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Frankfurt: Zwei Bäume zu viel

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Von: Thomas Stillbauer

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Wir müssen endlich ankommen beim vielbeschworenen Vom-Grün-her-Planen. Auch den Sinn des Weihnachtsbaums am Römer müssten wir dann hinterfragen. Ein Kommentar.

Wie gesagt: Es waren nur zwei Bäume. Frankfurt hat gut 200 000 Bäume in Parks, im Grüngürtel. Und jetzt zwei weniger. Was macht das schon aus?

Viel. Wir leben in einer Zeit, in der ein Baum, zumal in der Großstadt, mehr zählt als vor 100 Jahren. Wir leben in einer Zeit, in der Bäume umfallen, wenn ein Sturm kommt, weil sie krank sind. Fast alle Bäume im Wald sind krank, ausgemergelt durch den menschengemachten Klimawandel. Sie liegen quer über Waldwegen, quer über die Nidda, zu schwach, sich gegen den Sturm zu wehren.

Es werden wieder heiße Sommer kommen. Wir werden wieder über jeden Baum froh sein, der Schatten spendet. Aber wir bauen Autobahnen und Häuser und roden dafür Wälder – weil es irgendwann einmal rechtmäßig so beschlossen wurde.

Eine Kita ist wichtig. Wohnraum ist wichtig – und zwei Bäume mehr hätten das Bauprojekt bereichert. Wir müssen endlich ankommen beim Vom-Grün-her-Planen. So wie es läuft, kann es nicht bleiben. Und ob wir jedes Jahr einen riesigen Weihnachtsbaum für den Römer fällen müssen, auch darüber sollten wir nachdenken. Es gibt Menschen, die einen symbolisch stehen gelassenen Baum christlicher finden als einen symbolisch abgesägten.

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