hatten wir über 10 000 Besucher. Ich rechne damit, dass auch diesmal so viele Menschen kommen werden“, sagt Messedirektor Jörgen Golz.

Er betont immer wieder, es sei eine „etwas andere Kunstmesse“, die es übrigens auch in Köln und Berlin gibt. 2020 soll die in Frankfurter noch größer werden, die Halle über dem Forum dazukommen. „Wir sind kein Museum. Wir sind eine Entdeckermesse mit junger, frischer Ware. Ganz wichtig ist uns: Kunst muss nicht bierernst sein. Und sie soll bezahlbar sein“, so Golz. Ab 150 Euro könne man hier Kunst mit nach Hause nehmen. Im Schnitt kosteten die Werke um die 2000 Euro, aber es gehe auch mal in Ausnahmefällen hoch bis zu 30 000 Euro.

Öffnungszeiten
Noch bis Sonntag geht die Discovery Art Fair Frankfurt im Forum Messe Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1,.

Öffnungszeiten: Samstag: 11 bis 20 Uhr Sonntag: 11 bis 18 Uhr. Das Tagesticketkostet 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Alle Infos: www.discoveryartfair.com rose

80 Aussteller aus 15 Ländern zeigen und verkaufen die Werke von mehr als 400 Künstlerinnen und Künstlern. „Von Kronberg bis Manila sind Galeristen angereist“, berichtet Golz. Die Mitarbeiterinnen der Galerie Stephanie aus Manila (Philippinen) hatte die weiteste Anreise. „Wir haben keine Ahnung, was uns hier erwartet. Also wie Europäer unsere Kunst finden werden. Denn es ist das erste Mal, dass wir außerhalb Asiens ausstellen und verkaufen“, erzählt Grace Micah Oreiro, eine Mitarbeiterin der Galerie.

Die Bilder, die sie zeigen, wirken auf den ersten Blick bunt und niedlich, das sind sie aber so gar nicht. Denn wenn man genauer hinschaut, erkennt man, wie abgedreht und unheimlich sie doch sind. Kleine Mädchen mit übergroßen Puppenaugen stehen vor Tierleichen mit abgerissenen Köpfen, dazu gesellt sich ein Alien-Mädchen. Also eher nicht so fürs Kinderzimmer geeignet. Diese Bilder hat der indonesische Künstler Roby Dwi Antono gemalt. Eines seiner Werke trägt den passenden Titel „Autopsy of Mystery 1“.

Dieses kostet 15 000 Euro. Wesentlicher fröhlicher sind Bilder wie das von spielenden Kindern am Wasserbrunnen von Cveta Markova, die die Städel-Schule absolvierte. Die Werke ihres Freunds Angel Peychinov hängen gegenüber. Das ist kein Zufall. „Sie haben sich an der StädelSchule verliebt“, erzählt die Frankfurter Galeristin Barbara von Stechow. Thorsten Poersch aus dem Ruhrpott nutzt für seine Bilder Acryl, Sand, Sumpfkalk und alte Plakate. „Alles, was mit Recycling zu tun hat“, sagt er. Seit bereits 30 Jahren macht er Kunst. Eines seiner Bilder kostet 4000 Euro. „Das ist günstig für abstrakte Kunst. Als ich anfing, hätte ich mich geärgert, wenn jemand gesagt hätte, dass Kunst nur Deko ist und man dafür nicht so viel ausgeben muss. Mittlerweile denke ich aber genau das Gegenteil: Kunst ist Deko, und sie darf nicht so teuer sein – so dass sich sie viele Leute leisten können.“

Bansky-Interpretation in Lego des Frankfurter Künstlers namenes El Ego.

Für 5500 Euro gibt es am Stand der Offenbacher Galerie Sight ein cooles Werk des vietnamesischen Künstlers Ngo Van Sac. Nur aus der Entfernung oder wenn man sich das Bild aus gebrannten Holzelementen durch die Smartphonekamera anschaut, erkennt man das Gesicht von Marilyn Monroe. Mit der Kettensäge hat Martina Hamberger an ihren Holzskulpturen gearbeitet. Sie wird von der Galerie Klinger & Me auf der Messe repräsentiert.

Auch ungewöhnlich in der Machart ist die Naturaquarell-Serie von Mario Reis. Nur an einer Schnur befestigt er mit Baumwolle bespannte Keilrahmen in Flüssen auf der ganzen Welt von Alaska bis in der Eifel. „Nach zwei, drei Tagen oder in Ausnahmefällen auch erst nach drei Wochen holt er den Rahmen aus dem Wasser, und die Oberfläche wird getrocknet. Das Wasser wird zum Pinsel. Die Farbpalette reicht von Gelb über Rot bis Grün“, sagt Stefanie Mayer-Augarde von der Galerie Augarde aus der Vulkaneifel. Sein erstes Naturaquarell entstand 1977 an der Seine. Da war er 24.

Auffallend ist auch ein Jesus am Kreuz, der in einem Röntgengerät hängt, so dass man seinen Kopf und Oberkörper als Skelett sieht. „Kunst passiert manchmal durch einen blöden Zufall. So auch eben der erleuchtete oder besser gesagt durchleuchtete Jesus“, erzählt Künstler Gerd Paulicke und lacht. 2150 Euro kostet Jesus im Röntgengerät.

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