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Mit der Polizeieskorte vorneweg, ging es vom Flughafen nach Germersheim. Zwei Passagiere kamen später zurück.

Coronavirus

Frankfurt: Zwei Passagiere aus Wuhan am Coronavirus erkrankt

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Am Samstag landeten 124 Menschen aus dem chinesischen Wuhan am Frankfurter Flughafen. Zwei sind mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, werden in der Frankfurter Uniklinik behandelt. Ihnen geht es gut.

Die Frankfurter Universitätsklinik behandelt derzeit zwei Erwachsene, bei denen das neue Coronavirus nachgewiesen wurde. Beide saßen in dem Flugzeug der Bundeswehr, das am Samstagnachmittag mit 124 Menschen aus der Provinz Wuhan auf dem Frankfurter Flughafen landete. Ihnen gehe es „sehr gut“, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Sonntagnachmittag in Frankfurt. Sie seien weder beim Einstieg in China krank gewesen, noch bei der Landung. Dass die beiden infiziert sind, sei durch ein freiwilliges Screening aufgefallen, das die Uniklinik angeregt hatte. Alle Rückkehrer hätten sich am Samstag diesem freiwilligen unterzogen. Außer einer Frau, die das nun nachholen will.

Sie gehört zu jenen Passagieren, die noch am Samstag weiter in die Kaserne nach Germersheim transportiert worden war, wo sie nun für zwei Wochen unter Quarantäne stehen. Auch die beiden Patienten waren schon dort, als das positive Testergebnis vorlag. Sie wurden zurück nach Frankfurt gebracht, das sei mit der Bundesregierung vorab so abgestimmt worden, sagte Klose. Frankfurt verfüge über eine große Expertise, ergänzte der Leiter des Gesundheitsamts, René Gottschalk. Als 2003 die ersten Sars-Fälle in Deutschland auftauchten, habe man mit dem gleichen Vorgehen gute Erfahrung gesammelt. „Auch Sars ist ein ,Corona-Virus‘“, stellte Gottschalk klar und betonte, dass keinerlei Ansteckungsgefahr von den 124 Rückkehrern zu befürchten sei.

Informationen

Das Frankfurter Gesundheitsamthat mit dem Hessischen Sozialministerium eine Info-Hotline zum Corona- viruseingerichtet. Sie ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr erreichbar. Die Telefonnummer lautet 069 / 212 774 00.

Auch die AOK Hessenhat ein kostenfreies Info-Telefon zum Thema eingerichtet, das rund um die Uhr und auch am Wochenende erreichbar ist unter 0800 / 126 526 5.

Die Barmer-Krankenkassestellt ebenfalls rund um die Uhr eine kostenlose Telefonleitung für Fragen an Medizinexperten zum Virus bereit unter 0800 /848 411 1.

Die Bundeszentralefür gesundheitliche Aufklärung hat darüber hinaus eine Website mit Antworten auf die wichtigsten Fragen veröffentlicht. Diese ist unter folgender Adresse zu finden: www.infektionsschutz.de/coronavirus-2019-ncov.html.

Informationenbieten auch das hessische Sozialministerium und das Frankfurter Gesundheitsamt auf ihren Homepages: https://soziales.hessen.de, www.frankfurt.de 

Von Mensch zu Mensch sei eine Übertragung erst möglich, wenn die Symptome ausbrechen – etwa bei Husten oder Niesen. Er bleibe dabei: Die Grippe oder auch die Masern stellten eine wesentlich größere Gefahr dar. In Europa verlaufe die Erkrankung mit dem neuen Coronavirus bislang „sehr milde“, sagte Gottschalk. „Wir wissen relativ wenig von dem Virus.“ Deshalb habe die Uniklinik das freiwillige Screening der 124 Rückkehrer angeregt. Weltweit erstmals sei auf diesem Weg das Virus an einer nicht-erkrankten Person nachgewiesen worden.

Die beiden Erwachsenen, über Geschlecht oder Alter gab es keine Angaben, zeigten bislang keine Symptome. Gleichwohl sind sie in Einzelzimmern isoliert untergebracht. Die Behandlung verlaufe „recht unspektakulär“, sagte Maria Vehreschild, Leiterin der Infektiologie. „Den beiden Menschen geht es gut.“ Sie benötigten weder Medikamente noch Infusionen. Sie würden weiter getestet, bekämen ansonsten „ganz normal zu essen und trinken“. Wie lange sie an der Uniklinik bleiben müssen, werde das Gesundheitsamt entscheiden.

Die neue Lungenkrankheit hat den Mitarbeitern des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Frankfurt viel Überstunden beschert. Am Freitag wurde am Flughafen das Medical Assessment Center (MAC) in sechswöchige Bereitschaftsmodus versetzt. Sollte bei einem Flug ein Passagier erkranken, werden hier mögliche Kontaktpersonen hingebracht. Und nächsten Freitag eröffnet die Weltleitmesse „Ambiente“, bei der Chinesen zu den größten Ausstellergruppen zählen. „Sie sind längst da“, sagte Gottschalk. Mit seinem Team hat er sie dieser Tage beim Aufbau besucht, auch mit dem medizinischen Dienst der Messe gesprochen. Es gebe keinerlei Grund, von ihnen eine Ansteckung zu befürchten, betonte er. Auch beim Ausbruch von Sars habe eine große Messe mit vielen chinesischen Ausstellern in Frankfurt stattgefunden. „Sie war sehr erfolgreich.“ 

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