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Das Architekturmuseum beschäftigt sich in zwei Ausstellungen mit den Städtischen Bühnen. Peter Jülich

Ausstellungen in Frankfurt

Frankfurt: Zukunft der Städtischen Bühnen

Das Architekturmuseum Frankfurt zeigt vor seiner Sanierung Ausstellungen zu großen Bauvorhaben in der Stadt.

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt steht vor einer grundlegenden Sanierung. Doch bevor das Haus 2021 zur Baustelle wird, und der Museumsbetrieb für zwei Jahre eingestellt werden muss, plant es für dieses Jahr große Ausstellungen, beispielsweise zur Zukunft der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz und zu den Neubauten auf dem Gelände der Deutschen Bundesbank.

„Bei uns sind viele Ausstellungen nicht gesichert. Wir beginnen eine Ausstellung zu planen und suchen die Drittmittel“, sagte Peter Cachola Schmal, Direktor des DAM, auf der Jahrespressekonferenz zur Programmgestaltung. Die Finanzierung war nicht der einzige Unsicherheitsfaktor, mit dem die Ausstellungsmacher zu ringen hatten.

Die Ausstellungen in der zweiten Jahreshälfte seien, so Cachola Schmal, mit weniger als einem Jahr Vorlauf geplant worden. Das DAM hatte sich darauf eingestellt, schon in diesem Jahr wegen der anstehenden Sanierung schließen zu müssen. Die Bauarbeiten werden jedoch voraussichtlich erst 2021 beginnen, ob im Frühjahr oder im Herbst ist noch nicht klar. Die Dämmung, Fenster und die Klimaanlage des Museums müssen erneuert werden. Zusätzlich wird für Besucher ein zweiter Fluchtweg in einem Tunnel geschaffen.

Zwölf Millionen Euro stehen für die Bauarbeiten bereit, die voraussichtlich zwei Jahre dauern werden. „Wir gehen von einem Baustellenende im Frühjahr 2023 aus“, sagt Cachola Schmal. Bis 2024 muss alles fertig sein, denn dann feiert das Museum sein 40-jähriges Bestehen. Das Gebäude aus dem Jahr 1984 steht nicht unter Denkmalschutz. „Es ist jedoch denkmalschutzwürdig“, sagte Andrea Jürges, die stellvertretende Museumsdirektorin.

Um den Museumsbetrieb im Jahr 2021 wenigstens teilweise aufrecht zu halten, ist das DAM zurzeit auf der Suche nach einer Ausstellungsfläche, die es vorübergehend nutzen kann. Doch nicht nur am Museum werden die Bagger anrollen, auch in Frankfurt gibt es neue Bauvorhaben, die das DAM in diesem Jahr in Ausstellungen thematisiert.

Zu der Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz bietet das Museum gleich zwei Ausstellungen an. Derzeit läuft unter dem Titel „Interim Oper“ eine Ausstellung über Interimslösungen an der Bockenheimer Warte für die Oper, die möglicherweise ihren Standort am Willy-Brandt-Platz aufgeben muss. Zusammen mit dem Bockenheimer Depot könnte an der Warte ein öffentlicher Kulturplatz entstehen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. Februar.

In einer zweiten Ausstellung zur Frage „Neue Bühne(n) am Willy-Brandt-Platz?“, die am 25. April beginnt, sind Entwürfe von Studierenden der Frankfurt University of Applied Sciences zu sehen, die mögliche Neubauten oder eine Teilsanierung der Doppelanlage an ihrem derzeitigen Standort zeigen.

Um ein weiteres großes Bauvorhaben geht es in der Ausstellung „Campus Deutsche Bundesbank“, die am 16. Juli öffnet. Die Bundesbank hat einen EU-weiten Architektenwettbewerb ausgeschrieben für Neubauten auf ihrem Gelände in Bockenheim. Die Entwürfe der 30 Architektenbüros sind in der Schau zu sehen.

Das DAM zieht für 2019 eine positive Bilanz. 89 600 Besucher kamen ins Museum. Das sind 20 000 weniger als 2018, trotzdem ist es der zweitbeste Wert der letzten fünf Jahre. „Das Haus brummt, das ist schön“, sagt Cachola Schmal.

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