Im Restmüll landet zu viel Kunststoff, der in die Gelbe Tonne gehört.
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Im Restmüll landet zu viel Kunststoff, der in die Gelbe Tonne gehört.

Umwelt

Frankfurt: Zu viele Wertstoffe im Restmüll

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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In Frankfurt landen zu viele organische Abfälle, Kunststoff und Papier im Restmüll. Der Magistrat will das ändern.

Die Frankfurterinnen und Frankfurter sollen besser auf die Mülltrennung achten. Wie der Magistrat in einem aktuellen Bericht ausführt, landeten nach wie vor etwa 70 Prozent Wertstoffe im Restmüll. Sie könnten anderweitig genutzt oder recycelt werden.

Der Restmüll besteht demnach unter anderem aus organischen Abfällen (46 Prozent), Papier (zwölf Prozent) und Kunststoffen (sieben Prozent), wie eine Frankfurter Sortieranalyse gezeigt habe, die von einer bundesweiten Sortieranalyse jüngst bestätigt wurde.

„Dies hat unmittelbar Auswirkungen auf den Abfallgebührenhaushalt, denn Restmüll ist die Abfallfraktion, für die die höchsten Entsorgungskosten anfallen“, hält der Magistrat fest. Die Grundgebühr liegt bei 66 Euro im Jahr und wird auf Mieterinnen und Mieter umgelegt.

Ziel ist die „Null-Müll-Stadt“

Für über die Biotonne entsorgten Bioabfälle entstünden nur ein Siebtel der Kosten je Tonne. Die Kosten für Leerung der gelben Tonnen gingen gar nicht zu Lasten des Gebührenhaushalts, sondern würden von den Dualen Systemen getragen, heißt es weiter. Das selbst erklärte Ziel, bis 2020 die Hälfte der Abfälle zu verwerten, habe Frankfurt verfehlt. Es seien zuletzt maximal 40 Prozent gewesen.

Bei optimaler Trennung des Hausmülls könnten die Frankfurterinnen und Frankfurter ihren Hausmüll von 205 Kilogramm Restmüll je Einwohner:in und Jahr auf etwa 64 Kilogramm reduzieren. „Dieses Potenzial muss genutzt werden“, so der Magistrat.

Mit einer Kampagne für eine „Zero Waste City“ (Null-Müll-Stadt) will der Magistrat künftig für mehr Mülltrennung werben. Geplant sei eine eigenständige Marke oder ein Logo für alle, die mitmachen wollten. Das könnten private Initiativen wie die Repair-Cafés, Unverpackt-Läden, die Foodsharing-Initiative, Gebrauchtwaren-Kaufhäuser und Internet-Aktivist:innen sein.

Darüber hinaus wolle sich die Stadt über das Netzwerk „Zero Waste Cities Europe“ und den Kreis der „Circular Cities“ mit anderen europäischen Städten vernetzen. Die Stadt strebe eine offizielle Zertifizierung als „Zero Waste City“ an.

Zusätzliche würden weitere Sammlungen von Grün- und Gehölzschnitt und mehr Möglichkeiten zur Abgabe von Elektrogeräten angeboten. Im Frühjahr soll die Plattform „Reyours“ online gehen. Dort werden gebrauchte Elektrogeräte zu haben sein.

„Die Vermeidung von Abfällen verhindert unmittelbar die Vernichtung von Rohstoffen, während eine Verbesserung der Mülltrennung dazu beiträgt, wichtige Rohstoffe wiederzugewinnen und der Wirtschaft erneut zur Verfügung zu stellen“, führt der Magistrat aus. Würden wiederverwertbare Stoffe nicht separiert und recycelt, gingen sie in der Müllverbrennung unwiederbringlich verloren.

Der Magistrat strebt nun an, bis 2035 die Menge an Restmüll pro Kopf und Jahr von derzeit 205 auf 120 Kilogramm zu senken, und zwar um zwei Prozentpunkte pro Jahr - von nun an.

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