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Das eindrucksvolle Doppelwohnhaus in der Kennedyallee stammt aus dem Jahr 1905.
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Das eindrucksvolle Doppelwohnhaus in der Kennedyallee stammt aus dem Jahr 1905.

Historische Gebäude

Frankfurt: Zwei Objekte mit Chancen auf den Denkmalschutzpreis

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Zehn Objekte sind in der engeren Auswahl des Denkmalschutzpreises - davon zwei aus Frankfurt: ein Doppelwohnhaus in der Kennedyallee und die Direktionsvilla im Palmengarten.

Eine kleine Marmortreppe mit goldenem Geländer führt in einen großen lichtdurchfluteten Raum, in dessen Mitte ein mächtiger Kamin aus dunklem Holz steht. An den Wänden sind dunkelbraune Holzvertäfelungen angebracht, in der Raummitte hängt ein Kronleuchter. Man fühlt sich in eine andere Zeit zurück versetzt, denn all diese prächtigen Details stammen aus der Bauzeit des Gebäudes, Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Raum gehört zu einem villenartigen Doppelwohnhaus in der Kennedyallee 99 und 99a, das es in die engere Auswahl für den Hessischen Denkmalschutzpreis geschafft hat.

20 Bewerbungen sind beim Landesamt für Denkmalpflege eingegangen, in die Vorauswahl schafften es zehn. Zwei Tage hat sich die elfköpfige Jury, die sich aus Vertreter:innen der Denkmalbehörden, des Handwerks, Preisträgern des vergangenen Jahres und den Stiftern zusammensetzt, Zeit genommen, um sich alle Objekte anzusehen. Die beiden Frankfurter Gebäude, das Doppelwohnhaus in der Kennedyallee und die Direktionsvilla im Palmengarten, bilden am Mittwochnachmittag den Abschluss der Tour.

Während einer aufwendigen Sanierung wurden zahlreiche gut erhaltene bauzeitliche Elemente des Doppelwohnhauses freigelegt oder wiederhergestellt. Selbst die Wandfarbe stammt aus der Bauzeit ebenso wie einige Rollläden und Heizkörper. Stuck und eine Deckenmalerei wurden freigelegt, Trennwände herausgerissen und ein Treppenhaus erweitert.

Die Kennedyallee zog einst prominente Anwohner:innen an. In der 99a lebte der kaiserliche Hoflieferant Georg Krebs, in der Hausnummer 99 der Rektor der Universität Frankfurt, Gustav Embden. Im Juni 1933 wurde Embden in das Nervensanatorium in Nassau an der Lahn aufgenommen, wo er wenig später starb. An sein Schicksal erinnert heute ein Stolperstein vor dem Haus.

Nun soll das Gebäude, nachdem es zwischenzeitlich Büros beherbergte, wieder als reines Wohngebäude genutzt werden. Katherina Hanke, die das Haus verwaltet, sagt: „Ich bin gespannt, welche Bewohner die Häuser mit dieser interessanten Historie noch sehen werden.“

Ebenso in die engere Auswahl der Jury hat es die Direktionsvilla in der Siesmayerstraße 61 geschafft. In dem denkmalgeschützten Gebäude aus der Gründerzeit ist die Verwaltung des Palmengartens untergebracht. Seit 2016 wurde die Villa saniert, zunächst das Dach, dann ab 2019 der Rest. Tapete und Boden orientieren sich an den historischen Vorbildern und die Fassade, die viele Jahre lang von Efeu versteckt wurde, präsentiert sich in neuem Glanz.

„Für uns wäre es sehr schön, wenn wir im Jubiläumsjahr diese Auszeichnung bekommen“, sagte Verwaltungsleiter Bernd Ochs. Ach Direktorin Katja Heubach zeigte sich sichtlich erfreut. „Wenn ich nicht jeden Tag dabei gewesen wäre, würde ich selbst nicht glauben, dass es noch das gleiche Gebäude ist.“ Damit die Jury den Vorher-nachher-Vergleich auch hat, hängen im Gebäude Fotos, die zeigen, wie es vor der Renovierung aussah.

Noch am Mittwochabend hat sich die Jury zusammengesetzt, um die Preisträger zu bestimmen. Wie viele es geben wird, wird noch nicht verraten – das erfahren Interessierte erst am 15. September. Dann verleiht Angela Dorn die Denkmalschutzpreise im Biebricher Schloss.

Einst von Efeu versteckt, erstrahlt die Fassade der Direktionsvilla im Palmengarten nun in neuem Glanz.

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