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Feiern beim Pool Sessions World Club Dome im Frankfurter Stadionbad, hier mit DJane Stella Bossi. Bild: Monika Müller
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Feiern beim Pool Sessions World Club Dome im Frankfurter Stadionbad, hier mit DJane Stella Bossi. Bild: Monika Müller

World Club Dome Pool Sessions

Frankfurt: Trotz Corona zu Techno tanzen

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Das Techno-Festival „World Club Dome Pool Sessions“ im Frankfurter Stadtwald feiert mit 10.000 Fans trotz Corona - nicht alle halten sich an die Maskenpflicht.

Frankfurt - Nicht nur aus dem Stadionbad dröhnt und brummt es bis über die Mörfelder Landstraße hinaus. Auch in Teilen des angrenzenden Waldstadion-Geländes hören am Samstag (04.09.2021) laut Veranstalter rund 10.000 Technofans ihrer Lieblingsmusik zu. Weitläufig ist das Festivalareal bei den „World Club Dome Pool Sessions“ von Freitag bis Sonntag im Stadtwald. Eng wird es teilweise trotzdem vor den vier Bühnen.

Bis zu 12.000 Besucher:innen pro Tag waren im Vorhinein zu dem Festival zugelassen worden. Voraussetzung: Sie sind vollständig gegen Corona geimpft oder genesen. Und bis zu 1200 Ungeimpfte erhielten dank Negativtest Einlass. Darauf hatten sich die veranstaltende „BigCityBeats“-GmbH und die Stadt Frankfurt kurz vor Festivalbeginn bei einem Vergleich vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof geeinigt. Die Stadt hatte zuvor lediglich 500 Getestete gefordert. Laut Gericht sollten 1500 Ungeimpfte getestet kommen dürfen.

Techno-Festival trotz Corona in Frankfurt

Eine der Getesteten ist Helena Reschke. Am Vortag habe sie noch einen PCR-Test machen müssen, ehe sie auf das Festivalgelände gedurft hätte, berichtet die 24-Jährige mit Glitter im Gesicht. Bei strahlendem Sonnenschein steht sie im Bikini mit ihrem Kumpel Sascha Weliki an dem für das Publikum geöffneten Nichtschwimmerbecken und raucht. „Die Location im Wald ist übelst cool und das Wetter fantastisch“, sagt Reschke. „Mit dem Pool ist das der Oberhammer.“ Ihr gleichaltriger Freund in Badeshorts schwärmt vom „großen Feuerwerk mit Lichtshow und Lasern“ am Vorabend. „Die meisten Festivals wurden abgesagt.“ Daher hätten sie sich für das Drei-Tage-Festival zum Preis von 60 Euro entschieden, seien dafür aus Dresden angereist und übernachteten in einem nahe gelegenen Hotel.

Während es am Samstagnachmittag im Wasser und auf der angrenzenden Liegewiese an der großen Bühne in Quallenoptik kaum Gedränge gibt, sieht es an einer grün gestalteten Bühne im Wald ganz anders aus. Dort, direkt hinter dem Haupteingang, tanzen Menschen nah beieinander vor der Anhöhe mit dem DJ-Pult. Nur wenige tragen Masken. Viele haben sie unters Kinn geschoben. Das Sicherheitspersonal versucht, neue Besucher:innen auf die Maskenpflicht aufmerksam zu machen. „Überall?“, fragt ein Mann entsetzt, als er von einem Sicherheitsmitarbeiter, der OP-Masken verteilt, darauf hingewiesen wird.

Techno-Festival in Frankfurt: Corona-Masken werden nicht immer getragen

Zwei junge Männer mit Bechern in den Händen, die von einer kaum besuchten Bühne an einem Parkplatz kommen, tragen Masken. „Nicht jeder hält sich dran“, sagt Dominik Junga, einer der beiden. Dennoch, so fügt der 22-Jährige hinzu, „ich fühle mich sicher“. Geimpft sind die beiden Münchener, die für drei Tage bei Verwandtschaft in der Umgebung unterkommen. „Die Stimmung ist super und ich hab a Gaudi“, sagt Junga mit bayerischem Zungenschlag. „Wenn die Bässe wummern, fühlt man sich wieder heimisch“, fügt sein 18-jähriger Namensvetter, Dominik Lehmann, hinzu.

Mit Apfelwein in Dosen stehen zwei Frauen auf dem Steinboden am Beckenrand. Barfuß wippen sie im Takt der Musik und schauen aufs Wasser. „Einfach mal abschalten, die Musik fühlen und an nichts anderes denken“, sagt Jenny, während ein Flugzeug über sie hinweg schwebt: „Wie ein kleiner Urlaub.“ Den Urlaubsflug mit Mann und Sohn nach Mallorca hätten sie aufgrund der Pandemie gestrichen. Weil es draußen sei, fühlt sich die 35-Jährige aus der Nähe von Darmstadt auf dem Festivalgelände „sicher und wohler“. Geimpft sei sie außerdem.

Ihre 37-jährige Freundin Silvia aus Aschaffenburg berichtet, dass sie sich nur für solche Veranstaltungen habe impfen lassen. „Für mich ist es ein Ausbrechen aus dem Alltag.“ Für einen Tag hätten sie sich von ihren Familien freigenommen. „Wenn es dunkel wird, freue ich mich auf die Clubatmosphäre, das macht was mit einem“, sagt Jenny. Bis zum Ende um 23 Uhr wollen sie an diesem Abend bleiben und dabei den Alltag ein Stück weit vergessen. (Clemens Dörrenberg)

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