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Polytechnische Gesellschaft

Zum Geburtstag ein Batzen Geld von „Mister X“

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hilft seit 15 Jahren, Bildungschancen für Kinder und Familien zu erhöhen. Im Moment ist alles anders, aber nicht alles schlechter.

Nicht viel wird besser in einer Pandemie, aber die Rechtschreibung, wer weiß? Vielleicht. Den Wettbewerb „Deutschland schreibt!“ jedenfalls verlegte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in diesem Jahr komplett ins Internet; fast 800 Menschen machten mit. Es schrieb plötzlich nicht nur Deutschland recht, es rechtschrieben auch Paris, Athen, Málaga, Istanbul, Kairo, São Paulo, Bangalore, Lima – und die Siegerin in der Kategorie Schülerinnen und Schüler schrieb besonders richtig in Hongkong.

Ein schöner Erfolg, freut sich Roland Kaehlbrandt, der Vorsitzende der Stiftung, die am Dienstag ihren 15. Geburtstag feierte. Ins Digitale „hineingefuchst“ habe man sich. „Unser Bestreben ist, uns jetzt nicht den Schneid abkaufen zu lassen.“ Bildung bleibe eines der wichtigsten Ziele, gerade in schweren Zeiten. „Das dürfen wir nicht aufgeben, sonst erodieren unsere Beziehungen, sonst verkümmern unsere Sinne.“

15 Jahre Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Eine Teenagerin also – man könnte auf die Idee kommen, sie sei die Jugendorganisation des Vereins Polytechnische Gesellschaft, gegründet 1816, um Großes in Frankfurt zu schaffen. Die Frankfurter Sparkasse von 1822 etwa oder die Wöhlerschule, das Museum Angewandte Kunst und zahlreiche Förderangebote gehen auf den Verein zurück. Aber nein, sagt Kaehlbrandt: Neugier, Offenheit, Vorbehaltlosigkeit, diese jugendlichen Attribute seien der Polytechnischen nie fremd gewesen, da habe nicht erst 2005 die Stiftung hinzukommen müssen.

Bildung und Kultur

Gefüttert wurde der Spross vor 15 Jahren mit 393 Millionen Euro aus dem Verkauf der Sparkasse. Das Kapital wuchs bis heute auf 446 Millionen, wie Finanzvorstand Johann-Peter Krommer vorrechnet. Dies, während 80 Millionen in die Anliegen der Stiftung flossen: Familien-, Sprach- und kulturelle Bildung, Naturwissenschaft, Technik, Bürger:innenengagement. In Zahlen: 120 000 Menschen in Frankfurt gefördert, 1900 Stipendiaten versorgt. Wenn die Stiftung auch in erster Linie Programme für Frankfurt entwickelt, so werden ihre Ideen längst transferiert bis Hamburg und Berlin. Zurzeit beteiligt sie sich zudem an Corona-Hilfsfonds für Künstler:innen

Kinder können als „Junge Mathe-Adler“ mit Zahlen tüfteln oder im „Deutschsommer“ während der Ferien drei Wochen lang Theater spielen und dabei Deutsch lernen. Familien hilft die Stiftung mit den „Willkommenstagen in der frühen Elternzeit“ beim Start. Besonders bekannt sind die „Stadtteilbotschafter“. Das sind vier von 19 sogenannten Leitprojekten der Stiftung, die sich selbst das Motto gegeben hat: „Tun, was fehlt und nützt“. Es passt in die lange und glorreiche Stiftungsgeschichte dieser Stadt. Ebenso passt, dass ein Gönner, „Mister X“, zum 15. Geburtstag 100 000 Euro beisteuerte.

Zwei neue Projekte haben in diesem Jahr schon begonnen: Die „Nachhaltigkeitspraktiker“ setzen sich eigene Ziele fürs Klima, die „Junge Paulskirche“ kümmert sich um Demokratie und Verfassung. Vieles mehr soll folgen, denn eine Stiftung sei schließlich für die Ewigkeit bestimmt, sagt Roland Kaehlbrandt. „Uns gehen die Ideen nicht aus“, verspricht er. Sein Lieblingszitat einer „Deutschsommer“-Teilnehmerin: „Ich möchte alle Wörter kennen.“

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