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An fünf Computern kann in der Bar gespielt werden. Auf dem 98-Zoll-Bildschirm an der Wand werden Übertragungen von Turnieren und Meisterschaften gezeigt.  

Neueröffnung

Frankfurts erste Gaming-Kneipe

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Die Bar „1337“ ist Frankfurts erste Gaming-Kneipe. Dort gibt es Videospiele aber auch Brettspiele.

Von außen sieht die Bar „1337“ im Frankfurter Stadtteil Bornheim kaum auffällig aus. Nur das Schild über dem Eingang lässt einen ersten Schluss darauf zu, dass hier ein besonderes Lokal steht. Im Inneren steht rechts der Tresen, links gibt es mehrere Tische an denen an diesem Abend einige junge Menschen sitzen, an ihren Getränken nippen und Karten oder Brettspiele spielen. Geht man noch etwas weiter nach hinten, bemerkt man den 98-Zoll-Bildschirm auf dem die Übertragung eines Computerspielturniers in Hamburg läuft. Unter dem Bildschirm stehen fünf Stühle und fünf kleinere Computerbildschirme, an denen ein paar Gäste zocken. Willkommen in Frankfurts erster E-Sport-Bar.

Doch das 1337 sei keinesfalls nur eine Bar für Nerds und Computerspielfreaks, sagt Geschäftsführer Marvin Seifert. „Man kommt nicht her und zockt hier acht Stunden“, erzählt der 29-Jährige. Die soziale Komponente stehe bei der Bar im Vordergrund. Es gehe darum mit Leuten Spaß zu haben, in Kontakt zu kommen oder neue Menschen kennenzulernen – und die haben in der Regel dann aber ähnliche Interessen, die sich oft um die Welt der Computerspiele drehen.

Besucher Marin genießt gleich seinen Burger.  

„Hier wird man nicht komisch angeguckt, wenn man seine Magic- oder Yu-Gi-Oh-Karten auspackt“, sagt Seifert. Aber dem Mann aus Dreieich sei es auch wichtig gewesen, dass sich Leute in der Bar wohlfühlen, die nichts mit Gaming am Hut haben. Auf der Karte gibt es so beispielsweise nur zwei Getränke, die an Computerspiele erinnern: der Health-Pot und der Mana-Pot. Ansonsten ist ein Bier ein Bier und ein Ebbelwei ein Ebbelwei. Seifert erklärt: „Unser Pub ist ein Ort, an den nimmt man auch seine Freundin mit.“

Dienstag- und Donnerstagabend gibt es Brettspiele und einmal im Monat ist ein Pub-Quiz. Zukünftig ist auch Bingo geplant.

Regelmäßig gibt es Turniere , beispielsweise in League of Legends oder Counter Strike.

Beim Thema Essen kooperiert die Bar mit dem in der Nähe gelegenen Laden Burger Baby. Anfangs hatte es einen eigenen Küche im 1337 gegeben. Allerdings hatte sich das Ganze nicht wirklich rentiert, da die Gäste nicht zwangsläufig in die Bar kamen, um etwas zu essen. Der Küchenbereich soll nun in eine zweite Gaming-Area umgestaltet werden, so dass noch mehr E-Sport in der Bar zu finden sein wird.

Die Idee zur Bar kam Seifert beim eigenen Hobby. Immer wieder traf er sich mit Freunden, um Übertragungen von Videospielen zu schauen. Aber die Geduld des Gastgebers sei endlich gewesen, vor allem bei zwei- oder mehrwöchigen Weltmeisterschaften. Warum also nicht einen Ort schaffen, an dem man dauerhaft E-Sport schauen kann? Seifert schrieb einen Businessplan, und eine Crowdfunding-Kampagne später – die rund 36 000 Euro brachte – konnte das 1337 im Sommer eröffnen. „Die Immobiliensuche war eine stressige Zeit“, verrät der 29-Jährige.

Seitdem hat das Team viel positives Feedback bekommen, es gab bereits Unternehmensfeiern oder Veranstaltungen zur Teambildung in der Bar. Und auch Seifert ist glücklich über den Standort Frankfurt. Eine moderne Stadt mit einem vielfältigen Mix an Menschen. „Und der Internetanschluss ist überragend. Wir haben hier einen 5er Ping“, sagt der Geschäftsführer und lacht.

An der Theke gibt es keine ausgefallenen Nerd-Drinks.  

An einem Tisch in der Mitte des Raums sitzen Tamara und Marin. Das Frankfurter Pärchen ist zum ersten Mal gemeinsam in der Bar und sie haben sich gleich etwas zum Spielen mitgebracht. Vor ihnen auf dem Tisch steht das Brettspiel Pandemie. „Die großen Tische sind perfekt, um Brettspiele zu spielen“, sagt Tamara. Marin mag die Atmosphäre in dem Lokal – es sei hier sehr relaxt. Sie können sich durchaus vorstellen, öfter in die Bar zu kommen.

An den Computern spielen Johnny und Oliver „League of Legends“ gegeneinander. Zum wiederholten Mal hat Johnny das Eins-gegen-Eins gewonnen, doch die Stimmung ist bei beiden gut. „Früher habe ich mehr Computer gespielt. Heute schaue ich mehr zu“, sagt Johnny, der aus Frankfurt ist. 

Es müssen nicht immer Videospiele sein, auch Karten werden in der Bar gern gespielt.  

Sein Kumpel Oliver lebt in Baden in der Schweiz. Beide haben sich getroffen, um die Weltmeisterschaft im Spiel „League of Legends“ anzuschauen. Die Bar habe sich angeboten und beide sind vom Event begeistert. Johnny möchte bald mal mit anderen Kumpels wiederkommen, um etwas zu trinken oder sich einfach zu treffen. Das Computerspielen stehe für ihn gar nicht an erster Stelle. „Fürs alleine zocken reicht mein PC zu Hause.“

Das „1337“ befindet sich in der Burgstraße 82 in Frankfurt. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis donnerstags von 17 bis 23 Uhr sowie freitags und samstags von 17 bis 2 Uhr. Werden besondere Veranstaltungen übertragen, öffnet die Bar auch früher. Wer an den Computern spielen möchte, zahlt für einen Tagespass 6,99 Euro. Ein Monatspass kostet ebenfalls 6,99 Euro. Weitere Infos unter www.1337frankfurt.de.

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