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Frankfurt: Zuschuss für die Messe

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Von: Florian Leclerc

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Das Messegeschäft soll Ende April wieder starten. Foto: Christoph Boeckheler
Das Messegeschäft soll Ende April wieder starten. © Christoph Boeckheler

Die Messe Frankfurt leidet unter der Pandemie. Um das Unternehmen wirtschaftlich zu stützen, bereiten die Gesellschafter nun einen hohen Zuschuss vor.

Die beiden Gesellschafter der Messe Frankfurt, das Land Hessen (40 Prozent) und die Stadt Frankfurt (60 Prozent), bereiteten einen Zuschuss von bis zu 250 Millionen Euro für die Messe Frankfurt vor. Einen vertraulichen Vortrag habe der Magistrat schon am 18. Februar in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, der Beschluss soll in der nächsten Sitzung am 31. März fallen, teilte der Magistrat mit. Die Antwort erfolgte schriftlich in der Fragestunde auf Frage von Patrick Schenk (AfD).

Die Pandemie habe das Messegeschäft durch Absagen und Reisebeschränkungen stark beeinträchtigt, teilte der Magistrat mit. Durch die Aufnahme von Krediten und ein Kostenmanagement habe die Geschäftsführung den Konzern bislang sicher durch die Krise gesteuert.

Musikmesse wird eingestellt

Die zuständigen Wirtschaftsprüfer hätten nun aber die „positive Fortführungsprognose“ für die Zeit von Frühjahr 2022 bis Frühjahr 2023 nicht erfüllt gesehen. Das gelte vor allem für den schlimmsten Fall, wonach bis in den Mai 2023 hinein keine Messeveranstaltungen, Kongresse oder Kulturveranstaltungen möglich wären.

In diesem „Worst Case“ müsste die Messe Frankfurt ein Liquiditätspolster in Höhe von bis zu 250 Millionen Euro nachweisen – was sie nicht kann. In diesem Falle hätten die Wirtschaftsprüfer das sogenannte Testat verweigert – der Messe drohte die Insolvenz.

Der schlimmste Fall wird aber nicht eintreten. Die Messe Frankfurt startet ihr Messegeschäft in diesem Jahr mit der Messe Prolight + Sound für die Licht- und Audiobranche (26. bis 29. April), die erstmals ohne die Musikmesse stattfinden wird – die Musikmesse wurde eingestellt. Darüber hinaus plant die Messe in diesem Jahr etwa 135 Messen, Kongresse und Veranstaltungen allein in Frankfurt.

Die weitere Konsolidierung des Messegeschäfts sieht vor, die Mobilitätsmesse Hypermotion im November um Konferenzen zu ergänzen und die Konsumgütermessen Ambiente, Christmasworld und Creativeworld im Februar 2023 zusammenzulegen. Die Messe rechnet damit, dass das Geschäft frühestens 2024/2025 wieder ein Niveau wie vor der Pandemie erreichen wird.

Das Corona-Jahr 2020 schloss die Messe mit 122 Millionen Euro Verlust ab. Der Magistrat teilte mit, vor der Pandemie habe die Messe stets zuverlässig eine Dividende an ihre Gesellschafter ausgeschüttet, 13 Millionen Euro pro Jahr, davon acht Millionen Euro an die Stadt Frankfurt.

Von den 250 Millionen Euro soll das Land Hessen 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Stadt Frankfurt will die Mittel in den Haushalt 2022 einstellen. Der Haushalt soll im Juni beschlossen werden.

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