In der Zoogolischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) plant man fleißig an der Zukunft des städischen Zoos (Archivbild).
+
In der Zoogolischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) plant man fleißig an der Zukunft des städischen Zoos (Archivbild).

Ehrgeizige Pläne

Frankfurt: Zoo soll sein eigenes Artenschutzzentrum bekommen

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
    schließen

Der Magistrat befürwortet die Pläne für ein „Frankfurt Conservation Center“ im Zoo. Es ist nicht der einzige ehrgeizige Plan für die „Zookunft 2030“.

  • Zookunft 2030“: Die Stadt Frankfurt verfolgt für ihren Zoo ehrgeizige Pläne.
  • Frankfurt Conservation Center“: Der Frankfurter Tierpark soll ein eigenes Artenschutzzentrum erhalten.
  • Das letzte Wort über das bis zu 22 Millionen Euro teure Projekt hat der Magistrat der Stadt Frankfurt.

Ein Hauptquartier für den Artenschutz: Der Magistrat hat am Freitag den Weg für den Bau des „Frankfurt Conservation Centers“ (FCC) auf dem Zoogelände bereitet. Direkt übersetzt bedeutet es Bewahrungszentrum – und bewahrt werden soll, was durch Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Raubbau an der Natur bedroht ist. Kosten: 20 bis 22 Millionen Euro. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten nächste Woche.

Frankfurter Zoo: „Zookunft 2030“ soll den Tierpark in die Zukunft führen

Das FCC ist Teil des Neugestaltungsplans „Zookunft 2030“ im Tierpark. Der Zoo will seinerseits große Anlagen bauen, das Gesellschaftshaus ist als Standort des Kinder- und Jugendtheaters vorgesehen. „Wir sagen, der Neubau Conservation Center muss als Erstes fertig werden“, hatte Christof Schenck, der Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), schon vor einem Jahr bekundet. ZGF als Initiatorin und Zooverwaltung könnten dann aus dem Gesellschaftshaus ausziehen und Platz machen für die nächsten Schritte. So kommt es nun wohl auch.

Standort des Neubaus ist der Osteingang des Zoos; die älteren Zweckbauten dort werden abgerissen. „Gerade angesichts der Corona-Pandemie dürfen wir die drängenden globalen Probleme wie das weltweite Artensterben nicht aus dem Blick verlieren“, betont die für den Frankfurter Zoo zuständige Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig (SPD). Frankfurt als internationale Wirtschaftsmetropole trage Mitverantwortung für den globalen Natur- und Klimaschutz, ein Zoo des 21. Jahrhunderts müsse dies unterstützen. „Unser Zoo wird ein idealer Vermittler für diese Aufgabe sein.“ Das FCC sei ein wichtiger Baustein, um den Zoo zukunftsfähig zu machen. Und: „Wir bringen den Wissenschaftsstandort Frankfurt mit einem neuen Leuchtturm voran“, sagt Hartwig. Der Zoo erhalte zudem einen neuen vollwertigen Osteingang.

Unter dem Dach des Frankfurter Zoos kommt viel Expertise zusammen

Die ZGF arbeitet seit Jahren am Projekt eines Artenschutzzentrums, in dem verschiedene Naturschutzorganisationen kooperieren. Außer der weltweit in Projekten engagierten Zoologischen Gesellschaft zählen dazu etwa die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe-Uni, als Projektpartnerin ist auch die KfW-Förderbank im Gespräch.

Die Zeit dränge, sagt Schenck. Die Bestände an Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Insekten gingen extrem zurück. „Wir müssen viel stärker als bisher Biodiversität schützen, auch um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und Pandemien vorzubeugen.“ Das FCC sei der geeignete Ort, um neue Strategien gegen globale Krisen zu erarbeiten.

Artenschutzzentrum in Frankfurt eröffnet neue Möglichkeiten für den Zoo

Für den Frankfurter Zoo entstehe mit dem FCC „eine fantastische Möglichkeit, sich noch stärker als bisher mit dem internationalen Naturschutz zu vernetzen“, hebt Zoodirektor Miguel Casares hervor. „Das FCC wird ein Thinktank für den Erhalt der biologischen Vielfalt mit einer Strahlkraft in eine breite Öffentlichkeit hinein.“

Der Magistratsbeschluss enthält den Auftrag, mit der Zoologischen Gesellschaft und ihren Projektpartnern konkrete Verhandlungen aufzunehmen. Die Baukosten teilen sich die Stadt auf der einen sowie die ZGF und ihre Partner auf der anderen Seite etwa hälftig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare