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Frankfurt: Zwei Standorte für das Gymnasium Ost

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Von: Julia Lorenz, Georg Leppert

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Bildungsdezernentin Sylvia Weber hat dem Ortsbeirat die Pläne für das Gymnasium Ost vorgestellt.
Bildungsdezernentin Sylvia Weber hat dem Ortsbeirat die Pläne für das Gymnasium Ost vorgestellt. © Renate Hoyer

In den Günthersburghöfen darf nur auf versiegelten Flächen gebaut werden. Das hat Folgen für die Größe der Oberstufe des dringend benötigten Gymnasiums.

Das seit langem geplante Gymnasium Ost soll an zwei Standorten in den Günthersburghöfen entstehen. Die Klassen fünf bis acht werden nach Vorstellungen des Bildungsdezernats auf dem Gelände des Betriebshofs für Straßenbau und Erschließung unterkommen. Für die Stufen neun bis dreizehn soll es in rund 200 Metern Entfernung auf dem Areal der Gärtnerei Klumpen einen Neubau geben. Dieser Vorschlag des Magistrats, den das Dezernat dieser Tage den Ortsbeiräten 3 (Nordend) und 4 (Bornheim, Ostend) in nicht-öffentlicher Sitzung vorstellte, stößt auf geteilte Resonanz.

Dass es zwei Gebäude für das im Schulentwicklungsplan vorgesehene Gebäude geben muss, liegt an einem Passus im Koalitionsvertrag. Auf Druck der Grünen sollen in den Günthersburghöfen nur die versiegelten Flächen bebaut werden. Damit waren die ursprünglichen Pläne, die rund 1500 Wohnungen in dem Gebiet östlich der Friedberger Landstraße vorsahen, vom Tisch. Doch auch ein großer Schulbau ist unter dieser Maßgabe nicht möglich. Mit der Konsequenz, dass die Oberstufe des Gymnasiums nur vierzügig geplant werden kann, während in den anderen Jahrgangsstufen jeweils sechs Klassen vorgesehen sind.

„Ich freue mich, dass die Planung endlich konkret wird, der Bau des Gymnasiums Ost ist mehr als überfällig“, sagte Stadtschulsprecher Laurenz Aller. Dass die Oberstufe nur vierzügig geplant werden soll, kritisierte er hingegen: „Wir bekommen ein massives Problem wegen fehlender Plätze in der Oberstufe.“

Weitgehend einverstanden mit den Plänen zeigte sich Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Die Bedeutung des Geländes für das Klima werde berücksichtigt. Allerdings halte sie es wegen der für Frankfurt wichtigen Winde aus der Wetterau für schwierig, dass das Gebäude an der Dortelweiler Straße fünf Stockwerke hoch werden soll. Sie schlug eine Prüfung vor, ob in dem Neubau auf dem Betriebshof mehr Schüler:innen unterrichtet werden könnten.

Gymnasium Ost: Sorge wegen Zeitverzögerung

Die Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsbeirat, Claudia Ehrhardt, sagte, sie könne mit diesem Kompromiss leben, auch wenn die CDU das Gymnasium lieber an einem gemeinsamen Standort gesehen hätte. „Organisatorisch ist das eine Herausforderung, wenn die Lehrer hin- und herpendeln müssen.“ Sie sei aber froh, „wenn die Schule überhaupt gebaut wird“.

Ähnlich sieht das Rafaela Hartenstein, Vorsitzende des Stadtelternbeirats. „Grundsätzlich sind wir froh, dass die Standortfrage jetzt offensichtlich geklärt ist“, sagte sie und erinnert daran, dass das Gymnasium Ost ursprünglich bereits 2019 hätte eröffnet werden sollen. Deshalb hält sie es auch für bedenklich, dass es auch weiterhin noch lange dauern kann, bis die neue Schule an den Start geht.

Das letzte Wort über das Gymnasium ist aber noch nicht gesprochen. Aus der Diskussion habe sich „Änderungs- und Abstimmungsbedarf“ ergeben, teilte Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) am Dienstag auf FR-Anfrage mit: „Das Ergebnis werden wir nächste Woche bekannt geben.“

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