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Frankfurt: Zu wenig Geld für Spielplätze

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Von: Sandra Busch

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Aneli spielt mit Mama im Sandkasten.
Aneli (2) spielt mit Mama im Sandkasten. © Michael Schick

672 Freizeitanlagen gibt es in Frankfurt, viele davon sind sanierungsbedürftig

Der Unmut über den Zustand Frankfurter Spielplätze ist groß bei Eltern, Ortsbeiräten, Kinderbeauftragten. Spielgeräte werden abgebaut und nicht ersetzt, sind marode und nicht mehr sicher, manche Plätze sind wochen- oder monatelang gesperrt. Und so sieht es auf manchem Frankfurter Spielplatz recht trostlos aus, Klettergerüste sind einzäunt und Wippen abgebaut.

Der Grund: Es fehlt an Geld und Personal. Aber auch die Materialengpässe bereiten Probleme. Kleinere Spielgeräte haben eine Lieferzeit von sechs Wochen bis zu drei Monaten, bei größeren dauert es bis zu einem Jahr. Für Pflege und Unterhalt der Spielplätze ist das Grünflächenamt zuständig. Es muss sich derzeit um 672 Freizeitanlagen kümmern. Dazu zählen 440 Spielplätze, 27 Rollsportanlagen sowie 103 Bolzplätze. Hinzu kommen Wasserspielplätze, Fitnessanlagen und ähnliches. Es müssen Ersatzgeräte beschafft, Spielgeräte repariert, Sicherheitskontrollen durchgeführt, Sand ausgetauscht werden.

Dass für all diese Aufgaben nicht genügend Geld da ist, verhehlt niemand. In mehreren Stellungnahmen auf Anfragen von Ortsbeiräten zum Zustand der Spielplätze verweist der Magistrat darauf, dass „leider nur begrenzte Finanzmittel zur Verfügung stehen“. Auch lasse die Erfordernis, den städtischen Haushalt insgesamt zu konsolidieren, keine Hoffnung auf eine deutliche Erhöhung des Budgets zu. „Daher wird es auch künftig im gesamten Stadtgebiet Realität sein, dass nicht alle defekten und altersbedingt abgebauten Spielgeräte sofort ersetzt werden können.“

Und so kommt es dazu, dass ein Spielplatz gesperrt werden muss, weil kein Geld dafür da ist, den Rindenmulich für den Untergrund auszutauschen. Oder dass die Kinder vor abgesperrten Spielgeräten stehen. Wie viele Spielgeräte defekt sind und nicht ersetzt wurden, darüber unterhält das Grünflächenamt keine Statistik. Aber in den Ortsbeiräten führen sanierungsbedürftige Spielplätze immer wieder zu Diskussionen. Manch ein Stadtteilparlament nutzt das eigene Budget, um neue Spielgeräte anzuschaffen, weil das Amt kein Geld hat.

Die Stadtregierung will aber mehr Geld in die Spielplätze stecken. Im Jahr 2023 sollen es rund zwei Millionen Euro sein. 850 000 Euro sind für das Programm „Neubau und Wiederherstellung von Spielanlagen“ vorgesehen. Hinzu kommen einmalig etwa 1,2 Millionen Euro. Im Haushalt 2022 wurden drei zusätzliche Stellen geschaffen, um Spielplätze zu kontrollieren. Zu den regelmäßigen Spielplatzkontrollen zählen wöchentliche Begehungen, Quartalskontrollen und eine Jahreshauptuntersuchung.

In welcher Reihenfolge die Plätze saniert werden, entscheidet der Magistrat in Absprache mit den Kinderbeauftragten, dem Grünflächenamt und dem Kinderbüro. Seit diesem Jahr wird zusätzlich ein Runder Tisch pro Bezirk mit den jeweils zuständigen Kinderbeauftragten betrieben, um die Priorisierung der Maßnahmen transparent und gemeinsam zu entwickeln.

Die Grunderneuerung beziehungsweise Umgestaltung größerer Spielanlagen erfolgt mit einer moderierten Kinderbeteiligung, um eine bedarfsgerechte und hohe Akzeptanz erwirkende Ausstattung zu erreichen, heißt es vom Grünflächenamt.

Reichen wird das alles aber nicht. Das räumt auch der Magistrat ein. Nur eine mittel- bis langfristige Erhöhung könne die Situation auch auf Dauer ändern. Um eine nachhaltige Instandhaltung sicherzustellen, müssten theoretisch etwa 40 Anlagen pro Jahr grunderneuert werden. Derzeit seien im Durchschnitt vier Maßnahmen möglich.

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