Thomas Ranft (Hessischer Rundfunk, li.) und Paul Fay (Energiereferat) beim Klimafrühstück. Monika Müller
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Thomas Ranft (Hessischer Rundfunk, li.) und Paul Fay (Energiereferat) beim Klimafrühstück. 

Klimawette

Frankfurt: „Zum CO2-Sparen gibt es keine Alternative“

  • Thomas Stillbauer
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Klimawetten-Gipfeltreffen mit Energiereferat, HR und FR: In der Stauffenbergschule gibt es Klimafrühstück mit guten und nicht so guten Zutaten für die Zukunft.

Klimawetten – das heiße Ding derzeit. Paul Fay vom Energiereferat und HR-Wetterfrosch Thomas Ranft taten es schon im November. Fays Team sparte mehr als 1000 Tonnen Kohlendioxid und gewann. Um die Wettschuld zu begleichen, kommt Ranft Montagfrüh in die Stauffenbergschule. Es gibt Klimafrühstück.

„Ihr seht so gut aus!“, lobt Ranft, bekannt aus der täglichen Show „Alle Wetter“ im Dritten, erst mal die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, und stellt sich vor: „Ich bin der Thomas.“ Die jungen Leute an den Tischen sind angehende Marketingkommunikatoren und Veranstaltungskaufleute und haben sich für den Kurs „Klimaschutz und Ernährung“ in der Berufsschule angemeldet. Der FR verrät der Meteorologe: „Es ging bei der Wette ja nicht ums Gewinnen.“ Genau wie in der laufenden FR-Klimawette übrigens! Er, Ranft, habe sich einfach nicht vorstellen können, dass Menschen und Unternehmen in der Region in so kurzer Zeit so viel CO2 einsparen würden.

Taten sie aber. Und sie könnten noch mehr einsparen. „Wenn jeder auf Fleisch verzichten würde, wären das pro Person 100 Kilo CO2 weniger im Jahr.“ Und wenn ganz Frankfurt mitmachen würde: bald 80 000 Tonnen.

Bettina Meints-Korinth von der Verbraucherzentrale fragt erst mal die Klasse, was sie mit Klimaschutz verbindet. Das gehört zum Konzept Klimafrühstück, und da kommt viel zusammen: Ernährung, Mobilität, Globalisierung, Lebensstil, Ressourcen. „Schneetage gehen verloren“, sagt eine Schülerin. In der Tat – den ganzen Winter gab’s noch keinen anständigen Schneetag in Frankfurt.

Das soll nicht zum Dauerzustand werden. Meints-Korinth bringt daher erst mal Ernährungswissen unters junge Volk, lässt die Klasse selbst Frühstück machen, einige haben Klimasnacks mitgebracht. Es erweist sich, dass frische Tomaten im Winter keine gute Idee sind, wenn man das Klima schützen will, kühl gelagerte Karotten aus dem Herbst aber schon. Und auch wenn Thomas Ranft sagt: „Alles, was lecker ist, ist schlecht fürs Klima“ – die Ernährungsberaterin findet: „Bei einem schönen Picknick muss kein Schweinebraten dabei sein.“

Einig sind sich alle: Wir brauchen noch viel Verhaltensänderung. „Die Aufgabe Klimaschutz ist noch lange nicht erledigt“, sagt Ranft. Schaffen wir das? „Wir haben keine Alternative. Wenn sich die Erde um vier Grad erwärmt, sterben mehr Arten, als Windräder je schreddern können.“

Klare Ansage. Derweil geht die FR-Klimawette rasant weiter – etwa mit Familie Sommer aus Maintal. Sie schreibt uns: „Liebes FR-Team, wir finden die Aktion Klimawette richtig super – ein Signal, dass eben doch jeder Einzelne etwas tun kann.“ Die Sommers leben seit jeher umweltbewusst ohne Wäschetrockner, mit plastikfreiem Einkauf auf dem Wochenmarkt, in diesem Jahr wollen sie Sonnenkollektoren auf ihr Reihenhausdach bauen lassen. Der Strom wird dann den nächsten Familienwagen antreiben, E-Auto oder Plug-in-Hybrid.

Das Energiereferat hat gegen die FR darum gewettet, wer mehr CO2 einspart bis zum 20. Februar. Und die FR-Leserinnen und -Leser lassen sich nicht lange bitten. „Hallo, liebes Klimawette-Team“, schreibt Dagmar Battiany aus Frankfurt, „ich lasse schon das ganze Jahr mein Auto stehen und fahre ausschließlich mit dem Fahrrad. Mittlerweile geht auch das Einkaufen mit dem Rad ganz gut.“ Sie isst kein Fleisch, kauft Klamotten im Secondhandladen, Lebensmittel saisonal, regional, unverpackt. „Das ist mein Beitrag – aber ich werde meine Augen offenhalten, wenn ich irgendwo was für das Klima tun kann.“

Wir danken herzlich. Machen Sie mit, mailen Sie Ihren Klimawettebeitrag an online@fr.de. Alle Infos: www.fr.de/Klimawette.

Die globalen CO2-Emissionen im Energiesektor stagnierten im Jahr 2019. Das ist eine gute Nachricht. Für ein Aufatmen ist es aber noch zu früh. Die Analyse.

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