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Wohnzimmer statt Büro. So arbeiten sehr viele zur Zeit. 

Beschäftigung

Frankfurt: Zigtausende sind noch im Homeoffice

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Noch zögern Frankfurter Unternehmen in der Corona-Krise, alle Beschäftigten wieder zurück in die Büros zu schicken. Das Virus hat die Arbeitswelt sehr verändert.

Telefonkonferenz statt Meeting im Konferenzraum, Arbeiten am Küchen- oder Wohnzimmertisch statt im Großraumbüro, keine lange Anfahrt, aber auch kein Schwätzchen in der Kaffeeküche: Zigtausende Beschäftigte in Frankfurt arbeiten seit Wochen zu Hause statt im Büro. Und das könnte bei vielen noch wochenlang so weitergehen. Denn noch scheuen sich viele Unternehmen, trotz der gesunkenen Infektionszahlen, ihre Beschäftigten wieder in den Firmenräumen arbeiten zu lassen. Schon weil diese oft nicht groß genug sind, damit alle dort mit den in der Corona-Krise nötigen Mindestabständen arbeiten können.

Beim Frankfurter Energieversorger Mainova etwa heißt es, die dort geltenden Regelungen zur dezentralen Arbeit blieben bis mindestens Mitte Mai bestehen. Bei der Stadtwerke-Tochter haben nach deren Angaben zuletzt rund 1200 Beschäftigte im Homeoffice gearbeitet. Ihre Rückkehr ins Büro sei perspektivisch denkbar, werde aber mit Bedacht erfolgen, teilt Mainova mit. Schließlich sei davon auszugehen, dass die Pandemie noch länger akut bleibe. In den Büros versucht Mainova, unter anderem mit Schichtlösungen die Sicherheits- und Hygienestandards zu gewährleisten. So komme zum Beispiel die Hälfte der Bürobesetzung um 6 Uhr, die andere erst mittags, heißt es auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

Auch bei der Frankfurter Sparkasse ist Homeoffice weiterhin ein großes Thema. 600 Beschäftigte der Bank haben nach Unternehmensangaben die Möglichkeit, mobil von zu Hause aus zu arbeiten. Etwa die Hälfte nutze diese auch, heißt es. Einen konkreten Plan, wann alle Beschäftigten in die Büros zurückkehren, gebe es noch nicht, hieß es vergangene Woche auf Anfrage. Gerade im Backoffice-Bereich könne das aber schnell und flexibel geschehen. Das Filialgeschäft nähert sich dagegen langsam wieder dem Normalbetrieb. Inzwischen ist nach Angaben der Sparkasse der allergrößte Teil der Geschäftsstellen wieder geöffnet.

Auch bei der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding arbeitet ein Teil der Beschäftigten noch von zu Hause aus. Geschäftsführer Frank Junker entschied vergangene Woche, diese Möglichkeit bis auf weiteres beizubehalten. Eine zahlenmäßig große Rolle spiele Homeoffice bei der ABG aber nicht, sagte er. Nur etwa zehn Prozent der Beschäftigten arbeiteten von zu Hause. In vielen Arbeitsbereichen der ABG sei dies schlicht nicht möglich.

Die Frankfurter Stadtverwaltung setzt in Corona-Zeiten ebenfalls verstärkt auf Homeoffice. Dort sollen Beschäftigte, deren Tätigkeit auch außerhalb der Dienststelle wahrgenommen werden kann, wenn möglich zu Hause arbeiten. 5460 Beschäftigte haben diese Möglichkeit bisher mindestens einmal genutzt, wie der Leiter des Personal- und Organisationsamts, Rainer Korn, auf Anfrage der FR mitteilte. Das ist mehr als die Hälfte der Stellen der Frankfurter Stadtverwaltung.

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