Protest  

Frankfurt: Zwei Kundgebungen gegen rechten Redner

  • schließen

Gleich zwei Bündnisse rufen am Samstag zu Protesten gegen den rechten Islamkritiker Michael Stürzenberger auf. Der will in der Innenstadt über den Islam sprechen.

Eigentlich war nur eine kleine rechte Kundgebung vor dem Einkaufszentrum „My Zeil“ geplant. Vielleicht ein wenig linker Gegenprotest vor Ort. Doch jetzt wird es am heutigen Samstag doch ein größeres Demonstrationsgeschehen mit gleich mehreren Kundgebungen in der Frankfurter Innenstadt geben – und zumindest dem Potenzial auf Ärger und Auseinandersetzungen.

Anlass ist eine Kundgebung des rechten Vereins „Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE), bei der der islamfeindliche Blogger und Redner Michael Stürzenberger auftreten soll. Ursprünglich sollte die Veranstaltung, die am gestrigen Freitag bereits ähnlich in Offenbach abgehalten wurde, von 11 bis 18 Uhr direkt vor dem My Zeil stattfinden. Doch die Versammlung wurde kurzfristig auf den Rathenauplatz oberhalb des Goetheplatzes verlegt.

Trotz der kurzfristigen Ankündigung der BPE wollen nun auch zwei zivilgesellschaftliche Bündnisse Stürzenberger und seinen Mitstreitern vor Ort entgegentreten. Das Bündnis „Nofragida“, das aus dem Protest gegen den Frankfurter Ableger der rassistischen Pegida-Bewegung hervorgegangen ist, ruft gemeinsam mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) ab 10 Uhr zu einer Protestkundgebung auf dem Roßmarkt auf. Man hoffe auf mindestens 100 Teilnehmer und werde auch versuchen, direkt mit Stürzenberger ins Gespräch zu kommen, sagte eine Sprecherin des Bündnisses der Frankfurter Rundschau.

Parallel mobilisieren das „Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt“ und das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus Rhein-Main“ ab 12 Uhr ebenfalls zu einer größeren Gegenkundgebung auf den Roßmarkt. Man wolle „für eine vielfältige und solidarische Gesellschaft“ eintreten, teilten die Organisatoren mit. Die BPE richte sich gegen eine angebliche Islamisierung Europas und werde vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet. „Wir dürfen den öffentlichen Raum nicht dem Hass und der Hetze preisgeben“, so die Veranstalter. „Es gilt für eine Gesellschaft einzutreten, in der wir alle in unserer Vielfalt gut miteinander leben können und wollen.“ Ein Sprecher der beiden Bündnisse sagte der FR, man gehe davon aus, dass sich einige Hundert Menschen beteiligen würden. „Das sollte für Frankfurt auf jeden Fall machbar sein.“

Der Verein BPE sieht sich selbst als „islamkritische Menschenrechtsorganisation“, wendet sich gegen eine angebliche Islamisierung Europas und betrachtet den Islam nicht als Weltreligion, sondern als „totalitäre Ideologie“, die die verfassungsmäßige Ordnung in Deutschland bedrohe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare