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Autofans begeistern sich noch immer für Benziner mit Pferdestärken, die Corvette C8 hat davon 481. Michael Schick
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Autofans begeistern sich noch immer für Benziner mit Pferdestärken, die Corvette C8 hat davon 481. Michael Schick

Mobilität

Frankfurt: Zur Neuwagenschau in die Klassikstadt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Auf der Frankfurter-Automobil-Ausstellung gibt es konventionelle wie E-Autos zu entdecken.

Tür auf, reinsetzen und die Hände ans Lenkrad: Bei der „Frankfurter Automobil-Ausstellung“ am Sonntag auf dem Hof der Klassikstadt gehen zahlreiche Besucher:innen auf Tuchfühlung mit den Wagen. Sofern die Vielen, die mit dem Auto gekommen sind, einen der noch wenigen freien Parkplätze vor dem Gelände ergattern konnten. Nachdem die Autoschau im Vorjahr coronabedingt ausgefallen war, werden am Sonntag nur geimpfte, getestete oder genesene Personen auf das Gelände gelassen. 1000 Menschen dürften es gleichzeitig sein.

Probe sitzen kann das Publikum in Fahrzeugen von knapp 40 Marken. „Besonders bei uns ist, dass man an einem Ort viele unterschiedliche Autos anschauen kann“, sagt Ralph Haerth, von der Interessengemeinschaft Hanauer Landstraße, die die Ausstellung zum siebten Mal veranstaltet. 150 Fahrzeuge stünden zur genaueren Inspektion bereit. Rund ein Drittel davon E-Autos. Mit insgesamt etwa 4500 Besucher:innen rechne er am Ende des Tages.

Kerstin Münch hat sich ans Steuer eines breiten, elektrisch betriebenen Wagens aus Südkorea gesetzt. Die 46-jährige streicht mit den Fingern über die Kunststoff-Armaturen. „Ich finde, das wirkt total billig.“ Weil sie sich einen neuen Wagen zulegen möchte, erzählt Münch, „wollte ich mir mal alle möglichen Autos anschauen“. Eigentlich suche sie einen Kleinwagen. „Ein großes Auto ist nicht mehr zeitgemäß.“ Außerdem seien Parkplätze in ihrer Tiefgarage, am Supermarkt oder in Parkhäusern nicht für die immer größer werdenden Karossen ausgelegt.

Kompakt wirkt etwa der Flitzer eines italienischen Herstellers, der auf einer umfunktionierten Laderampe der ehemaligen Fabrik steht. Ernest Jasinski testet ihn gerade, indem er mehrmals den Motor im Stand aufheulen lässt. Währenddessen steht seine neunjährige Tochter im Fußraum des Beifahrersitzes und schaut dem Papa zu.

„Ich suche als Zweitwagen was richtig Sportliches“, berichtet der Zeilsheimer und zeigt einen tätowierten Porsche mit den Umrissen des Nürburgrings auf seinem linken Unterarm. Genauso wenig wie er sich einen Porsche leisten könne, käme aktuell für Jasinski ein E-Auto in Frage: „Dafür bin ich noch zu jung“, sagt der 32-Jährige, der ein weiß-rotes Shirt mit der Aufschrift „Polen“ trägt. „Wenn ich 800 Kilometer nach Polen fahre, müsste ich sonst mehrmals zum Aufladen anhalten“, sagt Jasinski.

Auf einem Parcours für Kinder werden schon die Jüngsten mit elektrisch betriebenen Spielzeug-Autos ans Thema herangeführt. Der Einstieg erfolgt bei den kleinen Modellen aber von oben. Daneben können E-Roller auf einer kurzen Slalom-Strecke ausprobiert werden. Ein Besucher sagt: „In diesem Jahr gibt es gar keine E-Bikes“. Mit-Veranstalter Haerth korrigiert: Probe gefahren werden könnten diesmal zwar keine. Ein Laden im roten Backsteingebäude der Klassikstadt biete jedoch Elektro-Räder an. Dort hindurch schlendern auch am Sonntag Besucher:innen und schauen sich Oldtimer hinter Glas an.

Draußen am ehemaligen Schornstein riecht es nach Gegrilltem aus den Imbissständen. In einer Ecke säuseln leise Saxophon- und Klavierklänge aus einem Lautsprecher. Das Lärmen von Motoren ist dagegen nur selten zu hören. Kurz unterbricht das Anlassen eines Motorrades die gemächliche Spätsommer-Stimmung. Und aus dem Radio der Maschine ist in voller Lautstärke einige Momente lang ein Pop-Song zu hören. Da könne man das Radio auch mit „Tempo 140“ hören, wird einem Interessenten gesagt.

Eine Verkäuferin wischt mit Desinfektionsmittel über Türgriffe, Lenkräder und Armaturen der Fahrzeuge ihrer Autohandlung. Bei einem Kleinwagen öffnet Besucherin Maria Wagner als erstes die Kofferraumklappe. „Ein Kasten Wasser würde reinpassen“, sagt ihr Mann Thomas.

Das Paar aus Wehrheim im Taunus habe erst kürzlich einen „Elektro-Mini“ gekauft, berichtet sie. „Wir interessieren uns für Autos und gucken uns gerne schöne Autos an“, sagt die 64-Jährige. Deshalb seien sie zur Ausstellung gekommen, obwohl sie aktuell drei Gefährte zu Hause hätten.

„Ein BMW wird bald verkauft“, berichtet Thomas Wagner. Weiter sagt der 59-Jährige: „Wir sind nicht rein auf Elektro gepolt“. Ihr drittes Auto sei ein Benziner, „schon, um in den Urlaub fahren“ zu können. „Der Mini hat eine Laufkapazität von 170 Kilometern“, berichtet Maria Wagner. Vom Hersteller seien mehr angegeben worden. Dennoch sei sie „voll zufrieden“.

Anabelle (5) ist elektrisch unterwegs.

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