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An der Ecke Ginnheimer Hohl/Hügelstraße starb ein Radfahrer, die Unfallkommission wurde schnell tätig.
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An der Ecke Ginnheimer Hohl/Hügelstraße starb ein Radfahrer, die Unfallkommission wurde schnell tätig.

Verkehr

Frankfurt: Zu viele Tote im Straßenverkehr

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Ein Magistratsbericht gibt Einblicke in die Arbeit der städtischen Unfallkommission. Langwierige Arbeit an neuralgischen Kreuzungen.

Ein aktueller Magistratsbericht über die Arbeit der städtischen Unfallkommission gibt Einblick über Art und Häufigkeit von tödlichen Verkehrsunfällen in Frankfurt. Demnach sind im vergangenen Jahr acht Menschen im Stadtgebiet bei Verkehrsunfällen umgekommen. 2019 waren es 14 gewesen. Außerdem habe die Polizei der Unfallkommission 18 Unfallhäufungsstellen im Jahr 2020 gemeldet.

Problemfall im Nordend

Die Unfallkommission schaut sich die Gefahrenstellen an und berät über mögliche Änderungen der Verkehrsführung. Bei gravierenden Einzelereignissen wie den tödlichen Unfällen in der Oskar-von-Miller-Straße im vergangenen November oder im Ginnheimer Hohl, bei denen insgesamt drei Menschen starben, versucht die Unfallkommission schnell Abhilfe zu schaffen. So gab es nach dem Unfall in Ginnheim, bei dem ein Radfahrer ums Leben kam, Markierungsarbeiten und mehr Platz für Radfahrende. Die Oskar-von-Miller-Straße soll künftig mit einem Enforcement-Trailer auf Geschwindigkeitsverstöße überwacht werden.

Unfallkommission

Das Gremium gibt es in Frankfurt bereits seit 1974, war aber früher als „Kommission zur Erfassung und Beseitigung von Unfallhäufungsstellen“ bekannt.

Mitglieder der Kommission sind Vertreter:innen von Polizei, Straßenverkehrsamt und Straßenbauamt. Bei Bedarf auch andere Gremien.
Rechtliche Grundlage ist ein Erlass der hessischen Ministerien Verkehr und Inneres. Alle Maßnahmen der Unfallkommission werden angeordnet und müssen umgesetzt werden.

Maßnahmen können veränderte Beschilderungen, Markierungen und Ampelphasen sowie Umbauarbeiten oder Fahrbahnerneuerungen sein. ote

Bei den meisten Unfallschwerpunkten ist die Arbeit der Unfallkommission aber langwieriger. Die Prüfungen umfassen „Eingewöhnungszeit“, Beobachtungszeitraum und Wirksamkeitsprüfung. Bei Unfällen mit Verletzten beträgt allein der Beobachtungszeitraum drei Jahre. Daher enthält der nun veröffentlichte Magistratsbericht vor allem Maßnahmen zu Unfallschwerpunkten aus den vergangenen Jahren.

Da der Radverkehr in der Stadt eine immer größere Rolle spielt, listet der Bericht auch die Unfälle mit tödlich verunglückten Radfahrer:innen zwischen 2016 und Ende 2020 auf. In dem Zeitraum kamen 16 Menschen auf Fahrrädern ums Leben. Fünf starben der Auswertung der Unfallkommission zufolge bei Alleinunfällen, fünf durch eigene Fahrfehler und drei, weil sie in den toten Winkel eines Lastwagen gerieten, zwei wegen überhöhter Geschwindigkeit, einer, der 73-Jährige im Ginnheimer Hohl, durch einen Fahrfehler des Lastwagenfahrers. In sieben der 16 Fälle leitete die Unfallkommission im Nachgang keine Maßnahmen zur Umgestaltung der Unfallorte ein. Als Ursache für den Unfall im August 2018 in der Kurt-Schumacher-Straße, bei dem ein Radfahrer unter einen Laster geriet, sah die Kommission einen Fahrfehlers des Radlers, empfahl aber trotzdem eine Umgestaltung des Unfallorts, die bereits erfolgte.

Wie erfolgreich auch teils schon kleine Maßnahmen sind, belegt die Betrachtung von zehn Unfallhäufungsstellen zwischen 2016 und 2019. An den neuralgischen Punkten hatten sich vor den Maßnahmen 72, danach nur noch 21 Unfälle ereignet. Die Zahl der Verletzten sank von 39 auf sieben. An der Kreuzung Theodor-Heuss-Allee/Emil Sulzbach-Straße in Bockenheim sank die Zahl der Unfälle von zehn auf einen, nachdem dort die Beschilderung geändert wurde.

Mancherorts will die Unfallkommission aber noch nachbessern. So war die Zahl der Unfälle Ecke Oeder Weg/Wolfsgangstraße zwar von sechs auf drei zurückgegangen, nachdem Parkplätze verlagert wurden. Die Zahl von drei Verletzten von 2017 bis 2020 sei aber immer noch zu hoch, heißt es im Magistratsbericht.

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